Interkulturelle Kompetenz

Chinesin aus Emmerich lehrt Klever Schülern ihre Kultur

Die gebürtige Chinesin Xing Xie bringt Schülern an der Klever Montessorischule im Rahmen einer China-AG Kultur und Sprache näher

Die gebürtige Chinesin Xing Xie bringt Schülern an der Klever Montessorischule im Rahmen einer China-AG Kultur und Sprache näher

Foto: Melanie Koppel

Elten/Griethausen.   Die gebürtige Chinesin Xing Xie aus Emmerich bringt Grundschülern an der Klever Montessorischule ihre Kultur näher. Die AG kommt gut an.

„Bitte“, „Danke“, „Ja“ und „Nein“ und so manche andere Kleinigkeiten können die Schüler der Klever Montessorischule schon in jungen Jahren auf Chinesisch zu sagen. Im Rahmen einer China-AG kommen sie spielerisch in Kontakt mit der chinesischen Kultur und lernen so ganz nebenbei auch Grundzüge der komplizierten Sprache.

„Wo ai ni“ heißt „Ich liebe Dich“

Geleitet wird die Arbeitsgemeinschaft, die immer am Donnerstag-Nachmittag im Rahmen des Offenen Ganztags angeboten wird, von Xing Xie. Sie ist gebürtige Chinesin, lebt aber seit einigen Jahren im Emmericher Ortsteil Elten. Nach Emmerich zog sie 2010 der Liebe wegen.

Apropos Liebe. Gerade erst haben die Grundschüler aus der China-AG am Grundschulstandort Griethausen „Wo ai ni“ gelernt. Das heißt „ich liebe Dich“ und als die Eltern ihre Kinder abholten, konnten sie es direkt anwenden,freut sich Xing Xi im Rückblick auf die vergangene Woche.

„Das Lieblingstier in China ist Xiong Mao“

Heute ist ein anderes Thema dran. Der Umgang ist locker: Auf dem Gruppentisch stehen Wasser und Knabbereien, vier Kinder aus der dritten und vierten Klasse sind heute da. In einer kurzen Runde stellen sie sich namentlich vor – natürlich auf chinesisch, Xing Xi hakt sie auf einer Liste ab. Dann geht es los.

Was das Lieblingstier der Schüler ist, möchte Xi wissen und was sie glauben, welches in China favorisiert wird. Dazu verrät sie schon einmal so viel: „Das Lieblingstier in China ist Xiong Mao – das heißt Bärenkatze.“ Zwar ist diese Bezeichnung in Deutschland unbekannt, trotzdem ahnen die Schüler schnell, worum es hier geht: Pandabären!

Spielerische Annäherung mit Quiz

Genau genommen geht es um den Großen Panda, eben jenen schwarz-weiße Zeitgenosse, den man häufig an einem Eukalyptus-Ast knabbernd dargestellt sieht.

Großer Bahnhof für Großen Panda

In einem kleinen Quiz nähern sich die AG-Teilnehmer spielerisch dem sympathischen Bären: Wie groß er ist, sollen sie schätzen, wie viel er wiegt und wie alt wohl der älteste Panda geworden ist. Passend dazu hat Xing Xie einige Bilder auf dem Laptop vorbereitet.

Kunst und Mode mit Pandas

Zudem sorgen diverse Kunstwerke in pandafizierter Version, wie die „Mona Lisa“ oder „Der Schrei“ für Begeisterung, das Konzept einer Xiong-Mao-Fashionshow (panda-orientierte Mode) für Gelächter und das Video einer Panda-Geburt für Überraschung: „Hey, der verspeist den ja“ – „Nee, der trägt ihn!“

Nach diesen 45 Minuten ist nicht nur das Wissen der Kinder über Pandabären und ihre Bedeutung in der Chinesischen Kultur gewachsen, sondern auch ihr Wortschatz in der fremden Sprache.

Ideale Kombination aus Sprache und Kultur

„Ich finde es toll, dass man eine Sprache lernt und daran auch Spaß hat“, freut sich Viertklässlerin Finja. Ihre Mutter, die beim Konfuzius-Institut in Duisburg arbeitet, hatte die AG an der Schule ihrer Tochter initiiert. Der Drittklässler Jasper ergänzt: „Leichter als Englisch-Unterricht!“

Dem stimmt Finja nicht zu und auch Xing Xie erklärt: „Die Sprache ist eigentlich sehr schwer.“ Deshalb habe sie bewusst die Kultur ihrer Heimat in den Fokus der AG gestellt, es ist kein klassischer Sprachunterricht. „Das finde ich eine ideale Kombination“, so die 49-Jährige.

>>CHINA IN SCHULE UND ALTENHEIM

Mit der Emmericherin haben die Schüler eine Lehrerin, die bereits Erfahrung im Unterrichten hat. Vor 20 Jahren habe sie für einige Jahre in China als Lehrerin gearbeitet, erzählt die 49-Jährige. Seit 2015 gibt sie außerdem eine Chinesisch-AG an der Emmericher Gesamtschule.

Zudem arbeitet sie ehrenamtlich in einem Altenheim in Kleve, wo sie den Senioren ebenfalls die Chinesische Kultur näher bringt. Hier stehen aber Vorträge über die Landschaft, Reisen oder auch das Altsein in China im Mittelpunkt stehen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben