Verkehr

Ennepetal: Bald Atempause auf Dauerbaustelle Kölner Straße

Die Arbeiten an den Versorgungsleitungen haben zu erheblichen Beeinträchtigungen geführt und stellen Verkehrsteilnehmer und Anwohner seit Monaten auf die Geduldsprobe.

Die Arbeiten an den Versorgungsleitungen haben zu erheblichen Beeinträchtigungen geführt und stellen Verkehrsteilnehmer und Anwohner seit Monaten auf die Geduldsprobe.

Foto: Gruber

Ennepetal.  Verkehrsteilnehmer und Anwohner in Ennepetal sind wegen der Dauerbaustelle auf der Kölner Straße genervt. In wenigen Tagen wird sich etwas ändern.

Es ist eine Dauerbaustelle, von der Verkehrsteilnehmer und Anwohner hörbar genervt sind. „Das geht nun schon so lange, was ist da eigentlich los?“, lauten die immergleichen Fragen. Nun gibt es eine gute Nachricht. Der heimische Energieversorger AVU ist mit seinen Leitungsarbeiten an der viel befahrenen Kölner Straße zwischen Rahlenbecker Tunnel und der Zufahrt zum früheren Aldi in wenigen Tagen durch. Doch die Nerven werden schon bald wieder auf die Zerreißprobe gestellt. Noch in diesem Sommer wird der gesamte Abschnitt erneut zur Dauerbaustelle.

„Anfang Juni sind wir fertig“, erklärte AVU-Sprecher Jörg Prostka. Dann kann der Energieversorger seine Baustelle abräumen und den Abschnitt an die Stadt übergeben. Beendet ist dann für die AVU eine der aufwendigsten Sanierungsmaßnahmen der vergangenen Monate, wie Prostka erklärt. Komplett erneuert wurde sowohl die große Trinkwasserleitung, eine der Haupttransportleitungen vom Wasserwerk Rohland nach Schwelm, wie auch die dicke Hochdruck-Gasleitung, die eine der wichtigsten Verbindungen für den Energieträger im südlichen Ennepe-Ruhr-Kreis darstellt, wie der AVU-Sprecher zu berichten weiß.

Dringend Zeit für Erneuerung

In beiden Fällen war es dringend Zeit für eine Erneuerung. Die Gasleitung, die die AVU einst von der Ruhrgas übernahm, stammt aus dem Jahr 1912. Sie wurde ersetzt durch eine im Durchmesser 30 Zentimeter dicke Hochdruck-Leitung. Die Trinkwasserleitung ist sogar noch älter. Sie wurde 1907 verlegt. „Das ist da noch die erste Leitung“, so Jörg Prostka. Weil auf beide Versorgungsstränge während der Bauzeit nicht verzichtet werden konnte, mussten überirdisch teilweise provisorische Leitungen gelegt werden, während unterhalb der Straßenkante die alten abschnittsweise durch neue Leitungen ersetzt wurden.

Damit nicht genug. Die AVU erneuerte zeitgleich auch die alte Stromleitung. „Dabei handelt es sich um eine normale Niederspannungsleitung, eigentlich nichts besonderes“, erklärte Prostka. Und da ohnehin längs der Straße gearbeitet wurde, zog der Versorger gleich ein Glasfaserkabel mit ein und baute noch Leerrohre ein, durch die in Zukunft Leitungen gezogen werden können, ohne die Straße erneut aufreißen zu müssen. Zum Gesamtpaket gehört auch, dass die alte Trafostation am Rahlenbecker Tunnel ersetzt wurde durch eine modernere, die nun auf dem Gelände des Betriebshofes steht.

„Diese Baumaßnahme war für uns eine der größeren, weil sie mit den Kanalarbeiten und dem Straßenbau koordiniert werden musste“, erklärte der AVU-Sprecher. Damit spricht er an, was Verkehrsteilnehmer und Anwohner so auf die Palme bringt. Die aktuellen AVU-Arbeiten zwischen Rahlenbecker Tunnel und dem ehemaligen Aldi folgten auf die Erneuerung der Kanalisation und auf die Straßensanierung der Kölner Straße zwischen Heilenbecker Straße und Rahlenbecker Tunnel ab Herbst 2018.

Die ehemalige B 7 musste dafür abschnittsweise vollgesperrt werden, der Verkehr über Monate einen Umweg über Oelkinghausen machen. Und wenn die AVU die Baustelle in wenigen Tagen räumt, wird es nicht lange dauern, bis die Stadt an gleicher Stelle mit dem Bau des Kreisverkehrs und der Fahrbahnsanierung beginnt. Geplant ist das ab Juli, spätestens August.

Für viele Menschen ist es ein Ausnahmezustand, bei dem gefühlt kein Ende in Sicht scheint. Tatsächlich wird es noch Monate dauern, bis dort wieder „Normalzustand“ herrscht. Immerhin: In Kürze ist eine wichtige Etappe auf dem Weg dorthin endgültig abgehakt.

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