Vereinsleben

Beim VGS Königsfeld kehrt langsam Ruhe ein

Der im September gewählte Vorstand des Vereins für Gesundheitssport und Rehabilitation ( VGS ) Königsfeld hat den Verein offenbar in ein ruhigeres Fahrwasser geführt.

Der im September gewählte Vorstand des Vereins für Gesundheitssport und Rehabilitation ( VGS ) Königsfeld hat den Verein offenbar in ein ruhigeres Fahrwasser geführt.

Foto: WP

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Ennepetal. Die Lage beim Verein für Gesundheitssport und Rehabilitation an der Klinik Königsfeld (VGS) hat sich beruhigt. Das wurde in der Jahreshauptversammlung am Mittwoch deutlich. Allerdings sind nach den Turbulenzen im vergangenen Jahr noch nicht alle Rechtsstreitigkeiten mit den ehemaligen Vorstandsmitgliedern abgeschlossen. Erstmals nach drei Jahren mit zum Teil erheblichen Verlusten sieht der Haushaltsplan für das laufende Jahr wieder einen Überschuss vor.

2014 hatte der VGS sich von der Vorsitzenden Dr. Luzia Grommes und Stellvertreterin Sabina Hiby getrennt, da ihnen vorgeworfen wurde, den Verein nicht transparent geführt, finanziell in eine gravierende Schieflage gebracht und sich ohne Auftrag der Mitglieder Vergütungen zugestanden zu haben.

Dr. Luzia Grommes hatte per Einstweiliger Verfügung versucht, die Rechtmäßigkeit der Versammlung im Juli, in der sie abgewählt worden war, anzufechten. „Das Verfahren ist mittlerweile erfolgreich für uns abgeschlossen“, erklärte der 2. Vorsitzende des VGS, Ulrich Voelzke. Zudem habe man sich vor dem Arbeitsgericht mit Grommes verglichen. Demnach endete das Arbeitsverhältnis zum 30. September – einen Monat früher als bei fristgerechter Kündigung. Im Hinblick auf die fristlose Kündigung der Zweiten Vorsitzenden und Übungsleiterin Sabina Hiby erklärte Voelzke, dass es am 14. April einen Termin vor dem Arbeitsgericht geben werde.

Defizit 2014 kleiner als befürchtet

Die neue Vorsitzende Eva Dopke berichtete, dass das Defizit für das Jahr 2014 mit 38 000 Euro geringer ausgefallen sei, als zunächst kalkuliert. Die Prognose nach Aufnahme der Geschäftstätigkeit des neuen Vorstandes hatte 70 000 Euro betragen. „Wenn wir nicht die Notbremse gezogen hätten, hätte das Minus bei 115 000 Euro gelegen“, erinnerte Dopke. Um die Rücklagen nicht komplett aufzubrauchen, habe man Abrechnungen mit Krankenkassen zügig vorgenommen, um im alten Jahr noch Geld einzunehmen. „Das hat die Liquidität verbessert, aber nicht die Rentabilität“, betonte sie. Mit einer Senkung der Personalkosten um ein Viertel auf 294 000 Euro – ohne Kurse einzuschränken – soll 2015 wieder ein Überschuss möglich gemacht werden. Insbesondere die Verwaltungsausgaben – allein der alte Vorstand habe 85 000 Euro ausgemacht – sollen reduziert werden. Enthalten in den Personalkosten sind Vergütungen für zwei Vorstandsmitglieder. Geschäftsführer Janek Zachow wird neben seiner Übungsleitertätigkeit auch für seine Verwaltungsarbeitentlohnt und ein Vollzeitgehalt erhalten. Die Vorsitzende Eva Dopke bekommt eine Aufwandspauschale für ihre ehrenamtliche Tätigkeit.

„Dass der Verein noch existiert, ist fast ausschließlich dem neuen Vorstand zu verdanken“, sagte Jörg Weiss, der mit Ulrich Mülheims die Kasse geprüft hatte. „Das ist aber nicht nur ehrenamtlich zu leisten.“ Die Mitglieder – 267 waren im Haus Ennepetal anwesend – bewilligten mit großer Mehrheit die Vergütungsregelungen. Auch gab es mehrfach Applaus für den Vorstand.

Satzungsentwurf vorgestellt

Auf Vorschlag der beiden Kassenprüfer wurde der Vorstand für das Jahr 2014 allerdings nicht entlastet. Es sei aufgrund der aktuellen Satzung keine umfassende Prüfung möglich“, erklärte Ulrich Mülheims. Zudem sei nicht klar, ob tatsächlich alle Belege vorgelegen hätten, und es könnten sich Tatsachen durch laufende externe Ermittlungen noch ändern. Nicht zuletzt könne sich durch die Entlastung, die auch den alten Vorstand betreffe, die Position in den rechtlichen Auseinandersetzungen verschlechtern.

Neben Neustrukturierung und -organisation des operativen Geschäfts soll der VGS Königsfeld eine neue Satzung erhalten. Wesentliche Änderungen beziehen sich auf die Zusammensetzung des Vorstandes der neben Vorsitzendem, zwei Stellvertretern und Kassenwart einen Leiter Sport und Technik sowie je einen Vertreter der Mitglieder und der Übungsleiter vorsieht. Die Trennung in geschäftsführenden und erweiterten Vorstand soll es nicht mehr geben. Zudem sind im Hinblick auf die erreichte Größe des Vereins Anforderungen an die Vorstandsmitglieder bezüglich ihrer Kenntnisse formuliert. Auch werden Vergütungsregelungen präzisiert. Grundsätzlich sollen die Vorstandsmitglieder ihre Arbeit aber weiter ehrenamtlich vornehmen. Die Kassenprüfer sollen künftig die gesamten Vereinsgeschäfte prüfen.

Die Mitglieder haben nun bis zum 30. Juni Zeit, Kritik und Anregungen einzureichen. In der Mitglieder 2016 soll die neue Satzung dann verabschiedet werden.

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