Schülertheater

Grenztheater Emmerich zeigt Gefahren des Fortschritts

Die Theatergruppe Grenztheater führte ein Stück auf, bei dem es um Umwelt und Technikfortschritt ging.

Die Theatergruppe Grenztheater führte ein Stück auf, bei dem es um Umwelt und Technikfortschritt ging.

Foto: Thorsten Lindekamp / Funke Foto Services GmbH

Emmerich.  Schüler des Emmericher Grenztheaters zeigten ein eindrucksvolles Stück über Umweltgefahren und Technikfortschritt im Stadttheater Emmerich.

Es ist dunkel, zupfinstrumentale Musik hallt durch den Saal. Langsam wird die Bühne, von rund 200 bis 300 Schülern bestaunt, heller und die Musik aufgeweckter. Nach und nach betreten die jungen Schauspieler der Jugend-Theatergruppe Grenztheater, die von Judith Hoymann und Sandra Heinzel geleitet wird, das Podium. Die neun unterschiedlichen Charaktere des Stückes „Griechischer Joghurt 100 %“ werden auf eine humorvolle Weise vorgestellt bis die Szene mit einem Standbild ihren Abschluss findet.

Beim Publikum tun sich einige Fragen auf

Es tun sich Fragen beim Publikum auf, als von einem geheimnisvollem Joghurt gesprochen wird, den kurz darauf alle Darsteller zu sich nehmen.

Die Spannung steigt mit der Aussage eines Charakters: „Es wird gewaltig werden“, welche ein aufregendes Bühnenbild einleitet. So flackert das Licht in verschiedenen Farben und die Schatten der Schauspieler bewegen sich theatralisch zu aufbrausender Musik. Die Atmosphäre wechselt, wie es in diesem Stück noch oft passieren wird, von dunkel und düster zu hell und hoffnungsvoll.

Die verschiedenen Rollen erkennen sich in einer Welt fernab, wie wir sie kennen, wieder. Die altbekannte Welt ist von außer Kontrolle geratener Technik zerstört worden. Sich dem Zuschauer neu ergebene Fragen, werden schnell beantwortet und auch das Mysterium um den Joghurt scheint gelöst.

Nun müssen die Charakteren verschiedene Hindernisse überwinden. Langsam wächst die Gruppe, aus zufällig ausgewählten Charakteren, immer mehr zusammen. Unterlegt werden diese Szenen mit Effekten wie Nebel und einer weiten Geräuschkulisse, die das Publikums aufmerksam werden lassen.

Das Ende lässt sich nicht vorausahnen

Grade, wenn der Zuschauer davon ausgeht das Theaterstück durchschaut zu haben, gibt es eine Szene, in der drei der Protagonisten ein verdächtiges Gespräch führen und mehr zu wissen scheinen als der Rest der Gruppe. Das Ende lässt sich demnach nicht voraussehen und das Verlangen nach Aufklärung steigt.

Als die Charaktere gegenseitige Punkte in ihren Gesichtern wahrnehmen, schöpfen sie den Verdacht, dass alles nicht so ist, wie es zu sein scheint. Es wird dunkel und plötzlich ändert sich die Szene schlagartig: Die Charaktere befinden sich nun wieder in der uns bekannten Welt und lesen nacheinander Zeitungsausschnitte vor. So wird das Theaterstück angenehm kurz und verständlich aufgelöst.

Das ganze Szenario war ein einfaches Computerspiel mit dem Titel „Griechischer Joghurt 100 %“, geplant und entwickelt von drei der Protagonisten. Unwissend nahmen die Charaktere an dem virtuellem Realitätsspiel teil, spürten dabei echte Angst und echte Trauer.

Das von ausdrucksvollen Standbildern und interessanten Wechseln der Atmosphäre sowie von einer überzeugenden schauspielerischen Leistung geprägte Stück dient mit dieser Zukunftsgeschichte nicht nur der Unterhaltung. Es macht ebenfalls mit Aussagen wie der eines Roboters „Menschen haben nicht viel vom Planet über gelassen, wir nicht viel von ihnen“ auf die Umweltprobleme aufmerksam. Auch auf die Gefahren der heutigen sehr weit fortgeschrittenen Technik wird verwiesen.

Theater am Puls der Zeit

So war es das Ziel des Stückes aufzuzeigen, was passieren kann, wenn zu wenig für die Umwelt getan und die Technik immer weiter entwickelt wird. Womit das Theaterstück am Puls der Zeit ist! Des Weiteren erkennt das Publikum, wie wenig Skrupel der Fortschritt kennt. So wird bereits an unwissenden Protagonisten experimentiert.

Wie lange wird es noch dauern, bis der Drang nach Fortschritt unwissende Personen nicht nur in Theaterstücken zu Versuchskaninchen macht?

Mit Fragen wie diesen lässt das vom „Grenztheater“ komplett selbst entwickelte Stück den Zuschauer zurück.

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