Stadtentwicklung

Emmerich: So ist der Stand bei der Klimaschutzsiedlung

Hier auf dem ehemaligen Katjes-Gelände entsteht die neue Klimaschutzsiedlung. Sie liegt Bereich Wassenbergstraße, Am Portenövel und Mühlenweg.

Hier auf dem ehemaligen Katjes-Gelände entsteht die neue Klimaschutzsiedlung. Sie liegt Bereich Wassenbergstraße, Am Portenövel und Mühlenweg.

Foto: Thorsten Lindekamp / Funke Foto Services GmbH

Emmerich  Die Alpha Grundbesitz GmbH baut hier 82 Wohnungen, aber Reppco ist weiterhin Entwickler des Katjes-Kultur-Quartiers in Emmerich

Die Alpha Grundbesitz GmbH ist wie online berichtet in das Bauprojekt Klimaschutz-Siedlung in Emmerich eingestiegen. Sechs Wohnhäuser mit insgesamt 86 Wohnungen hat die Firma von Florian Heuvelmann erworben. Etwa 60 Prozent der Wohneinheiten dort. Allerdings ist damit nicht die Firma Reppco Architekten GmbH aus Kleve raus. "Wir sind weiterhin der Entwickler", verdeutlicht Geschäftsführerin Christiane Behrens.

Gemeinsam mit Geschäftsleiter Thomas Euwens hat sie der NRZ den Stand der Planung für das Areal an der Wassenbergstraße, Abschnitt Am Portenhövel bis Mühlenweg, vorgestellt. Die Stadt Emmerich hat die Entwicklung stets begleitet. Es handelt sich um eine von 100 Klima-Schutzsiedlungen, die in NRW entstehen. Sie soll den Namen Katjes-Kultur-Quartier tragen. Es entstehen barrierefreie Passivhäuser, die auch gefördert werden. Der Bauantrag für das 23-Millionen-Euro-Projekt ist gestellt.

Es soll ein Vorzeigeobjekt werden

Das 15.000 Quadratmeter große Gebiet ist in fünf Bauherrenfelder aufgeteilt worden. Zwei davon hat Alpha erworben, die Firma hieß vorher Heuvelmann Grundbesitz GmbH. Nämlich die Felder 2 und 3. Heuvelmann bestätigte jüngst gegenüber der NRZ, dass er die Siedlung wie geplant bauen möchte: "Es bleibt alles so, wie es vorgesehen war." Schon zu Zeiten der Abbrucharbeiten war Heuvelmann am Projekt beteiligt, verriet nun Behrens. "Wir können mit Herrn Heuvelmann sehr gut über die Projekte sprechen. Er legt Wert darauf, dass es ein Vorzeigeobjekt wird. Das spricht für eine langfristige Planung", so die Geschäftsführerin.

Bauherrenfeld 1 gehört einer Bauherrengemeinschaft mit sieben Eigentümern. Sie bauen drei Einfamilienhäuser mit 110 bis 130 Quadratmetern. "So eine Bauherrengemeinschaft gibt es hier zum ersten Mal in Emmerich", schildert Euwens. Wahrscheinlich wird Reppco von den Bauherren hier mit weiteren Ausführungsaufträgen bedacht.

Stadthäuser und Einfamilienhäuser

Bauherrenfeld 5 besteht aus acht Stadthäusern. Je zwei mal vier Häuser sind von Investoren gekauft worden, reine Anleger: "Da werden wir einen Teil der Leistungen übernehmen", erklärt Euwens.

Baufeld 4 umfasst fünf Einfamilienhäuser. "Diese sind noch nicht auf den Markt gebracht worden. Wir warten bis die Straße errichtet wurde", sagt Euwens.

Heizzentrale als Gemeinschaftsprojekt

Reppco betreut auch das Energiekonzept auf dem ehemaligen Katjes-Gelände. Auf Höhe der Lieferanten-Zufahrt des benachbarten Discounters Netto wird eine Heizzentrale errichtet; ein Gemeinschaftsprojekt: "Dafür wurde eine GbR gegründet. Wer ein Grundstück kauft, wird Teil der GbR", erklärt Euwens. Voraussetzung für die Zuschüsse der Klimaschutzsiedlung ist auch ein Controlling, das Reppco übernimmt.

Der Verkehr fokussiert sich auf die Randbereiche, sodass es im Kern des Areals eine Aufenthaltsqualität entsteht. Zu den sechs Wohnhäusern gibt Tiefgaragen, die blockweise verbunden sind. Es wird Abstellräume für Fahrräder geben. Mülltonnen sollen nicht wild herum stehen. Alle Generationen sollen hier heimisch werden, so Behrens. Aber man achte auch darauf, dass die Zusammenstellung passt, sich etwa Senioren nicht über Lärm kinderreicher Familien ärgern müssen und doch über den zum innenliegenden Spielplatz gerichteten Balkon partizipieren können.

Nicht teurer als ein 0-8-15-Bau

Gefördert wird das Projekt über ein Energieeffizienz-Programm der Kfw-Bank, das auch andere Bauherren beantragen können. Euwens rechnet vor: Für ein 120.000 Euro-Darlehen kann man einen Nachlass von 24.000 Euro bekommen. "Also wird energieeffizient auf keinen Fall teurer gebaut, als bei einem 0-8-15-Bau." Zudem fließen an der Wassenbergstraße kleinere Klimaschutz-Förderungen über 2500 bis 3500 Euro je Wohneinheit.

Christiane Behrens ist überzeugt, dass das Katjes-Kultur-Quartier ein Erfolg wird. Sie hoffe, dass die Bewohner mal stolz sagen werden: "Wir wohnen in der Klimaschutzsiedlung!"

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