VGS Königsfeld

Ennepetal: Zoff nach Kündigungen beim VGS Königsfeld

Idyllisch gelegen ist die Klinik Königsfeld in Ennepetal. Ruhe kehrt allerdings beim Verein für Gesundheitssport und Rehabilitation seit Jahren nicht ein. Aktuell sorgen Kündigungen für Ärger und Mitgliederproteste.

Idyllisch gelegen ist die Klinik Königsfeld in Ennepetal. Ruhe kehrt allerdings beim Verein für Gesundheitssport und Rehabilitation seit Jahren nicht ein. Aktuell sorgen Kündigungen für Ärger und Mitgliederproteste.

Foto: Hans Blossey / WP

Ennepetal.  VGS Königsfeld in Ennepetal: Mitglieder gehen nach Kündigungen von Übungsleitern auf den Vorstand los.

Ruhe und wenig Stress sind eigentlich sehr wichtig für zum Beispiel die Herzsportgruppen beim Verein für Gesundheitssport und Rehabilitation (VGS) an der Klinik Königsfeld. Davon ist allerdings aktuell nicht viel zu spüren. Erneut fliegen hinter den Kulissen heftig die Fetzen. Der Vorstand hat langjährige Mitarbeiter gekündigt, einige der Vereinsmitglieder gehen auf die Barrikaden. Nach gegenseitigen Vorwürfen, Unruhe in den Verein zu bringen, soll nun eine außerordentliche Mitgliederversammlung am, Montag, 23. September, um 18 Uhr im Haus Ennepetal Klarheit schaffen. Dies ist keine neue Situation für den VGS, denn seit mehr als fünf Jahren brodelt es immer wieder bei den Gesundheitssportlern. Mehrfach hat es Vorstandswechsel nach größeren und kleineren Querelen gegeben,. zuletzt im Jahr 2017.

Vorstand will Altlasten beseitigen

Das erklärte Ziel des seit diesem Tag amtierenden Vorstands um Vorsitzende Eva Dopke lautete: Im Verein aufräumen, Altlasten beseitigen, den Klüngel vor die Tür kehren und vor allem, den schlingernden VGS wieder auf sein finanziell sicheres Fundament zu stellen. Das lief auch darüber, dass Personal ausgetauscht wurde. Der VGS hat einige Bürokräfte und zahlreiche Übungsleiter für den Gesundheitssport angestellt. Acht Entlassungen soll es laut Detlef Mittelstädt und Helmut Kolb, die beide Vereinsmitglieder sind und dort Gesundheitssport betreiben, gegeben haben. Die letzte Kündigung ihrer Übungsleiterin brachte sie dazu, sich an den Vorstand zu wenden. „Wir wollten wissen, warum die Frau gehen musste. Aus unserer Sicht war sie eine der besten Therapeutinnen, die wir überhaupt hier hatten“, sagt Helmut Kolb.

Mitglieder verlangen Informationen

Die beiden wandten sich mündlich und mehrfach schriftlich an Vorsitzende Eva Dopke. „Eine Antwort blieb aus. Sie sagte lediglich, dass sie uns die Gründe für die Kündigung nicht mitteilen müsse“, sagt Mittelstädt, der danach seit Juli darauf hingearbeitet hat, dass eine außerordentliche Versammlung der knapp 1400 Mitglieder stattfindet. Schließlich sei diese das höchste Gremium des Vereins, setze den Vorstand überhaupt erst ein und diese habe eine Verpflichtung darüber, die Mitglieder zu informieren.

Teilnehmer sollen Angst um ihre Gesundheit haben

Nach langem Hin und Her hat der Verein nun die Einladungen an seine Mitglieder versandt und Punkt 5 der Tagesordnung lautet „Information zur Personaldisposition“. Bis es so weit war, hatten Mittelstädt und Kolb unter anderem Unterschriften gesammelt, zig Gespräche geführt und auch massiv schriftlich Druck auf den Vorstand ausgeübt, sich zu den Personalveränderungen zu äußern. Aus ihrer Sicht hat der VGS enorm an Fachlichkeit eingebüßt. Es gebe Teilnehmer in den Herz- und Lungengruppen, die nicht mehr zu den Stunden erscheinen, weil sie laut Kolb und Mittelstädt Angst hätten, die Übungen könnten sogar ihrer Gesundheit schaden. Aus ihrer Sicht sei insbesondere im Fall der bislang letzten Kündigung eine fachlich hervorragende und hoch engagierte Kollegin ohne ersichtlichen Grund vor die Tür gesetzt worden.

Keine Kündigung soll ohne Grund erfolgt sein

Weil die erste Vorsitzende, Eva Dopke, aktuell im Urlaub weilt, bezieht ihre Stellvertreterin Elke Aschebrock Stellung zu den Anschuldigungen. „Fachlich war die Kollegin exzellent. Das ist auch nicht der Grund der Kündigung. Sie könne aber als Arbeitnehmer zum Beispiel ihre Arbeitszeiten nicht verlegen wie sie wollen“, sagt die VGS-Vize. Keine der Kündigungen sei grundlos oder überraschend ausgesprochen worden. „In jedem Fall haben wir im Vorfeld zahlreiche Gespräche geführt und erst reagiert, als sich Situationen nicht verbessert haben“, sagt Elke Aschebrock, die betont, dass sie niemanden leichtfertig vor die Tür setzen würde und verweist auf ihre Betriebsratsarbeit bei der ehemaligen Firma Peddinghaus in Gevelsberg, wo sie sich stets sehr für die Belange der Mitarbeiter eingesetzt habe.

Duo soll Mitglieder aufwiegeln

Warum dann aber der ganze Ärger? „Die gekündigte Mitarbeiterin hat insbesondere die beiden Herren vor ihren Karren gespannt. Die wiegeln jetzt alle Mitglieder auf zum Beispiel mit ihren Unterschriftensammlungen.“ Aus ihrer Sicht bleibe das Angebot des Gesundheitssportvereins ohne Qualitätsabstriche aufrecht erhalten. Der jetzige Stress im Verein sei bitter. „Es ist klar, dass in einem Prozess, in dem wir den kompletten Verein restrukturieren nicht jeder zufrieden ist. Klar ist aber auch, dass man nicht einfach weiter machen kann wie bisher - auch personell“, sagt Elke Aschebrock.

Und nun? Beide Parteien hoffe darauf, dass auf der Mitgliederversammlung Klarheit geschaffen wird, sich die verhärteten Fronten lösen und der VGS Königsfeld nach fünf Jahren fast durchgehenden Theaters tatsächlich einmal in ruhiges Fahrwasser gelangt.

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