Ausstellung

Ausstellung in Rees: stehende Stille verbindet ein Trio

Silke Parras (v.l.), Kristina Gehrmann und Rahel Kraft stellen ihre Kunstwerke im Museum Koenraad Bosman in Rees aus.

Silke Parras (v.l.), Kristina Gehrmann und Rahel Kraft stellen ihre Kunstwerke im Museum Koenraad Bosman in Rees aus.

Foto: Thorsten Lindekamp / Funke Foto Services GmbH

Rees.  Die Ausstellung „Stehende Stille“ ist jetzt im Museum Koenraad Bosman zu sehen. Silke Parras, Kristina Gehrmann und Rahel Kraft stellen aus.

Eine Ausstellung, drei Ausstellerinnen. Drei Künstlerinnen stellen zur Zeit im Koenraad Bosman Museum der Stadt Rees aus. Das Thema ist das verbindende Element der Kunstwerke der drei Damen: Stehende Stille. ,,Wir setzen uns in unseren Werken mit Themen wie Leere, Stillstand, Isolation und Abwesenheit auseinander‘‘, so Rahel Kraft.

Die Werke der drei Künstlerinnen kommen vor unterschiedlichen Hintergründen zusammen. Kristina Gehrmann, in Hamburg wohnend, studierte Illustratorin, stellt ihre Werke zur Suche nach der Nordwestpassage im Jahre 1845 aus.

Die kalte Atmosphäre des Nordens

,,Das Thema hat mich durch die Ähnlichkeit zu einer Kriminalgeschichte interessiert, denn es weiß bis heute niemand, was genau damals passiert ist. Es werden nach und nach Funde der im Eis gescheiterten Seereise gemacht, die die Geheimnisse lüften. Der Perfekte Rahmen für diese Geschichte schien für mich ein Graphic Novel.‘‘

Nachdem sie die mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnete Trilogie heraus gebracht hat, beschäftigte sie das Thema immer noch: ‚,Die hier ausgestellten Aquarelle entstanden teilweise für die Illustration des Graphic Novels, aber teilweise auch nicht‘‘, erzählt Gehrmann. Mit hellen, kalten Blau- und Violett-tönen stellt Gehrmann die Illusion des von dem Eis reflektierten Lichts und die kalte Atmosphäre des Nordens her.

Industrielle Architektur inspirierte Rahel Kraft

Die Freundschaft zwischen Kristina Gehrmann und Rahel Kraft dauert schon lang an: ,,Wir haben als Kinder schon zusammen gemalt‘‘, so Rahel Kraft, die einen anderen Weg gegangen ist als ihre Freundin: Für sie ging es für ein Lehramtsstudium nach Essen.

Aus der Industriestadt Essen hat Kraft oft auch ihre Inspiration: ,,Ich male sehr gerne Architektur-Bilder. Als ich in Essen gewohnt habe, war es die industrielle Architektur von Stahl und harten Linien die mich beschäftigt hat. Nun da ich auf dem Land wohne, ist mir die ländliche und natürliche Umgebung wichtig geworden.‘‘ Rahel Kraft unterrichtet am Gymnasium in Rees Kunst und Französisch.

Eigene Erfahrungen verknüpft Silke Parras mit Motiven aus Fotoalben

Die auch aus Rees stammende Künstlerin Silke Parras beschäftigt sich mit der Geschichte und den Erinnerungen einzelner Menschen. ,,Ich benutzte oft Fotos aus Familienalben und verknüpfe sie mit eigenen Erfahrungen. Mich interessieren vor allem gewisse Gegenstände, die im kollektiven Gedächtnis verankert sind, und wie ich diese mit mir in Verbindung setzen kann.“ Die studierte Tierärztin und Künstlerin leitet in Rees auch Zeichenkurse für Kunstinteressierte.

Aufgrund einer Erkrankung konnte der Bürgermeister nicht die Eröffnung der Gemeinschaftsausstellung übernehmen. Stattdessen begrüßte die stellvertretende Bürgermeisterin Mariehilde Henning die Künstlerrinnen.

Eingeleitet in der Werke der Ausstellung hat Johannes Beenen, Reeser Kunstpädagoge und Künstler. Er zeigte auf, wie selbst bei der Anwesenheit von Menschen oder Tieren in den Bildern, die Stille nicht zu durchbrechen ist. Die 30 Gemälde umfassende Ausstellung ist bis zum 10. November zu sehen.

>> Die unterschiedliche Wahl der Materialien

Sehr individuell ist die Auswahl der Materialien der Künstlerinnen.

Rahel Kraft setzt auf Öl und Acryl auf Leinwand; Silke Parras bevorzugt Farbstift auf Papier; Kristina Gehrmann hingegen Aquarell und Tusche auf Papier.

Die meisten Werke sind zwischen 490 und 2200 Euro käuflich zu erwerben.

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