Ausstellung

Autobauer, Rennfahrer und Maler

Erich Bitter hat nicht nur Traumautos entwickelt.

Erich Bitter hat nicht nur Traumautos entwickelt.

Foto: WP

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Schwelm. Erich Bitter findet es schwer, Wasser so zu malen, dass der Betrachter das Gefühl hat, als ob es sich auch bewegt. Ab heute, 6. Juni, 19 Uhr, können sich Besucher im Haus Martfeld davon überzeugen, ob dem Autodesigner und ehemaligem Rad- und Autorennfahrer diese schwere Aufgabe gelungen ist. Zum ersten Mal wird es eine große Ausstellung mit Werken des gebürtigen Schwelmers geben.

Jede Menge kreatives Potenzial

Erich Bitter war erfolgreicher Radrennfahrer, ebenso erfolgreicher Motorsportler und machte sich später einen Namen als Importeur sowie Produzent von Rennfahrer-Bekleidung und als Autodesigner. Dass in ihm jede Menge kreatives Potenzial vorhanden ist, bedarf vermutlich keiner weiteren Beschreibung.

Schon in den 1940er Jahren begann Erich Bitter, als er noch ein Kind war, sich mit dem Zeichnen und Malen zu beschäftigen. Später in Schwelm, nach dem Zweiten Weltkrieg, nahm er Privatunterricht bei dem Schwelmer Maler Heinrich Schulte. Erich Bitter malte Aquarelle, aber auch in Acryl und später in Öl. Teilweise benutzte er neben Pinsel auch Spachtel, um die Farbe auf die Leinwand aufzutragen. Inspiration und Motive für seine Kunst fand und findet Bitter meist in seinem direkten Umfeld. Er malt zum Beispiel bergische Hügellandschaften und einsame Strand- und Meeresszenen. Das Licht- und Farbenspiel von Wasser und Himmel fasziniert ihn. Er hat den Ehrgeiz, die Dynamik in der Bewegung des heranrollenden Meeres einzufangen. „In Kalifornien habe ich gemerkt, wie schwer es ist, Wasser so zu malen, dass es sich auch bewegt“, sagt er.

Personendarstellungen, Frauenakte und Selbstbildnisse gehören ebenfalls zu seinen Werken. Die Malerei des Vaters dreier Töchter ist beeinflusst vom Stil der Münchner Schule, von Malern wie Max Liebermann, Alexander Koester oder Giovanni Segantini. Er selbst nennt seinen Stil „impressionistisch und gegenständlich“, wobei das impressionistische Element überwiegt. Beim Malen gehe es ihm wie bei seinem Lieblingssport, dem Marathonlaufen: „Keiner kann mir reinreden, da kann ich ganz der sture Westfale sein und machen was ich will. Außerdem bin ich mit mir allein. Es macht stolz, etwas geschaffen zu haben, ohne zu wissen, woher man dieses Talent hat.“ Eine Werkauswahl des vielseitigen Mannes war in Schwelm erstmals im vergangenen Jahr anlässlich seines 80. Geburtstags zu sehen. Nun können alle Interessierten seine Werke in einer großen Ausstellung im Haus Martfeld betrachten.

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