Konzert

Reeserviert: 60 Zuhörer erleben das verspätete Konzert

Das Programm „Aus dem Walde tritt die Nacht“ war im Vorjahr schon geplant, musste ausfallen und wurde nun in Rees nachgeholt. Mit dabei: Mirjam Hardenberg, (li.) und Anja Speh.

Das Programm „Aus dem Walde tritt die Nacht“ war im Vorjahr schon geplant, musste ausfallen und wurde nun in Rees nachgeholt. Mit dabei: Mirjam Hardenberg, (li.) und Anja Speh.

Foto: Thorsten Lindekamp / Funke Foto Services GmbH

Rees.  Sehr gelungen: Das 2018 ausgefallene Programm „Aus dem Walde tritt die Nacht“ wurde in der Reeserviert-Reihe im Bürgerhaus Rees nun nachgeholt.

Ein Konzert im Bürgerhaus mit dem Titel „Aus dem Walde tritt die Nacht“ hatte Heiner Frost schon im vergangenen Jahr für ein Reeserviert-Konzert vorgesehen. Wegen der Erkrankung einer Sängerin fand zwar ein Konzert statt – jedoch mit anderen Programmpunkten.

Am Sonntag fand nun im Bürgerhaus das Konzert mit dem vom Vorjahr schon bekannten Titel „Aus dem Walde tritt die Nacht“ statt – mit einigen Veränderungen im Lied-und Instrumentalbereich. Als Mitwirkende hatte Heiner Frost verpflichtet: Mirjam Hardenberg (Cello, Sopran), Gabriele Natrop-Kepser (Sopran) und Anja Speh (Klavier).

Spätromantische Reize wurden berücksichtigt

Im Programm waren Beiträge aus der Romantik berücksichtigt. Interessant war die inhaltliche Konzeption. Neben Beiträgen von Antonin Dvorak, die seine starke Liebe für die Volkslieder in seiner böhmischen Heimat erkennen lässt, vergisst Frost auch nicht z.B. den Reiz spätromantischer Kompositionen für Cello und Klavier von Gabriel Faure mit einzubeziehen.

Eine ähnliche Beobachtung konnte man für den zweiten Teil des Konzertes machen. Andre Previn beschäftigte sich viele Jahre mit den Elementen der Romantik, bis er seine Liebe für den Jazz entdeckte. Das Konzert schloss mit Beiträgen eines echten Vertreters der Romantik: Antonin Dvorak.

So hätte sich das Strauß gewünscht

Das Lied, das dem Konzert den Namen gab, wurde von Richard Strauß geschrieben und als op. 10 veröffentlicht. Es beschäftigt sich – wie viele Lieder der Romantik – mit der Natur und Stimmungsschwankungen. In diesem Lied ging es um Stimmungen beim Einbruch der Nacht und die Erinnerung: „Wie einst im Mai!“

Hardenberg am Cello und und Sängerin Natrop-Kepser passten sich im Ausdruck und in der technischen Perfektion gut den von Strauß gewünschten Abstimmungen zwischen Cello und Stimme an. Die Texte zu den Liedern dieses Werkes stammen vom österreichischen Poeten Hermann von Gilm.

Klavier und Gesang waren gut abgestimmt

Das letzte der sechs Lieder von Richard Strauß mit dem Titel „Der Morgen“ gehört nach Meinung der Kritiker zu den schönsten Hochzeitsgeschenken aller Zeiten. Auch hier kann man die ideale Absprache zwischen Klavier und Singstimme bewundern.

In Teil 2 des Konzertes schalten sich nach der solistischen Eingangsbegrüßung des Cellos auch Sopran und Klavier in die spielerische „Vocalise“ ein. Das Stück, in dem nur Vokale gesungen werden, schrieb Andre Previn. Antonin Dvorak, der viel gefeierte tschechische Komponist, erfreute die etwa 60 Besucher (trotz des herrlichen sonnigen Wetters) mit einem erfrischenden Instrumentalstück, ehe alle drei Mitwirkenden aus Dvoraks „Mährischen Duetten“ abschließend musizierten.

Auffällig war die gute Abstimmung der beiden Sopranstimmen und die auch hier feinfühlige Klavierbegleitung Anja Spehs. Da nächste Konzert in der Reihe Reeserviert findet am 26. Dezember um 17 Uhr in der Klosterkirche Aspel statt.

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