Schwerbehinderung

In Emmerich sind neun Prozent der Menschen schwerbehindert

In Emmerich leben Ende 2019 insgesamt 2797 schwerbehinderte Menschen.

In Emmerich leben Ende 2019 insgesamt 2797 schwerbehinderte Menschen.

Foto: Stefan Puchner / picture alliance/dpa

Emmerich  Die Zahl der schwerbehinderten Menschen ist in Emmerich seit 2013 um 4,4 Prozent gestiegen - und die Zahl wird weiter wachsen.

Ende 2019 lebten laut den aktuellsten Zahlen des Statistischen Landesamts NRW 2797 schwerbehinderte Menschen (Behinderungsgrad mindestens 50 Prozent) in Emmerich. Das waren 4,4 Prozent mehr als Ende 2013 (2680). Damit waren insgesamt 9 Prozent der Menschen in Emmerich schwerbehindert (NRW: 10,6 Prozent), 2013 waren es 8,9 Prozent (NRW: 10,1 Prozent).

„Im Gegensatz zur landläufigen Meinung entstehen fast 90 Prozent der Schwerbehinderungen in Deutschland durch eine Erkrankung, nur rund drei Prozent sind angeboren, ein Prozent sind auf auf einen Unfall oder eine Berufskrankheit zurückzuführen und sechs Prozent entfallen auf andere Ursachen“, so Michael Lobscheid von der IKK classic.

Risiko der Schwerbehinderung wächst im Alter

„Vor allem im Alter wächst dabei das Risiko, durch eine chronische Erkrankung schwerbehindert zu werden, beispielsweise durch einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall, eine Krebserkrankung oder auch Diabetes. So ist circa ein Drittel (34 Prozent) der schwerbehinderten Menschen 75 Jahre und älter, rund 44 Prozent gehören der Altersgruppe von 55 bis 74 Jahre an und nur zwei Prozent der Schwerbehinderten sind jünger als 18 Jahre“, so Michael Lobscheid weiter.

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Durch den demographischen Wandel und den medizinischen Fortschritt wird die Zahl der schwerbehinderten Menschen immer weiter wachsen. Überträgt man die heutige altersspezifische Häufigkeit von Behinderungen in die Zukunft, dann wird nach wissenschaftlichen Prognosen 2050 jeder achte Deutsche schwerbehindert sein.

Präventionsprogramme mildern Entwicklung

„Nur mit Präventionsprogrammen für die gefährdeten Bevölkerungsgruppen lässt sich dieser Entwicklung mildern. Dafür müssen Aufklärung, Beratung und Training zu Bewegung, Stressbewältigung, gesunder Ernährung und Suchtprävention selbstverständlicher werden. Dies gilt nicht nur für jeden Einzelnen, sondern auch für die Gesundheitssysteme und die Arbeitswelt“, so Michael Lobscheid.

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