Wohnraum

Mehr Wohnraum könnte Einwohnerzahl Isselburgs wachsen lassen

Isselburg könnte vielleicht auch flächenmäßig größer sein, wenn in den vergangenen Jahren mehr Wohnraum geschaffen worden wäre.

Isselburg könnte vielleicht auch flächenmäßig größer sein, wenn in den vergangenen Jahren mehr Wohnraum geschaffen worden wäre.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Isselburg.  Die Wohnungsmarktuntersuchung des Pestel-Instituts wurde nun der Isselburger Politik vorgestellt. Mehr Wohnungen könnten Stadt wachsen lassen.

Für den Experten ist es eindeutig. Isselburg könnte mehr Einwohner haben. „Der Neubau von Wohnungen in den vergangenen Jahren war hier auf sehr niedrigem Niveau. Kein Wunder, dass sich die Einwohnerzahl kaum entwickelt hat“, so Matthias Günther.

Der Diplom-Ökonom war nun zu Besuch in Isselburg, um den Mitgliedern des Bau- und Umweltausschusses die Ergebnisse der Wohnungsmarktuntersuchung vorzustellen, die sein Institut im Auftrag der Sparkasse Westmünsterland erstellt hat.

13.000 Wohnungen im Münsterland fehlen

Für das Geldinstitut ist dies eine maßgebende Studie. „Die Region erlebt derzeit einen Boom“, so Christoph Angenendt von der Sparkasse. Die Einwohnerzahl der Region steige stetig. Wohnungen seien gefragt. Das erkenne man momentan auch an den hohen Immobilienpreisen – zumindest in Bocholt.

13.000 Wohnungen würden im Münsterland fehlen. Die Studie würde ein deutliches Signal senden. „Wir brauchen Wohnraum“, so Christoph Angenendt.

Isselburger wandern in umliegende Städte ab

Und zwar auch in Isselburg. Hier stagniere die Einwohnerzahl seit Jahren und das sei ungewöhnlich. Denn im restlichen NRW, so verdeutlichte Matthias Günther würden die Zahlen steigen. Der Diplom-Ökonom hat zudem beobachtet, dass auch verstärkte Abwanderungstendenzen zu beobachten sind. Und zwar in die umliegenden Städte. Sprich: Rees, Emmerich, Hamminkeln und Bocholt. „Vielleicht weil dort Wohnraum ist, der gefragt ist. Wie etwa kleinere Wohnungen“, so Günther.

Nicht ins Bild der stagnierenden Einwohnerzahl der Stadt passe zudem die Tatsache, dass es eine Zunahme an Beschäftigung gibt. „Und zwar innerhalb der Stadt“. Heißt: Mehr Isselburger arbeiten in ihrer Stadt. Das hätte eigentlich auch mehr Wohnraum und mehr Einwohner zur Folge haben sollen. Hatte es aber nicht.

Isselburg muss mehr Wohnungen realisieren

Zehn Wohnungen pro Jahr wurden zuletzt in Isselburg realisiert. Für den Experten eigentlich zu wenig. „40 pro Jahren wären eigentlich nötig“, erklärte er der Politik. „Und auch das wäre noch bescheiden gerechnet, wenn man sich entwickeln will“.

Denn, und das machte er auch deutlich, „wer Wohnraum schafft, muss auch eine Infrastruktur anbieten können“. Letztlich, so Günther, entscheide die Politik, wohin die Reise einer Stadt geht. Wer keinen neuen Wohnraum schafft, der sorge für Stagnation.

FDP: Es besteht dringender Handlungsbedarf

Als sehr informativ bewerteten die Politiker den Vortrag des Experten. „Vor allem im preiswerten Wohnungssegmenten ist kaum was vorrätig“, erklärte Uwe Übelacker von den Grünen. „Aus meiner Sicht haben wir hier dringenden Handlungsbedarf“, sagte Kevin Schneider. Der FDP-Chef zählte auf: „Wir sollten Planungen schaffen, Bestandsbauten sanieren, Leerstand vermeiden und auch Wohnraum für junge Leute schaffen“.

Frank Häusler von der CDU konstatierte: „Wichtig ist für mich: Wir haben scheinbar in der Vergangenheit viele Einwohner liegen lassen“. Man hätte wohl mehr Baugebiete ausweisen müssen. SPD-Chef Dr. Theo Beine hingegen erklärte, „dass das Ausweisen von Baugebieten doch nicht das Ziel sein kann“.

Bürgermeister zieht Fazit

Für Bürgermeister Michael Carbanje war der Vortrag ein guter Input. Sein Resümee des Ganzen: „Wir sollten unbedingt noch einmal unser Leitbild überarbeiten!“ Sprich: Es sollte geschaut werden, wohin Isselburgs Reise in Sachen Wachstum gehen soll.

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