Coronavirus

Corona: EN-Kreis verdreifacht die Tests mit Station

Die Übergabe der Röhrchen und des Infomaterials nehmen die Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes in kompletter Schutzkleidung vor, um das Infektionsrisiko zu minimieren.

Die Übergabe der Röhrchen und des Infomaterials nehmen die Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes in kompletter Schutzkleidung vor, um das Infektionsrisiko zu minimieren.

Foto: UvK / Ennepe-Ruhr-Kreis / WP

Schwelm.  Coronavirus: Der Ennepe-Ruhr-Kreis hat eine stationäre Diagnostik auf dem Parkdeck des Kreishauses eingerichtet.

Das Coronavirus verlangt den Mitarbeitern des Ennepe-Ruhr-Kreises sowie sämtlicher Hilfsorganisationen von Tag zu Tag neue Höchstleistungen ab. Nicht nur die Zahl der Infizierten steigt weiter, vor allem die Anzahl derjenigen, die auf eine mögliche Infektion getestet werden sollen, schnellt nach oben. Nachdem der Kreis binnen weniger Tage immer weiter auf nun vier Fahrzeuge aufgestockt hat, die den Abstrich bei den Menschen in den neun Städten zu Hause abholen, reicht auch das nicht mehr aus. Seit Donnerstag ist das Parkdeck des Kreishauses in Schwelm zur stationären Abstrichstelle umgebaut.

„Wir müssen natürlich noch einige Dinge optimieren“, sagt Ingo Niemann, Pressesprecher des Kreises auf Nachfrage dieser Zeitung. Aber schon am ersten Tag wird klar: Der Andrang ist groß. Lange Autoschlangen reihen sich vor der Einfahrt auf. Das Prinzip ist denkbar einfach und funktioniert wie die „Drive in“-Einbahnstraße beim Fast-Food-Restaurant. In einem Zelt auf dem Parkdeck können etwa 100 Abstriche pro Tag genommen werden – zusätzlich zu den ungefähr 60 Tests, die der Kreis täglich mit der mobilen Diagnostik durchführt. Heißt: Der Kreis hat die maximale tägliche Testzahl mit der Einrichtung der stationären Abstrichstelle auf einen Schlag nahezu verdreifacht.

Ein Fahrstreifen des Westfalendamms oberhalb des Kreishauses ist abgeriegelt. Hier darf einfahren, wer zuvor vom Krisenstab einen Termin für die stationäre Diagnostik erhalten hat. Fritz Pickhardt, Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks, deutet auf einen Aufsteller, auf dem das Prozedere erklärt ist.

THW kontrolliert die Einfahrt

Die Autofahrer werden gebeten, in ihren Fahrzeugen sitzen zu bleiben und ihren Personalausweis an die geschlossene Fensterscheibe zu halten. Ihre Namen gleicht Pickhardt mit seiner Liste ab. Wer darauf steht, darf bis zum Zelt fahren. Dort erhalten alle Insassen, die getestet werden sollen, ein Röhrchen mit Teststäbchen. Den Abstrich in ihrem Rachen nehmen sie selbst, dann geben sie das Röhrchen zurück. Schließlich bekommt jeder ein Infoblatt, worauf steht, wie die Getesteten über das Ergebnis informiert werden und wo und wann sie die Behandlungszentren in Witten und Herdecke erreichen können.

„Das Drive-in-Verfahren ist eine gute Ergänzung unseres mobilen Angebots“, stellt Astrid Hinterthür, Leiterin des Krisenstabs, zufrieden fest, nachdem die ersten Autos die stationäre Diagnostik nur wenige Minuten nach Ankunft schon wieder verlassen haben. „Gleichzeitig ist das Infektionsrisiko minimiert. Kontakt gibt es nur bei der Übergabe der Teströhrchen und des Infomaterials. Und die zuständigen Mitarbeiter des DRK tragen von Kopf bis Fuß Schutzkleidung.

Für die mobile Diagnostik fahren vier Fahrzeuge täglich jeweils etwa 15 Adressen in den neun kreisangehörigen Städten ab, um möglichen Corona-Patienten einen Abstrich in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. „Diese Methode nutzen wir weiterhin“, sagt Hinterthür. „Wer kein eigenes Fahrzeug hat, wer zu krank ist oder für wen der Weg nach Schwelm zu beschwerlich ist, der erhält den Abstrich auf diesem Weg.“ Ein weiterer Ausbau der nun vorhandenen Diagnostikkapazitäten ist durch den Ennepe-Ruhr-Kreis derzeit nicht geplant.

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