Hans-Jürgen Braselmann

Ennepetaler AfD-Fraktionsvorsitzender kündigt Rückzug an

„Mir ging es ausschließlich um Ennepetaler Belange und nicht um AfD-Politik“: Hans-Jürgen Braselmann will in nächster Zeit sein Mandat niederlegen.

„Mir ging es ausschließlich um Ennepetaler Belange und nicht um AfD-Politik“: Hans-Jürgen Braselmann will in nächster Zeit sein Mandat niederlegen.

Foto: Hans-Jochem Schulte / WP

Ennepetal.  AfD-Fraktionsvorsitzender Hans-Jürgen Braselmann ist nach eigener Aussage aus der Partei ausgetreten und will sein Ratsmandat niederlegen.

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Der Vorsitzende der AfD-Fraktion im Rat der Stadt Ennepetal, Hans-Jürgen Braselmann, hat seinen Rückzug aus den politischen Gremien angekündigt. Er werde nicht mehr für den nächsten Rat kandidieren und sein Mandat „in der nächsten Zeit“ niederlegen, erklärte der 76-Jährige. Darüber hinaus gab Braselmann bekannt, aus der AfD ausgetreten zu sein.

„Nach nunmehr über 60 Jahren Berufstätigkeit wird mein jüngster Sohn, Andreas, Nachfolger für das Familienunternehmen. Der Generationenwechsel muss genau geplant werden und erfordert viel Zeit. Dadurch habe ich in den nächsten Jahren keine Zeit ein Ratsmandat voll auszufüllen“, begründet der selbstständige Immobilienkaufmann seinen Schritt.

Gerne habe er seine Gedanken und Ideen eingebracht, zum Beispiel zu Fußgängerzone und Haus Ennepetal. „Meine Idee, das Rathaus mit Veranstaltungsräumen nach Milspe an den Standort Haus Ennepetal zu verlegen, wird vielleicht von den beiden großen Parteien aufgenommen“, meint er. „Das jetzige Rathaus könnte gut ein Alten- und Pflegezentrum werden.“

Braselmann war 2014 in den Ennepetaler Rat eingezogen. Er sei vom AfD-Kreisverband gefragt worden, ob er als Spitzenkandidat in Ennepetal antreten wolle und dann in Abwesenheit auf Listenplatz 1 gewählt worden, schildert er rückblickend. Die Partei hatte damals 4,1 Prozent der Stimmen und damit zwei Ratsmandate erreicht. Gemeinsam mit Frank Scherie bildet Braselmann die AfD-Fraktion.

Ennepetaler Belange

„Mir ging es ausschließlich um Ennepetaler Belange und nicht um AfD-Politik“, erklärt Braselmann nun. 2014 seien andere Leute an der AfD-Spitze gewesen, zum Beispiel Bernd Lucke. Heute gebe es eine Gruppe um Björn Höcke, die er nicht unterstützen könne, so Braselmann. „Daher bin ich aus der AfD ausgetreten.“

Vor seinem Eintritt bei der AfD gehörte Hans-Jürgen Braselmann fast 30 Jahre lang der CDU an. Er stand bei den Christdemokraten auch einmal auf der Reserveliste bei der Kommunalwahl, allerdings auf einem hinteren Platz.

Wer für Hans-Jürgen Braselmann in den Rat nachrücken wird, wenn er sein Mandat niedergelegt hat, ist offen. Nachrücken kann gemäß Kommunalwahlgesetz NRW nur, wer seinen Wohnsitz in Ennepetal hat und der betreffenden Partei noch angehört. Die Reserveliste der AfD für die Kommunalwahl 2014 hatte neben Braselmann und Frank Scherie nur drei weitere Namen enthalten. Platz drei hatte Daniel Gräfe inne, der aber schon kurz nach der Wahl nach einem Zerwürfnis mit der Partei austrat. Platz vier besetzte Rainer Müller, der inzwischen ebenfalls seine AfD-Mitgliedschaft gekündigt hat. Auf Platz fünf stand Antje Scherie, die als sachkundige Bürgerin stellvertretendes Mitglied in verschiedenen Ausschüssen ist. Voraussichtlich wird sie nun von der Stadt angeschrieben, ob sie in den Rat nachrücken will. Für den Fall das sie ablehnt, bliebe der Sitz mangels weiterer Kandidaten unbesetzt. Nimmt sie das Mandat wahr, würde sie mit ihrem Sohn die AfD-Fraktion bilden.

Beim AfD-Kreisverband beschäftigt man sich nicht mit der Nachrückerfrage für Ennepetal. Man stelle sich gerade für die Kommunalwahl 2020 auf, die Partei habe sich seit der Wahl vor fünf Jahren erheblich verändert, erklärte AfD-Kreisvorsitzender Matthias Renkel auf Nachfrage dieser Zeitung. Insofern bestehe von seiner Seite kein Interesse, Einfluss auf eine Personalie für die letzten Monate der laufenden Ratsperiode zu nehmen.

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