Polizei

Corinna Saccaro aus Rees ist Polizei-Pressesprecherin

Das Team der Polizeipressestelle: Corinna Saccaro (von links), Ingo Schankweiler und Anna Stammen.

Das Team der Polizeipressestelle: Corinna Saccaro (von links), Ingo Schankweiler und Anna Stammen.

Foto: Polizei Kleve

Kleve/Rees.  Die Reeserin arbeitet seit einem Jahr in der Polizeipressestelle. Die Kommunikationswissenschaftlerin vertritt die Polizei auch auf Facebook.

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Wenn die Lokalzeit im Reeser Agnesheim im Fernsehen läuft und die Pressesprecherin der Kreispolizei Kleve, Corinna Saccaro, souverän ins Mikrofon spricht, sind die Senioren entzückt. „Das ist ja Corinna, die Tochter von unserer Gabi.“ Die Reeserin hat in jungen Jahren oftmals ihre Mutter, die als Beschäftigungstherapeutin im Altenheim gearbeitet hat, bei Auftritten zu Festen unterstützt und es früh gelernt, unbefangen vor Menschen aufzutreten.

Genau das ist heute ihre Profession: Die Polizei nach außen zu vertreten, Polizeiberichte verständlich zu formulieren und damit auch die neuen Medien zu bedienen.

Studium der Kommunikationswissenschaft

Nach ihrem Abitur im Jahr 2004 in Rees absolvierte sie eine Ausbildung zur Werbekauffrau in Düsseldorf und schloss das Studium der Kommunikationswissenschaften in Münster an. Nach dem Masterabschluss führte sie ihre erste Anstellung zu den Helius Kliniken in Duisburg, wo sie fünf Jahre in der Unternehmenskommunikation tätig war.

Doch die tägliche Fahrt von Rees nach Duisburg gefiel ihr nur bedingt, so stieß sie auf das Stellenangebot der Polizei Kleve. Hier wurde jemand für den Leitungsstab Presse- und Öffentlichkeitsarbeit gesucht, der kein Polizeivollzugsbeamter sein sollte. „Seit einigen Jahren präferieren wir das Modell, uns Fachkompetenz ins Haus zu holen“, erklärt ihr Chef Ingo Schankweiler, der im Februar 2019 als Leiter in die Polizeipressestelle zurückgekehrt ist, nachdem er diverse Führungsaufgaben in der Polizeibehörde innehatte.

Fachleute sind hilfreich für die Polizei

So seien IT-Spezialisten hilfreich, wenn es um Kinderpornografie gehe, Kommunikationswissenschaftler um auch bei Facebook, Twitter und Co. seriös vertreten zu sein. Dadurch werden weniger Polizeibeamte gebunden, die ansonsten der Behörde im operativen Dienst fehlen würden.

Corinna Saccaro ist autorisiert, zu polizeilichen Vorkommnissen Auskunft zu geben. Interne Schulungen hat sie beim Landesamt für Fortbildung durchlaufen, Presse- und Öffentlichkeitsseminare besucht, rechtliche Grundlagen gelernt. Aber auch das Fotografieren und Filmen musste sie sich aneignen, denn auch das gehört zur modernen Polizeipressearbeit.

Eine Woche lang ist sie mit Streife gefahren

Eine Woche lang ist die Reeserin mit Streife gefahren und fand die Arbeit vor Ort richtig spannend. „Da sieht man erst, was die Polizei leisten muss“, zeigt sie sich begeistert. „Das Lagebild von Rees interessiert mich natürlich besonders und ich gebe zu, dass ich, seitdem ich in Kleve arbeite, die Augen besonders auf halte.“

Sie ist aber auch dafür verantwortlich, mögliche Fake-News aufzuklären. Wie jüngst der Fall, dass über Facebook verbreitet wurde, dass zwei Leichen im Rheinpark in Emmerich gefunden worden seien. „Auf Nachfrage konnte ich sofort diese Falschmeldung dementieren. Dennoch hatte sie sich in Windeseile im Netz verbreitet.“

Wichtige Hinweise kommen auch über Facebook

Aber die Social Medias sind auch hilfreich, etwa wenn es um Fahndungen oder Zeugenaufrufe geht. „Beispielsweise wurde ein Quad gestohlen, unsere Meldung wurde hundertfach geteilt. Dann haben wir die Foren für Quadfahrer für uns zunutze gemacht. Da war Facebook sehr hilfreich“, erinnert sich Corinna Saccaro.

Ebenso werden Verkehrsunfälle mit Sperrungen von der Polizei ins Netz gesetzt. Der Hinweis zu einer Klimademo ist auch schon mal ins Politische abgedriftet. „Hier müssen wir aufpassen, dass niemand persönlich angegriffen wird und die Diskussion im Rahmen bleibt“, ist Saccaro wichtig. Die Netiquette muss beachtet werden. „Und wenn Personen, auch Polizeibeamte, im Netz bösartig beleidigt werden, kann das sogar zu einer Anzeige führen“, ergänzt Ingo Schankweiler.

Maskottchen wurde Klemens genannt

Aber die Polizei kann auch lustig auftreten, wie in der Weihnachtszeit, als der Polizei-Teddy täglich im Adventskalender auftrat und ein Name für das Polizei-Maskottchen gesucht wurde. KLE-mens heißt der Plüschbär heute.

Seit einem Jahr arbeitet die Reeserin nun als Polizeipressesprecherin und hat in dieser Zeit schon die Fluktuation in der Behörde kennengelernt. „Eingestellt hat mich Achim Jaspers, er ist nun Direktionsleiter Verkehr. Michael Ermers arbeitet als Dienstgruppenleiter in Geldern und Anna Stammen ist nach dem Mutterschutz zurück zur Pressestelle gekehrt.“

Ihr Chef Schankweiler kennt die Vertreter der örtlichen Medien alle noch aus seinen Jahren bei der Pressestelle in Kleve von 2004 bis 2008. Während sich Corinna Saccaro noch sehr gut an die morgendlichen Fahrradkontrollen der Reeser Bezirksbeamten, Werner Schwarz und Thomas Rupprecht, in ihrer Schulzeit erinnert.

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