Kommentar

Die anfallenden Müllmengen in Emmerich sind nicht normal

Andreas Gebbink

Andreas Gebbink

Foto: nRZ

Emmerich.  Sind die Emmerich ein Völkchen von Umweltsündern? Ein Erklärungsversuch, warum so viel in der Stadt achtlos weggeworfen wird.

Die Abfallmengen, die das Mülleinsatzkommando der Emmericher Kommunalbetriebe jede Woche einsammelt, sind enorm. Jede Woche fällt ein 36 Kubikmeter großer Container an. Das sollte nicht als Normalität angesehen werden. Es muss auch anders gehen!

Die Nachbarstadt Kleve hat dieses Problem nicht. Sie teilt mit, dass die dortige Handreinigung nicht annähernd an diese Zahlen heranreicht. Sind die Emmericher etwa ein Volk von Umweltsündern? Was läuft schief in der Stadt? Vielleicht ist ein Grund im etablierten Müllsystem zu suchen. Die Tatsache, dass die Graue Tonne in der Rheinstadt gewogen wird, mag Bürger dazu bewegen ihren Hausmüll anderweitig zu entsorgen, um Kosten zu sparen.

Mangelhaftes Interesse bei vielen Bürgern

Zu überdenken ist auch die Abfuhr des Sperrmülls. Wenn der gesamte Hausrat an die Straße gestellt wird, gibt es ganz offensichtlich zu wenig Abfuhrzeiten. Zwei Mal in Jahr reicht nicht aus.

Der dritte, und vielleicht auch der wichtigste Punkt, ist mangelhaftes Interesse in der Bevölkerung. Gerade ausländische Mitbürger wissen offenbar nicht (oder wollen es nicht wissen), dass es einen Bauhof gibt, der Sperrgut und anderen Müll annimmt. Dass das MEK jetzt sofort einschreitet klingt zwar richtig, verwöhnt die Bürger aber auch. Nach dem Motto: Ich kann den Dreck ruhig vor die Tür stellen – er wird ja eh abgeholt.

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