Historie

Vor 50 Jahren stürzte ein Starfighter in Isselburg ab

Flugzeugabsturz vor 50 Jahren. Zeitzeugen Gerd Borkens und Maria Nehling trafen sich an dieser Stelle im Vehlinger Wald.

Flugzeugabsturz vor 50 Jahren. Zeitzeugen Gerd Borkens und Maria Nehling trafen sich an dieser Stelle im Vehlinger Wald.

Foto: Markus Joosten / FUNKE Foto Services

Isselburg.  Am 22. September 1969 stürzte ein niederländischer Starfighter von Anholt kommenden in der Nähe des Wolfsees ab. Es hätte Anholt treffen können.

Ältere Isselburger können sich sicherlich noch erinnern – vielleicht nicht an das genaue Datum, aber an den Flugzeugabsturz im Vehlinger Wald. Am 22. September ist es genau 50 Jahre her, dass der niederländischer Starfighter F 104 G mit der Nummer 6671 von Anholt kommend um 11.15 Uhr über den Vehlinger Wald raste, die Baumwipfel abrasierte und mit einem ohrbetäubendem Knall explodierte und in der Nähe des Wolfsees abstürzte.

Starfighter zerfetzte Bäume

Er hinterließ eine über 100 Meter lange Schneise, zerfetzte Bäume und den Helfern bot sich ein grausiges Bild. Auf dem ersten Blick war diesen auch klar, dass der 39-jährige Pilot, Hero Musch, der als erfahrener Pilot galt, verheiratet war und Vater von drei Kindern, diesen Absturz nicht überlebt haben konnte.
Die Maschine war erst zehn Minuten vorher auf dem niederländischen Luftwaffenstützpunkt Volkel gestartet. Der Pilot hatte auch über Funk keinen Hilferuf abgesetzt.

Beiden hatten einen großen Schutzengel

Ganz besonders ist dieses Ereignis auch heute noch in den Köpfen von Maria Nehling und Gerd Borkens. Bernhard Siemkes, der Vater von Maria Nehling, und Gerd Borkens hatten an diesem Tag einen großen Schutzengel. Bis etwa eine Stunde vor dem Absturz waren die beiden im Vehlinger Wald mit Forstarbeiten beschäftigt und hatten genau an der Absturzstelle gearbeitet.


„Nun ist es genau ein halbes Jahrhundert her,“ meinte dann auch Maria Nehling, „doch es kommt mir so vor, als ob es erst vor kurzem geschehen ist. Ein Ereignis, das in meiner Kindheit geschah und das ich nicht mehr vergessen kann.“

Maria Nehring hatte große Angst vor Düsenjägern

Es sei kurz nach den Sommerferien gewesen, erinnert sich Maria Nehring. Sie ging in die 2. Klasse der Grundschule in Anholt. Am Mittag dann erzählten ihre Eltern von dem Flugzeugabsturz. Für sie war das damals ein schlimmes Ereignis, da sie schon immer vor diesen fürchterlich lauten Düsenjägern Angst gehabt hatte.

Und wenn ihr Vater, und das tat er immer einmal wieder, später von diesem Ereignis erzählte, war er immer sehr bewegt. Die Maschine sei nämlich sehr niedrig geflogen mit einer großen Schleife über Anholt hinweg, mit einer Runde in Richtung Isselburg und war dann im Vehlinger Wald mit einem dumpfen Knall aufgeprallt.

Pilot riskierte sein Leben

Im Nachhinein ist bekannt geworden, dass der Pilot nicht, um sich zu retten, seinen Schleudersitz betätigt habe, da er dann den Starfighter unkontrolliert über Anholt hätte verlassen müssen. Er hat die Maschine unter Einsatz seines Lebens im Wald abstürzen lassen. Vielen Menschen hat er damit unter Umständen das Leben gerettet. Nicht auszudenken, wenn der Starfighter das Krankenhaus oder die Schule getroffen hätte.
Für Maria Nehling ist Hero Musch ein Held und sie fände es gut, wenn die Stadt Isselburg eine der entstehenden neuen Straßen im Linders Feld nach diesem Helden benennen würde.

„In den ganzen Jahren blieb mir dieses Ereignis im Gedächtnis“, fügte Nehling hinzu, „und daher machte ich mich in diesem Jahr nochmal auf Spurensuche. Ich wollte etwas über den Menschen erfahren, der letztendlich durch den Verlust seines Lebens vielleicht vielen Menschen das Leben gerettet hat.“

Sie nahm Kontakt auf mit Gerd Borkens, der damals hautnah das Unglück mitbekommen hat und dieser fand in einer Schublade seiner Mutter auch noch alte Zeitungsartikel, die über das Unglück berichteten.
„Die breite Schneise kann man heute noch sehen“, erzählte Borkens, „und auch die drei Bäume, die damals nicht dem Unglück zum Opfer gefallen sind, stehen heute noch.“

Maria Nehring will noch mehr in Erfahrung bringen

Vor vier bis fünf Wochen hat Maria Nehring bei einem Spaziergang noch ein Stück Stahl gefunden, von dem sie denkt, dass dieses noch ein Stück vom Starfighter sein könnte. Maria Nehring will jetzt versuchen, über das Geldersche Dagblatt oder auch über das Internet etwas über die Familie des verstorbenen Piloten zu erfahren und darüber hinaus auch etwas über den Piloten selber.

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