Feiern

Bereicherung fürs Schwelmer Heimatfest

Eine Aufnahme aus dem vergangenen Jahr und nicht zu vergleichen mit früheren Zeiten, als es noch überall Außengastronomie mit Sitzgelegenheiten gab. Die Menschen feiern im Stehen vor El Gecco und „Zur Oberstadt“ .

Eine Aufnahme aus dem vergangenen Jahr und nicht zu vergleichen mit früheren Zeiten, als es noch überall Außengastronomie mit Sitzgelegenheiten gab. Die Menschen feiern im Stehen vor El Gecco und „Zur Oberstadt“ .

Foto: Privat

Schwelm.   Die SPD will eine alte Tradition zu neuem Leben erwecken: Die Außengastronomie auf der Kölner Straße am Heimatfestwochenende.

Viele Schwelmerinnen und Schwelmer erinnern sich gerne zurück an die Zeiten, als an Heimatfestabenden auf der Kölner Straße das Leben blühte. Menschen trafen sich dort nach dem Ende der Kirmes, um an der „längsten Theke der Stadt“ weiter zu feiern. Es wäre schön, wenn das auch in Zukunft wieder so sein könnte, meint die SPD und hat dazu jetzt eine Anfrage an die Stadt gestellt.

Die längste Theke der Stadt

„Die Außenbewirtung in der Kölner Straße war über Jahrzehnte ein wesentlicher Bestandteil unseres Heimatfestes und seiner Kirmes“, benennt Ralf Bosselmann als stellvertretender Geschäftsführer der SPD-Fraktion gute Gründe, die alte Tradition wieder aufleben zu lassen. „Am Heimatfestwochenende war es in Schwelm üblich, abends und nachts – auch lange nach Ende der Kirmes – noch in der Kölner Straße an der längsten Theke der Stadt zu feiern.“ Er hat in seinem privaten Fundus ein Foto entdeckt, dass in einer jener Nächte aufgenommen wurde. Darauf zu sehen sind dicke Trauben von Menschen, die unter der aufgehängten Wäsche an den Ständen vor den Geschäften dicht gedrängt zusammenstehen.

Das alles ist schon eine Weile her, denn, wie Ralf Bosselmann ausführt: „Unter dem Eindruck der Love-Parade-Katastrophe im Jahr 2010 wurde das Sicherheitskonzept für das Heimatfest geändert“. Eine der Folgen: Die bis dahin übliche und weit über die Stadt hinaus bekannte und geschätzte Außenbewirtung in der Kölner Straße wurde während der Festtage untersagt.

Der Grund: Im neuen Sicherheitskonzept ist die Kölner Straße Fluchtweg für den Bereich der Altstadt. Außengastronomie, also das Aufstellen von Tischen und Stühlen, wird während des Heimatfestes nicht gestattet, weil es im Gefahrenfall zum Hindernis werden kann.

Auch das Abstellen von Fahrzeugen ist dort während des Heimatfestes nur eingeschränkt gestattet. Die Parkregelung (für Bewohner) tritt übergangsweise außer Kraft und wird ersetzt durch ein temporäres Halteverbot. Im vergangenen Jahr galt das Halteverbot am Heimatfest-Freitag und -Samstag von 19 Uhr bis 6 Uhr.

„Wir können den Sicherheitsaspekt natürlich nachvollziehen, fanden es aber jedes Jahr schade, dass es das alles auf der Kölner Straße nicht mehr gibt“, erklärte Ralf Bosselmann. „Und dieses Jahr hatten wir uns gedacht: Lass uns doch mal früh genug schauen, ob es nicht doch eine Möglichkeit gibt“.

Möglichkeiten überprüfen

Die SPD-Fraktion hat dazu nun eine Anfrage an die Stadt gestellt, mit der Bitte zu prüfen, „welche Möglichkeiten aus Sicht der Verwaltung bestehen, um während des Schwelmer Heimatfestes künftig wieder eine Außenbewirtung in der Kölner Straße – gegebenenfalls unter Anpassung des Sicherheitskonzeptes einschließlich der Fluchtwege sowie Beschränkung der zulässigen Flächen und/oder Zeiten – zu ermöglichen“.

Denn für die Sozialdemokraten ist klar, wie sie in ihrer Begründung mitteilen: „Eine solche Tradition erhöht maßgeblich den Anreiz von Brauchtumsveranstaltungen und lässt eine Stadt für Besucher deutlich sichtbarer und attraktiver erscheinen“. Zahlreiche Beispiele aus der näheren und weiteren Umgebung – von der Gevelsberger Kirmes über das Olper Schützenfest bis zum Karneval im Rheinland – würden belegen, dass Brauchtum und Kneipenkultur zusammen gehören, wozu auch eine Außenbewirtung gehöre.

Im öffentlichen Interesse

Die SPD spricht in ihrer Anfrage von einem weit verbreiteten und nachvollziehbaren Wunsch nach einem ausgelassenen Feiern in der Kölner Straße. Die Fraktion ist sogar überzeugt, dass die Wiederbelebung der alten Tradition unter Berücksichtigung der Sicherheitsaspekte „im öffentlichen Interesse unserer Stadt liegt.“

Das Heimatfest als eine der größten und besucherstärksten Veranstaltungen in der Region mit einer jahrhundertealten Tradition werde durch eine Außenbewirtung bereichert und würde gestärkt dastehen im Wettbewerb mit den anderen Großveranstaltungen in der Region.

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