Bauernmarkt in Ennepetal

Ennepetal: Bauernmarkt am Ahlhauser Hammer unter Strom

Imker Jürgen Schmidt lockt die Besucher des Bauernmarkts unter anderem mit dem „Ahlhauser-Hammer-Honig“.

Imker Jürgen Schmidt lockt die Besucher des Bauernmarkts unter anderem mit dem „Ahlhauser-Hammer-Honig“.

Foto: Angelika Trapp

Ennepetal.  Mit dem Bauernmarkt hat nach dem Stromausfall am Ahlhauser Hammer in Ennepetal wieder die erste Veranstaltung stattgefunden.

Natürlich ist es angenehmer, bei Sonnenschein über einen Bauernmarkt zu schlendern. „Der Stromausfall war schlimmer als die paar Tropfen Regen“, schmunzelte Ewald Kätzler, Eigentümer des Ahlhauser Hammers. Zweieinhalb Monate lang gab es hier wegen einer defekten Trafo-Station keinen Strom (wir berichteten). Aber wenn es dann wieder fluppt, kann man strahlen. Und das tat das Ehepaar Kätzler, trotz der Regengüsse am Samstag.

„Die Aussteller sehen das gelassen, die sind es gewöhnt, dass samstags nicht so viel los ist; am Sonntag läuft es immer besser“, sagte Gudrun Kätzler. Nun konnte die erste Veranstaltung nach dem Stromausfall, der dritte Bauernmarkt am Ahlhauser Hammer, unter dem Motto „Wir stehen wieder unter Strom“ durchgeführt werden. Wem es zu nass war, der konnte in dem urigen Mittelbau, in dem der Kamin angeworfen wurde, Platz nehmen.

Der Förderverein Ahlhauser Hammer hatte zudem dafür gesorgt, dass der Weg vom Schloss Ahlhausen bis zum historischen Schmiedestandort wieder begehbar wurde. Ewald Kätzler, Vorsitzender des Fördervereins, hatte sich noch zwei Tage zuvor selbst auf die Socken gemacht, um die Strecke, die vom Förderverein ausgeschildert wurde, zu kontrollieren. So konnten Besucher zunächst einen Spaziergang durch den Herbstwald unternehmen, obwohl gerade dort von Wald nicht mehr viel zu sehen ist. „Alles wurde abgeholzt“, schimpften Besucher. Die Schönheit auf der Strecke sei dahin.

Beim Bauernmarkt auf dem weitläufigen Gelände des Ahlhauser Hammers im idyllisch gelegenen Tal der Ennepe wurden am Samstag und Sonntag Obst, Blumen, regionale Produkte wie Honig, Fleisch und Wurst, Kunsthandwerk, Lederwaren, ofenfrisches Brot von Harry Kaiser, Kinderbekleidung und Wolle, Marmeladen und Gelees, Currywurst sowie Fisch angeboten. Neu war der Herr, der Cannabis-Produkte anbot – der junge Verkäufer, der auch Hundekekse verkaufte, konnte sich über viel Zulauf freuen.

Künstler Max Morlok pries Gelee von der Apfelquitte, die er Richtung Hasperbach von einer wilden Hecke gepflückt und dann verarbeitet hatte, an. Morlok verriet auch, dass er wieder den kleinsten Weihnachtsmarkt der Region betreiben wolle – mit seiner neu gefertigten Hütte. Die werde vom 1. bis 24. Dezember auf dem Milsper Marktplatz stehen. Imker Jürgen Schmidt lockte mit dem „Ahlhauser-Hammer-Honig“.

„Die Bienen haben hier in Ahlhausen Nektar gesammelt“, erklärte Schmidt. Aber nun sei die Honigernte so gut wie abgeschlossen, hin und wieder würde noch das Springkraut angeflogen. Die Drohnen, die männlichen Bienen, seien aus dem Stock geworfen worden, da sie keine Aufgabe mehr zu erfüllen brauchen. Lediglich die Wasserträger seien noch unterwegs, erläuterte Schmidt, der zehn verschiedene Honigsorten im Angebot hatte.

An beiden Tagen waren die Schmiede, die die Tradition regelmäßig im Ahlhauser Hammer pflegen, aktiv. Und dort durften nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene wie Reiner Gräfingholt aus Altenvoerde, den Hammer schwingen. Der Bauernmarkt werde regelmäßig stattfinden, erklärte Ewald Kätzler, einmal im Frühjahr zur Blütezeit und einmal zur Erntezeit im Herbst. Und so gehe es nun weiter, unterrichtete der „Häuptling“, wie Kätzler auch genannt wird, der mit Ehefrau Gudrun nichts unversucht lässt, die Menschen anzulocken, auch, um den bereits vor mehr als 400 Jahren dokumentierten Schmiedestandort zu erhalten.

Da wegen des Stromausfalls Absagen geplanter Veranstaltungen vom Heimatverein Milspe, von der Senioren-Union und von der Kulturgemeinde gekommen seien, würden diese Veranstaltungen im neuen Jahr nachgeholt. Der Mittelbau, der eine neue Außenhaut erhalten habe, könne von jedermann für Feierlichkeiten wie Hochzeit oder Geburtstag gebucht werden. Der Raum kann geheizt werden und biete zahlreichen Personen Platz. Daneben sollen dort Filmvorführungen über Ennepetal stattfinden und ein Autor aus Schwelm werde dort Lesungen veranstalten. Im Dezember werde der Förderverein, so Kätzler, Planungen in Angriff nehmen für das erste sowie das zweite Halbjahr 2020.

Fahrdienst geplant

Auf jeden Fall würden aber zwei Bauernmärkte, zwei Naturtage und ein Schmiedefeuerfest angeboten und im Rahmen der Veranstaltung „Ennepetal auf Rollen und Rädern“ werde man sich auch traditionell beteiligen. Geplant sei auch, da eine Verkehrsanbindung zum Ahlhauser Hammer fehlt, einen Fahrdienst zu einer bestimmten Uhrzeit bei Veranstaltungen einzurichten, den Ehrenamtliche übernehmen – vom Freizeitbad Platsch bis zum Ahlhauser Hammer. Wer sich da einbringen möchte, könne sich gern an Ewald Kätzler – 0178/2931922 – wenden. Als nächstes stehe aber erst einmal das kleine Mittelalterfest mit Abendkonzert der Band „Amulett“ am 23. November ab 15 Uhr an, das das Neustarterteam des Fördervereins organisiert habe.

Es werde Schmiedevorführungen geben, Marktstände, Schaukämpfe, ein Geschichtenerzähler werde vor Ort sein, dazu gebe es Fleisch vom Grill und Knuspriges aus dem Holzofen sowie Met, Bier und alkoholfreie Getränke. „Ich bin zufrieden, am Wetter lässt ich nichts drehen. Ich freue mich, dass doch etliche Leute den Bauernmarkt besucht haben“, so Ewald Kätzler. „Ich wollte eigentlich am Sonntag in die Pilze gehen“, sagte Max Morlok. „Aber hier trifft man so viele interessierte Menschen, die die Natur zu schätzen wissen, dass ich noch einen Tag länger auf dem Bauernmarkt meinen Stand betreibe.“ Der Erlös des Bauernmarktes soll, wie alle Aktivitäten des Fördervereins, dazu dienen, den Schmiedestandort zu erhalten, betonte Ewald Kätzler.

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