Sicherheit

Emmerich: Der Brandschutz im Stadttheater ist unzureichend

Der Brandschutz des Emmericher Stadttheaters ist unzureichend.

Der Brandschutz des Emmericher Stadttheaters ist unzureichend.

Foto: Konrad Flintrop / Funke Foto Services GmbH

Emmerich.  Das Emmericher Stadttheater muss dringend überarbeitet werden. Die Kosten für die Umsetzung des Brandschutzes verdoppeln sich auf 600.000 Euro.

Die Umsetzung des Brandschutzkonzeptes für das Emmericher Stadttheater wird deutlich teurer. Die Kosten werden von 300.000 Euro auf 600.000 Euro steigen. Dies teilte jetzt der Emmericher Immobilienchef Stephan Glapski dem Hauptausschuss mit. Nach einer ersten Prüfung durch einen Brandsachverständigen seien deutliche Mängel zu Tage getreten, die man anno 2019 nicht mehr den Brandschutz-Vorschriften vereinbaren könne. Das Emmericher Stadttheater wurde in den 60er Jahren ohne jegliche Brandschutzauflagen errichtet. Bislang sei dies kein Problem gewesen, da es einen Bestandsschutz für Gebäude gebe.

70.000 Euro für rollstuhlgerechten Umbau

Das Problem könne man allerdings auch nicht zur Seite schieben, so Glapski. Die Mängel seien jetzt benannt und müssten angegangen werden. Seit August liegt der Verwaltung ein Brandschutzkonzept vor, welches jetzt abgearbeitet werden muss.

Wie berichtet, soll im Stadttheater ein rollstuhlgerechter Zugang geschaffen werden, so dass Rollstuhlfahrer sich künftig auch Vorstellungen ansehen können. Sie sollen einen festen Platz im Theatersaal erhalten. Diese Umbaumaßnahmen kosten zusätzliche 70.000 Euro. Der Umbau stelle einen so erheblichen Eingriff dar, dass ein Bauantrag gestellt werden müsse. In diesem Zuge müsse dann auch ein vorschriftsmäßiger Brandschutz existieren.

Teure Brandschutztüren müssen eingebaut werden

Stephan Glapski bot der Politik an, sich vor Ort über die Maßnahmen zu informieren. Er weiß, dass eine Verdopplung der Kosten happig ist: „Das ist kein kleiner Pappenstiel“. Allerdings wies er darauf hin, dass zum Beispiel Brandschutztüren durchaus 10.000 Euro kosten können. Letztendlich sei es die Summe der Einzelmaßnahmen, die zu einer Verdopplung des ursprünglichen Ansatzes geführt haben.

Stadtsprecher Tim Terhorst erklärte gestern auf Nachfrage der NRZ, dass gleich mehrere neue Brandschutztüren eingebaut werden müssen. Diese seien ein Kostentreiber. Die Türen sind nach heutigen Bestimmungen unzureichend. Eine Brandschutztür muss feuerbeständig sein und immer wieder ins Schloss fallen.

Ferner müsse der Blitzschutz erneuert werden. Auch dies sei eine aufwendigere Sache. „Da geht es nicht nur um einen Blitzableiter“, so Terhorst. Auch umfangreiche Erdungsarbeiten müssten erfolgen, um das Gebäude vor Blitzeinschlägen zu schützen: „Auch das ist unbedingt notwendig“, schilderte Terhorst.

Mangelhafte Außenbeleuchtung festgestellt

Ferner bemängelte der Brandsachverständige die Außenbeleuchtung. Rund um das Emmericher Stadttheater müsse es eine Sicherheitsbeleuchtung geben, die dunkle Ecken auszuleuchten vermag. Auch die Lüftungsanlage des Stadttheaters entspricht nicht den Anforderungen des modernen Brandschutzes. Auch hier müsse ein Ausbau erfolgen. Ob die Holzvertäfelung im Innenraum des Theaters kritisch sei, konnte der Stadtsprecher nicht beantworten. Sie stelle allerdings eine erhöhte Brandlast dar.

Das Konzept soll – und muss – im nächsten Jahr umgesetzt werden. Um die Spielzeit der Kulturbetriebe nicht einzuschränken, ist vorgesehen, die Arbeiten in den Sommermonaten durchzuführen. Die Verwaltung geht nicht davon aus, dass das Vorstellungsprogramm eingeschränkt werden muss.

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