Bauen

26 Prozent mehr Wohnungen im EN-Kreis gebaut

Investor Bonava baut am früheren Bahnhof Loh 81 Wohneinheiten. Das Bild stammt aus der Rohbau-Phase.

Investor Bonava baut am früheren Bahnhof Loh 81 Wohneinheiten. Das Bild stammt aus der Rohbau-Phase.

Foto: Andreas Gruber / Westfalenpost Schwelm

Ennepe-Ruhr.  Bauherren im Ennepe-Ruhr-Kreis investierten im Jahr 2018 insgesamt 93 Millionen Euro.

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Im vergangenen Jahr wurden kreisweit insgesamt 666 Wohnungen gebaut – darunter 224 in Ein- und Zweifamilienhäusern. Das sind 26 Prozent mehr als im Vorjahr. Hierbei investierten Bauherren 93 Millionen Euro, wie die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt mitteilt. Die IG BAU Westfalen Mitte-Süd beruft sich dabei auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes.

IG BAU-Bezirksvorsitzender Friedhelm Kreft sieht beim Neubau jedoch „deutlich Luft nach oben“. Entscheidend sei, was gebaut werde: „Die Wohnungen müssen zum Portemonnaie und zur Lohntüte der Menschen passen. Es kommt darauf an, vor allem bezahlbare Wohnungen und Sozialwohnungen zu bauen.“ Dazu sei es dringend erforderlich, die steuerliche Abschreibung (AfA) im Mietwohnungsbau dauerhaft von derzeit zwei auf drei Prozent zu erhöhen.

Sechs Milliarden Euro

Darüber hinaus brauche der soziale Wohnungsbau eine Förderung von mindestens sechs Milliarden Euro pro Jahr durch Bund und Länder – und das kontinuierlich für die nächsten Jahre. In diesem Jahr unterstütze der Bund den Bau von Sozialmietwohnungen mit lediglich 1,5 Milliarden Euro, ab 2020 werden die Mittel sogar auf eine Milliarde abgesenkt. Zudem fallen pro Jahr rund 80.000 Sozialwohnungen aus der befristeten Mietpreisbindung heraus – deutlich mehr als in den letzten Jahren neu gebaut wurden.

Bau braucht Perspektive

„Der Bau braucht eine Perspektive. Und die bekommt er durch eine dauerhaft wirksame und verlässliche Förderung. Nur dann werden in der gesamten Prozesskette – von der Baustoffherstellung bis zur Verarbeitung auf dem Bau – die dringend notwendigen Kapazitäten ausgebaut. Und das bedeutet zusätzliche Fachkräfte und sichere Arbeitsplätze, zusätzliche Produktionsstraßen und Baumaschinen“, sagt Bezirkschef Friedhelm Kreft. Die Baubranche müsse die Gewissheit haben, dass alles, worin sie investiert, auch in zehn Jahren noch gebraucht werde.

Kritik an Politik

Genau diese Signale fehlten allerdings in der Wohnungsbaupolitik: So schaffe etwa das zeitlich begrenzte Baukindergeld keine nachhaltigen Impulse. Statt in den Neubau fließe die Förderung hier oft in den Kauf von alten Gebäuden. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden 2018 bundesweit rund 285.000 Wohnungen gebaut. „Damit hinkt die Große Koalition ihrem Ziel, pro Jahr 375.000 neue Wohnungen zu schaffen, deutlich hinterher“, so die IG BAU.

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