33. Hüthumer CDU-Tag

Dr. Carsten Linnemann spricht die Sprache der Wähler

Über 80 Gäste waren beim 33. Hüthumer CDU-Tag.

Über 80 Gäste waren beim 33. Hüthumer CDU-Tag.

Foto: Konrad Flintrop

Emmerich-Hüthum.  Gut 80 Gäste erlebten beim 33. Hüthumer CDU-Tag einen überzeugenden Vortrag von Carsten Linnemann. Der Bundestagsabgeordnete sprach über Europa.

Gut 80 Gäste beim 33. Hüthumer CDU-Tag zeigten sich am Donnerstag im Landgasthof-Borghees beeindruckt von Dr. Carsten Linnemann. Der Vorsitzende der CDU-Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung sowie stellvertretende Bundestagsfraktionsvorsitzende konnte erfrischend klar und verständlich seine Schwerpunkte und Thesen auf den Punkt bringen. Er spricht die Sprache der Wähler.

Natürlich stand so wenige Tage vor der Wahl am Sonntag Europa im Fokus. Linnemann holte aus: Die Gesellschaft verändere sich im Zeitraffer. Und dies setze sie unter Druck. Zwei Themen sind dem CDU-Mann aus dem Wahlkreis Paderborn bei Hausbesuchen häufig genannt worden, die den Menschen unter den Nägeln brennen: 1. „Der Staat geht mit seinen eigenen Regeln laxer um, als mit den Regeln für die Bürger.“ 2. Die Flüchtlingssituation. Dass man Menschen, die schutzbedürftig sind, hilft, sei ja in Ordnung. Aber wenn kein Asyl gestattet werden kann, dann muss man auch das Recht durchsetzen dürfen: „Ist das ein Rechtsruck? Nein, es ist Recht und Ordnung. Wir müssen die Partei der Rechtsstaatlichkeit bleiben.“

Linnemann erklärt, wie die Politik Vertrauen zurück gewinnen kann

Dass Protestparteien Wähler gewinnen, liege nicht an deren Politik, sondern an der Unzufriedenheit mit den etablierten Parteien. Wie gewinnt man Vertrauen zurück? Linnemann nennt drei Punkte:

1. „Berlin ist ein Raumschiff. Die Realität findet hier in Hüthum statt. Deshalb ist es wichtig, dass die Politiker vor Ort mit den Menschen ins Gespräch kommen.“ 2. Die Politiker müssen komplizierte Sachverhalte einfach und verständlich darstellen können. 3. Was ist der Unterschied zwischen der SPD und der CDU? Die CDU brauche hier klare Botschaften.

Um eine gute Zukunft für Europa zu gestalten, müsse man sich im wesentlichen drei Herausforderungen stellen: 1. Im Wettlauf der Gesellschaftsmodelle – freie Marktwirtschaft gegen das kommunistische System im Stile Chinas – sagt Linnemann: „Wir müssen nicht chinesischer werden, sondern wettbewerbsfähiger.“ Man dürfe China nicht mehr als verlängerte Werkbank sehen, sondern als Wettbewerber.

Bei großen Themen müsse Deutschland auch Souveränität abgeben

2. Europa müsse die großen Themen wie den Klimawandel, wirtschaftliche Zusammenarbeit oder neue Technologien auf eine gemeinsame Agenda bringen, dort auch Souveränität abgeben, aber sich aus kleinen Themen heraushalten. Sozialpolitik etwa, sei eine nationale Frage.

3. Migration/Integration: Hier gehe es vor allem um die kulturelle Integration. Und deshalb stelle sich die Frage: Wie geht Deutschland mit dem politischen Islam um? Eine Grenze gebe es da, wo religiöse Regeln über staatliche Regeln gesetzt werden. Es sei eindeutig zu unterscheiden zwischen den gut 800 Gefährdern in Deutschland und den hunderttausenden Moslems, die sich an die Regeln halten. Deshalb wünscht sich Linnemann eine Debatte um die Ausbildung von Imamen in Deutschland.

Peter Hinze klärte Linnemann über Leiharbeiter-Problematik auf

In der Fragerunde im Anschluss fragte ein Gast, wie man sich gegen Rechtspopulisten wehren kann. „Wir müssen Offensivthemen nehmen“, sagte Dr. Linnemann. Es gehe darum für Zukunftsthemen Lösungen vorzuschlagen: Wie sieht zum Beispiel die Rente von morgen aus?

Lokalen Charakter hatte nur die Frage von Johannes ten Brink, CDU-Ratsmitglied: Ob Linnemann den Forderungskatalog der Betuwe-Anrainer-Kommunen mit regionalen Maßnahmen unterstützte. Da verwies Linnemann auf den Abgeordneten des Wahlkreises: Stefan Rouenhoff. „Bei diesem Punkt sind wir parteiübergreifend der Meinung, dass mehr rausgeholt werden muss, als die Bahn zu geben bereit ist“, sagte der Gocher.

Vor dem Termin im Landgasthof sprach Dr. Linnemann auch mit Bürgermeister Peter Hinze. Neben Themen wir den Bahnhof in Emmerich oder die Betuwe ging’s auch um die Situation mit den Leiharbeitern: „Ich werde das in Berlin ansprechen“, versprach Linnemann.

Erik Arntzen, Vorsitzender der gastgebenden CDU Hüthum-Borghees-Klein-Netterden, nannte ehemalige Gäste des CDU-Tages, die später Minister wurden: „Hüthum scheint mir ein kleines Sprungbrett zu sein – auch für Sie?“ Im Publikum schien es Befürworter zu geben.

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