Brückenabriss

A1 bei Hagen nach Vollsperrung seit Montagfrüh wieder frei

1200 Tonnen Schutt lagen am Samstag auf der voll gesperrten A1. Am Montagmorgen war die Strecke wie geplant wieder frei.

1200 Tonnen Schutt lagen am Samstag auf der voll gesperrten A1. Am Montagmorgen war die Strecke wie geplant wieder frei.

Foto: Jens Pommerenke / AirPictures.de / Privat / WP

Gevelsberg.  Die Autobahn 1 ist nach ihrer Sperrung zwischen Wuppertal und Hagen seit Montagfrüh wieder frei. Ärger über rücksichtslose Baustellen-Touristen.

Nach der Vollsperrung der A1 zwischen Wuppertal und Hagen ist die Autobahn am Montagmorgen wie geplant für den Verkehr frei gegeben worden. Während der Sperrung kam es zu Verkehrsproblemen. Und der Landesbetrieb Straßen.NRW hatte auf der Baustelle mit noch ganz anderen Problemen zu kämpfen.

„Ratatatatam, ratatatatam, ratatatatam“ dröhnte es über Stunden durch Silschede und am Börkey. Ein krachend-tosendes „Rumms“ beendete am Samstagnachmittag das laute Knattern, das sich ohne Pause durch die gesamte Nacht auf Samstag gezogen hatte. Verursacht hatten das die riesigen Bagger, die mit ihren Meißeln die Brücke Eichholzstraße bearbeiteten, bis das marode Bauwerk in sich zusammenkrachte und punktgenau in das Kiesbett fiel, das die Bauarbeiter zuvor zum Schutz der Fahrbahn aufgeschüttet hatten.

1200 Tonnen Schutt abtransportiert

"Zumindest von unserer Seite aus spricht da überhaupt nichts gegen“, sagt ein entspannter Patrick Remke am Sonntag. Er ist Bauleiter der Firma Amand und seit Freitag permanent vor Ort. Unter seiner Regie haben die Bagger Stunde um Stunde die alte Brücke über der Autobahn abgeknabbert und nach deren Zusammenbrechen die 1200 Tonnen Schutt abtransportiert. Eine enge Geschichte – schließlich durften weder die Behelfsbrücke, die zwischenzeitlich auch für vier Stunden gesperrt war, noch die Fahrbahn der Autobahn beschädigt werden.

Die lange im Vorfeld angekündigte Maßnahme hatte Auswirkungen im gesamten Bundesland, denn für den Brückenabriss wurde die A1 pünktlich am Freitag um 18 Uhr zwischen Kreuz Wuppertal Nord und Westhofener Kreuz gesperrt. Die ersten Umleitungsmaßnahmen begannen bereits in Münster wo der Verkehr in Richtung Süden von der A1 auf die A43 abgeleitet wurde.

Staus und Ärger über Baustellen-Touristen

So irrten hunderte Autos mit Kennzeichen aus ganz Europa durch Hagen und den Ennepe-Ruhr-Kreis. Vor allem zu dem Zeitpunkt, als die Behelfsbrücke zusätzlich gesperrt war, bildete sich von der Auffahrt zur A43 in Sprockhövel bis weit nach Silschede hinein und in Richtung Börkey ein langer Stau.

Eng wurde es auch an der Baustelle, denn der Abriss der Brücke inklusive der gesperrten Autobahn war am Wochenende die Sensation in der Stadt. Manche dokumentierten pausenlos die Arbeiten in den sozialen Netzwerken. Einige von ihnen ließen jedoch jegliche Vorsicht und jedes gute Benehmen zurück. Familien mit Kindern spazierten über die A1 und schossen Selfies. „Bei dem ganzen Bauverkehr der kreuz und quer unterwegs ist, ist das unglaublich gefährlich“, sagt Andreas Berg, Pressesprecher der Landesbehörde Straßen NRW, die die Maßnahme geplant und durchgeführt hatte. Und auch vor Sachbeschädigung schreckten viele nicht zurück. Sie zerrissen den Spritzschutz, der an der Behelfsbrücke angebracht war, um Fußgänger und Autos vor umherfliegenden Betonteilen zu bewahren, an etlichen Stellen, damit sie freie Sicht sowie Foto- und Filmbahn in Richtung der Arbeiten hatten.

Arbeiten auch in Wetter und Hagen

Auch die Absperrungen zur Baustelle, auf der schwere Maschinen unterwegs waren und wo Absturzgefahr herrschte, sahen manche maximal als Empfehlung an: „Plötzlich steht ein Typ in Sandalen ohne Sicherheitsweste und Helm im abgesperrten Bereich, und erzählt uns, er müsse jetzt privat ein paar Fotos machen“, sagt Patrick Remke, der etliche weitere Beispiele aufzählen kann.

Zum Glück sei niemandem etwas passiert und am Wichtigsten sei, dass alles wie geplant funktioniert habe – auch an den weiteren Baustellen in Wetter und Hagen. Dort wurden im Zuge der Gevelsberger Baustelle gleich auch Arbeiten an Autobahnbrücken vorgenommen.

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