Willibrord-Spital

Philippinische Pflegekräfte helfen bald im Willibrord-Spital

Die ambulante Physiotherapie am Willibrord-Spital in Emmerich wird zum 30. September schließen. Zudem werden demnächst acht Pflegekräfte von den Philippinen für Pro Homine arbeiten.

Die ambulante Physiotherapie am Willibrord-Spital in Emmerich wird zum 30. September schließen. Zudem werden demnächst acht Pflegekräfte von den Philippinen für Pro Homine arbeiten.

Foto: Thorsten Lindekamp / FUNKE Foto Services

Emmerich/Wesel.  Pro Homine plant die Beschäftigung von zunächst acht Fachkräften aus dem Ausland. Ambulante Physiotherapie schließt am Spital in Emmerich.

Mit der Lage bei Pro Homine ist Geschäftsführer Johannes Hartmann zufrieden. Die wirtschaftliche Entwicklung in den beiden Krankenhäusern in Emmerich und Wesel liegen über dem Plan, die neun Senioreneinrichtungen sind zu 99,3 Prozent ausgelastet und erwirtschaften Überschüsse.

Das gilt jedoch nicht für die ambulante Physiotherapie im Haus der Gesundheit in Wesel und im Willibrord-Spital in Emmerich: Die Abteilungen müssen aus wirtschaftlichen Gründen aufgegeben werden. Ein Problem bleibt auch die Entwicklung in der Pflege.

Kräfte werden hier vorbereitet

Der Bedarf wird weiter steigen, so dass die Pro Homine sich entschlossen hat, ausgebildete Kräfte aus den Philippinen anzuwerben. Im Sommer sollen die ersten acht Pflegerinnen die Arbeit und Wesel und Emmerich aufnehmen.

Zwar sind derzeit alle 3000 Stellen bei der Gesellschaft, die das Weseler Marien-Hospital, das Willibrord-Spital in Emmerich und neun Seniorenheime betreibt, besetzt. Doch auch die 260 Auszubildenden und die externen Bewerber reichen nicht aus, um die künftige Versorgung sicherzustellen, erklärt Personalleiterin Sabine Seegers.

Daher wagt Pro Homine einen Versuch: Gemeinsam mit der Arbeitsagentur und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) werden im November acht Fachkräfte auf den Philippinen ausgewählt und zunächst vor Ort sieben bis acht Monate auf die Tätigkeit in Deutschland vorbereitet. Sie werden anschließend in den Krankenhäusern in Wesel und Emmerich eingesetzt – geplant ist, dass vier von ihnen später in die Seniorenheime wechseln.

Sollte diese Lösung sich bewähren, werden weitere Pflegekräfte folgen, erklärt Sabine Seegers. Erste Kliniken zum Beispiel in Münster hätten gute Erfahrungen gesammelt. Da auf den Philippinen über Bedarf ausgebildet werde, würden die Pflegekräfte in ihrem Heimatland nicht fehlen.

Es wird in Deutschland immer schwieriger, Personal zu finden – auch, weil häufig von niedrigen Löhnen in diesem Sektor die Rede ist, wie Pro Homine-Geschäftsführer Johannes Hartmann glaubt. Zu unrecht: „Bei uns verdient keine Pflegekraft unter 38.000 Euro.“

Zum Beweis präsentiert er die Abrechnung einer Pflegekraft im ersten Jahr nach der Ausbildung, die mit Zuschlägen auf gut 39.000 Euro Jahresgehalt kommt. Ähnlich sei es in den meisten Krankenhäusern. Lücken im Pflegesektor entstehen auch deshalb, weil die vorwiegend weiblichen Beschäftigten aus familiären Gründen häufig nicht in Vollzeit tätig sind, erklärt Sabine Seegers

Ab dem 30. September müssen die Patienten in Wesel und Emmerich auf das Angebot der ambulanten Physiotherapie verzichten. Hier decken die Erlöse der Krankenkassen nicht einmal mehr die Personalkosten, berichtet Johannes Hartmann. Für zehn der elf Mitarbeiter konnte intern ein anderer Arbeitsplatz gefunden werden, ein Mitarbeiter unterschrieb einen Auflösungsvertrag.

Stationäre Physiotherapie wird in beiden Häusern weiter angeboten, unverändert weitergeführt wird auch das Haus der Gesundheit in Wesel inklusive Bewegungsbad sowie die kardiologische Reha im Signalhaus an der Schillstraße.

Voran schreiten im Übrigen die Pläne für die Umgestaltung der Eingangshalle im Willibrord-Spital. Das Architekturbüro hat nun die Pläne vorgelegt. Vorgesehen ist ein direkter Zugang vom Haupteingang in die Cafeteria. Im Zuge der Umgestaltung zieht die administrative Aufnahme auf die Station 2A, Pforte und Hostessendienst bleiben im Erdgeschoss. Die Stiftung St. Willibrordus hat sich bereiterklärt, den Umbau der Eingangshalle zu finanzieren. Das Projekt soll, so Pro Homine, Anfang 2020 umgesetzt werden.

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