Verkehr

Erste Segmentbrücke NRWs in Emmerich wieder freigegeben

Die erste Segmentbrücke in NRW ist fertig. In Emmerich führt sie an der Speelberger Straße über die A3.

Die erste Segmentbrücke in NRW ist fertig. In Emmerich führt sie an der Speelberger Straße über die A3.

Foto: Thorsten Lindekamp / Funke Foto Services GmbH

Emmerich.  Nach 120 Tagen Bauzeit konnte in Emmerich über der A3 die erste Segmentbrücke NRWs freigegeben werden. Die Sperrzeiten konnten reduziert werden.

Sie ist die erste ihrer Art in ganz NRW: Die neue Brücke Speelberger Straße über der A3. In einer besonderen Segmentbauweise wurde das Bauwerk neu gebaut – und kann nun wieder im Laufe des Montags von den Verkehrsteilnehmern genutzt werden. 120 Tage dauerten die Bauarbeiten. „Statt der üblichen sechs Monate haben wir nur vier gebraucht“, erklärt Projektleiter André Deutenberg von Straßen NRW. „Das sind 40 Prozent weniger Sperrzeit“, freut sich die Direktorin des Landesbetriebs, Elfriede Sauerwein-Brasiek.

Das Prinzip Perlenkette wurde zur Errichtung der Brücke genutzt. Sprich: Die Fahrbahnplatte der neuen Brücke in Klein-Netterden besteht aus einzelnen Segmenten, die quasi „aufgefädelt“ wurden. Ein neues Verfahren, das die Brücke zur ersten ihrer Art in Nordrhein-Westfalen macht.

Schnellere Bauweise dank Fertigsegmenten

Dank dieser Bauweise, die das Unternehmen Max Bögl entwickelt hat, konnte die Brücke Speelberger Straße nicht nur schneller als ein konventionelles Bauwerk gefertigt werden. Die Betonsegmente können sogar direkt befahren werden. „Eine zusätzliche Asphaltschicht ist nicht notwendig“, versichert Deutenberg.

Sauerwein-Brasiek freut sich, dass die Bauarbeiten so gut gelaufen sind. „Hier an der A3 ist uns eine Punktlandung gelungen.“ Zeitlich, als auch finanziell. 2,9 Millionen Euro hat das neue, aber auch sehr notwendige Bauwerk gekostet – knapp 600.000 Euro mehr als ein konventionelles Bauwerk.

Teil eines Pilotprojektes

Der Neubau der Brücke an der Speelberger Straße war im Übrigen ein Pilotprojekt. In dessen Rahmen sollte sich die Segmentbauweise bewähren. Zumindest was den Bau angeht, sei alles gut gelaufen, versichern die Bauherren. „Nun muss die Brücke aber auch zeigen, wie langlebig sie ist“, so Sauerwein-Brasiek. Messungen würden nun regelmäßig durchgeführt. Sollte zudem eines der Segmente beschädigt sein, „könnten wir es einfach herausnehmen und ersetzen“, erklärt Fachmann Deutenberg die Theorie.

Straßen NRW testet an verschiedenen Stellen unterschiedliche innovative Bauweisen von Brücken. So auch eine weitere auf Emmericher Stadtgebiet. Voraussichtlich ab Herbst soll die Brücke Stokkumer Straße über der A3 erneuert werden. Unter dem Stichwort „Kunststoff-Bewehrte-Erde“ baut Straßen NRW Brückenwiderlager fast ohne Beton. Mit Hilfe von so genannten Geogittern, das sind flexible Kunststoffnetze, werden Bodenschichten so aufgebaut, dass sie anschließend den Brückenüberbau tragen können.

Neue Brücke in 80 Tagen

Aufwendige Bewehrungs- und Betonierarbeiten können auf ein Minimum reduziert werden. Der Brückenüberbau wird zeitgleich zu den Bauarbeiten an den Bewehrte-Erde-Widerlagern auf einem nahe gelegenen Parkplatz an der A3 erstellt und schließlich fertig eingehoben. Das Ziel: Eine Brücke mit nur 80 Tagen Sperrzeit errichten.

Übrigens: Bis zum Fronleichnamstag soll auch die Fahrbahnverengung auf der A3 in beiden Fahrtrichtungen verschwinden. So heißt es dann auf und unter der neuen Brücke wieder: freie Fahrt!

>>25 Brücken bis 2027

Straßen-NRW wird in den nächsten Jahren von Hünxe bis zur Landesgrenze bei Emmerich 25 Brücken erneuern. Neben der Brücke Stokkumer Straße wird auch das Bauwerk Budberger Straße voraussichtlich im Jahr 2020 angegangen.

22 Segmente bilden nun im Übrigen die Speelberger Brücke. Jedes einzelne Element ist 2,66 Meter lang und 9,30 Meter breit.

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