Familienkundliche Vereinigung

Verein Mosaik: Kreis Klever Ahnenforscher suchen Nachwuchs

Historische Werke wie dieses Buch wären im Müll gelandet, wenn der Verein Mosaik es nicht aufgenommen hätte. Vorsitzender Thorsten Heeck und seine Mitstreiter bieten es der Öffentlichkeit für Recherchen an.

Historische Werke wie dieses Buch wären im Müll gelandet, wenn der Verein Mosaik es nicht aufgenommen hätte. Vorsitzender Thorsten Heeck und seine Mitstreiter bieten es der Öffentlichkeit für Recherchen an.

Foto: Thorsten Lindekamp / Funke Foto Services GmbH

Kreis Kleve.  Ahnenforschung ist spannend, aber recht zeitaufwendig. Deshalb ist es für den Kreis Klever Verein Mosaik nicht einfach, Nachwuchs zu finden.

Manch einer entdeckt Adelige unter seinen Ahnen. Oder Ritter. „Bei mir waren es nur Taglöhner“, verrät Thorsten Heeck. Und dennoch hatte es den Eltener gepackt, als er mit dem Ahnenpass seines Opas, der Gärtner bei der Stadt Kleve war, mit der eigenen Ahnenforschung anfing. Heute ist es sein Hobby: „Ich habe mittlerweile 2500 Personen in meinem Stammbaum stehen.“ Mehr noch: Thorsten Heeck ist seit März Vorsitzender des Vereines Mosaik, ein familienkundlicher Verein, der im Kreis Kleve tätig ist.

1987 ist der Verein entstanden. Damals gab es noch keine Computer, in denen alles digitalisiert werden konnte. Also wurden Kirchenbücher, Totenzettel, Register, Familienchroniken und Co. aus dem Kreis Kleve und seinem Umfeld feinsäuberlich kopiert. Bis ins Jahr 1625 reichen die Daten zurück. Dies sind oft Informationen, die die Stadtarchive in der Regel nicht erfassen. Mittlerweile zählt es zu den Hauptaufgaben des Vereins, alles zu digitalisieren: „Die Niederländer sind uns weit voraus. Bei denen sind schon 95 Prozent digitalisiert“, verrät Heeck.

Am Computer stöbern oder Papier-Dokumente durchforsten

Mosaik ist an der Emmericher Straße 182 in Kellen, in einem Gebäudeteil des Klever Finanzamtes, untergebracht. Der Verein öffnet sein wertvolles Archiv für die Öffentlichkeit. Dienstags sowie jeden zweiten und vierten Samstag im Monat jeweils von 10 bis 17 Uhr (außer an Feiertagen) können Interessierte recherchieren. Geburten, Hochzeiten, Todestage, ganze Familienstämme lassen sich rekonstruieren: „Das kostet viel Zeit“, weiß Heeck.

„Es sind auch schon Ahnenforscher aus den USA zu uns gekommen“, erinnert sich Heeck. Manche forschen für sich, andere brauchen Hilfe. Die Ehrenamtlichen des Vereins, von denen sieben im Vorstand vertreten sind, stehen helfend zur Seite. An acht Computern können die digitalen Archive durchforstet werden. Etliches ist aber auch noch nicht digitalisiert und kann in Papierform durchstöbert werden, was auch seinen Charme hat. Und längst nicht alles, was online zu finden ist, ist auch korrekt.

Nachwuchssorgen: Die Recherchen sind zeitaufwendig

Nicht selten kommen Ahnenforscher aus Interesse häufiger. In diesem Fall macht eine Jahresmitgliedschaft für 25 Euro Sinn. Mitglieder zahlen einen Euro Eintritt, Nichtmitglieder fünf Euro. Pro Kopie fällt auch ein Euro an. Nur so können die Unterhaltskosten für Mosaik gestemmt werden. Der Verein zählt 264 Mitglieder und wird von 42 Partnervereinen unterstützt. Zudem erscheint viermal im Jahr ein Heft mit interessanten Informationen.

In 2018 haben 430 Personen das Mosaik-Archiv aufgesucht. Tendenz sinkend. Denn das Bistum Münster hat auf der Internetseite Matricula-Online Kirchenbestände digitalisiert. So lässt sich vieles auch online finden. „Wir haben Probleme Nachwuchs zu finden. Es ist ein zeitaufwendiges Hobby“, gibt Heeck zu. Denn, wer zu genealogischen Zwecken in Stadtarchiven und ähnlichen Einrichtungen recherchiert, ist an deren Öffnungszeiten gebunden. „Man muss allerhand lesen“, sagt Heeck, der sich über die Jahre ein gutes Auge für historische Schriften angeeignet hat – und auch hier haben nicht alle säuberlich geschrieben.

>> Datenschutz in der Genealogie

Übrigens gilt bei der Ahnenforschung auch Datenschutz. Wer in seiner Familie recherchieren will, ist für einen gewissen Zeitraum auf sich selbst gestellt: 110 Jahre in grader Linie sind nur beim Standesamt erhältlich, weil sie datenschutzrechtlich geschützt sind. Bei einer Heirat gilt der Schutz über 80 Jahre. Beim Tod 30 Jahre.

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