Entgasung

Entgasung am Rhein: Kreis Klever Grüne fordern Elektronasen

Von Emmerich bis Rees und Kalkar sollen alle Kommunen im Kreis Kleve mit Kontrollsystemen ausgestattet werden, um das illegale Entgasen von Tankerschiffen auf dem Rhein erfassen zu können. Das fordert die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen.

Von Emmerich bis Rees und Kalkar sollen alle Kommunen im Kreis Kleve mit Kontrollsystemen ausgestattet werden, um das illegale Entgasen von Tankerschiffen auf dem Rhein erfassen zu können. Das fordert die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen.

Foto: Konrad Flintrop / Funke Foto Services GmbH

Kreis Kleve.  Tankerschiff-Entgasungen: Die Grünen-Kreistagsfraktion fordert die Installation von Kontrollsystemen in allen Kommunen im Kreis Kleve am Rhein.

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Die Kreistagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen möchte ebenfalls, nach der Emmericher SPD, die Elektronasen zur Kontrolle von illegalen Entgasungen von Tankerschiffen am Rhein installiert sehen. Sie stellt den Antrag an den Kreistag, die Verwaltung als Untere Immissionsschutzbehörde möge Kontakt mit den Zuständigen Landesbehörden aufnehmen, um die Installation des Messsystems (E-Noses) für alle Gemeinden im Kreis Kleve entlang des Rheines umzusetzen – analog zum Messsystem der Niederlande.

Wie berichtet werden Chemie- und Erdölprodukt-Reste aus den Tankern in die Luft geblasen, meist an der Grenz zu den Niederlanden. Dabei würden Kohlenwasserstoffe, Benzol, krebserregende und mutagene Stoffe in die Umwelt abgelassen, so die Grünen. In Deutschland ist diese Praxis nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz verboten.

Es liegen keine Daten zu den Entgasungen vor

Konkrete Daten liegen laut Umweltbundesamt nicht vor. Das Entgasen werde in Deutschland nicht kontrolliert, die Dunkelziffer sei hoch.

Es gibt ein Regelwerk (CDNI) das jetzt um die Entsorgung gasförmiger Abfallstoffe ergänzt wurde. In dem sogenannten CDNI-Abkommen zwischen Deutschland, Belgien, Frankreich, Luxemburg, Niederlande und der Schweiz wird das Entgasungsverbot verhandelt. Allerdings auch zwischen den Ministerien des Bundes- und Landes sowie in den jeweiligen Staaten. „Es muss von allen Parlamenten der Staaten ratifiziert werden – dies ist seit vielen Jahren in der Warteschleife“, schildern die Grünen. Eine gemeinsame gesetzliche Reglung mehrerer Staaten werde andauern.

Machbarkeitsstudie zeigt auf, dass die Branche Kosten und Liegezeiten scheut

Die technische Infrastruktur fehle in Deutschland. Um das Ausmaß der Immissionen sichtbar zu machen und zu erfassen, sei die Einrichtung eines Kontrollsystems erforderlich.

Das Bundesumweltamt (UBA) hat eine Machbarkeitsstudie zum Ausbau der Infrastruktur der Entsorgung erstellt. An den Entsorgungsanlagen gebe es bisher wenig Interesse, da mit dem Entgasen die Kosten des Reinigens gespart werden und vor allem die Dauer der Liegezeit (mehrere Stunden) umgangen werde. In den Niederlanden soll es Techniken geben, die das gewonnene Gas wiederverwenden können.

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