Politik

Isselburg: Grüne wollen keine Steinwüsten in der Stadt

Schottergärten sind in Isselburg nun kein Thema mehr.

Schottergärten sind in Isselburg nun kein Thema mehr.

Foto: Jaspersen

Isselburg.  Eine Steinwüste als Vorgarten wird seit Mitte 2018 nicht mehr geduldet. Isselburger Grüne wollen ein Programm auflegen, das Beseitigung fördert.

Mehr Grün für Isselburg – das will die Fraktion der Grünen. Im Bau- und Umweltausschuss stellten sie jüngst zwei Anträge, um dies voranzubringen. Der Antrag, der sich mit der Begrünung von Fassaden beschäftigte, wurde allerdings in den nächsten Ausschuss im Januar verschoben.

Dafür gab es aber eine Entscheidung, was das Thema Kies- und Steinflächen im Bereich von Vorgärten angeht. Hier bekräftigte die Politik noch einmal, was bereits seit Juli 2018 eigentlich in der Landesbauordnung schon verankert ist: Nämlich das Vorgärten wasserdurchlässig und begrünt sein sollen.

Grüne Vorgärten als Trittstein für Pflanzenarten

Und das hat auch seinen Grund: „Gerade Vorgärten und kleine Grünflächen haben eine besondere Bedeutung für die Artenvielfalt und das Klima in der Stadt“, so Grünenchef Uwe Übelacker. Sie bildeten ökologische Trittsteine für Pflanzenarten, Insekten und Vögel, die auf der Suche nach Nahrung und Nistplätzen von Trittstein zu Trittstein wandern. Grünflächen lieferten zudem saubere, frische Luft.

Kies- und Steinflächen heizten sich dagegen stärker auf, speichern Wärme und strahlen sie wieder ab, erklärte der Grünen-Politiker. Für das Stadtklima werde die Zunahme an Kies- und Steingärten zum Problem, vor allem, wenn zusätzlich notwendige Kaltluftschneisen durch neue Bebauungen wegfallen.

Forderung der Grünen schon längst Pflicht

In der Landesbauordnung NRW (BauO NRW §8) ist nun seit Mitte 2018 festgelegt, dass eben Vorgärten nicht mehr versiegelt werden dürfen und auch begrünt sein müssen. Und so beantragten die Grünen, dass dies noch einmal deutlich in den Bebauungsplänen für künftige Häusle-Bauer aufgeführt wird, um weitere Steinwüsten zu vermeiden.

Und mehr noch: Um vielleicht einige unnötige „Steinwüsten“ in den Vorgärten loswerden zu können, beantragten die Grünen außerdem, jene zu fördern, die einen Rückbau früher umgesetzter Versiegelungen oder Bekiesungen vorhaben.

Isselburger Bauamtschef wollte Änderung auch angehen

Was die Erinnerung in den jeweiligen Bauplänen angeht, war vor auch Bauamtschef Dave Welling auf der Seite der Grünen. „Das hatte ich eigentlich eh vorgehabt“, erklärte er. Für ihn waren die Forderungen der Grünen allerdings, was die Gestaltung der Vorgärten angeht, zu konkret.

So schlug Welling vor, selbst eine entsprechende Erklärung für die Bebauungspläne zu formulieren und diese dann der Politik zur Abstimmung zu stellen.

Keine Mehrheit für ein Förderprogramm

Letztlich stimmten die Politiker dafür, dass die Erklärung in punkto Vorgartengestaltung in die Bebauungspläne aufgenommen wird. Dazu durchringen, ein Förderprogramm für den Rückbau der Steinvorgärten aufzulegen, konnten sich hingegen nicht alle Politiker.

Dieser Teil-Antrag der Grünen scheiterte daher. „Leute zu fördern, die einen Bockmist gemacht haben, halte ich für nicht richtig“, erklärte dazu Felix Kleideiter von der SPD. Außerdem müsse, damit die Bürger tatsächlich an einen Rückbau gehen „der finanzielle Anreiz schon enorm hoch sein.“

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