Sieger der zehnten Staffel

Ennepetaler „Kultgarage“-Fuchs geht an Matthias Jung

Im Haus Ennepetal begeistert Matthias Jung mit seinem Programm „Chill mal – Am Ende der Geduld ist noch viel Pubertät übrig“ das Publikum. Viele Besucher fühlen sich offenbar verstanden.    

Im Haus Ennepetal begeistert Matthias Jung mit seinem Programm „Chill mal – Am Ende der Geduld ist noch viel Pubertät übrig“ das Publikum. Viele Besucher fühlen sich offenbar verstanden.    

Foto: Heike Büchsenschütz

Matthias Jung hat den Ennepetaler „Kultgarage“-Fuchs 2019 gewonnen. Im Haus Ennepetal nahm er nun den Comedy-Preis in Empfang.

Ennepetal. 98 Prozent Zustimmung aus dem Publikum für seinen Umgang einem Problemthema: Matthias Jung ist der Gewinner des „Kultgarage“-Fuchses 2019. Am Donnerstag nahm der Comedian aus Mainz den Preis im Haus Ennepetal entgegen. Mit seinem Programm „Chill mal – Am Ende der Geduld ist noch viel Pubertät übrig“ hatte er im Juli an gleicher Stätte die Zuschauer – darunter viele betroffene Eltern, aber auch der eine oder andere Teenager – begeistert.

An seinen Auftritt kann er sich recht gut erinnern („Es war ein sehr warmer Tag, es waren viele Teenager da und ich habe nette Gespräche geführt.“) – zumal im Anschluss noch ein Foto von ihm gemacht wurde. „Auf der Rückfahrt hat auf der A1 ein Blitzgerät zugeschlagen. Da habe ich noch gedacht ,So ein toller Auftritt, aber jetzt bleibt Dir das davon im Gedächtnis.’“ Doch mit der Auszeichnung überwiegt nun wieder das Erfreuliche. „Das ist mal ein schöner Auftritt, einfach irgendwo hinzukommen und direkt etwas zu bekommen“, sagt er bei der Übergabe des gewichtigen Preises aus Stein und Metall, der daneben auch mit 500 Euro dotiert ist.

Inzwischen gilt Matthias Jung, der zwei einschlägige Bücher geschrieben hat („Dein Ernst, Mama?: So peinlich kommen wir nicht mehr zusammen“ und „Chill mal“) als der lustigste Jugendexperte im ganzen Land. Bei seinen eigenen Kindern,( zwei und acht Jahre), hat er noch Schonfrist, daher dient ihm die Facebook-Gruppe „Keep Cool Mama!“ zum Thema Pubertät, deren Co-Leiter er ist und die 12.000 Mitglieder hat, als Quelle für sein Schaffen. „Da habe ich in den letzten fünf Jahren alles aufgesaugt“, meint er. Sein Erfolg beruhe nicht zuletzt darauf, dass Eltern merken würden, dass sie nicht allein sind. „Ich bin aber auch auf der Seite der Teenager“, betont er. Zum Beispiel erkläre er den Eltern, dass es für ihre Kinder eigentlich erst halb fünf sei, wenn sie um halb sieben aufstehen müssen.

Erster Preis war „Arsch mit Ohren“

Studiert hat Matthias Jung Pädagogik in Landau und das mit Diplom abgeschlossen. „Ich wäre in der Schule gelandet. Aber dann dachte ich mir, dass das Publikum bei meinen Auftritten auf der Bühne motivierter ist und außerdem dafür zahlt.“ Er habe schon in der Schule gerne Theater gespielt und sich bevorzugt die lustigen Rollen ausgesucht, erzählt der 41-Jährige. Und so machte er die Comedy zu seinem Beruf. Nicht zuletzt war er als Autor aktiv, etwa für die RTL-Show „7 Tage, 7 Köpfe“, für „TV total“ und auch für die „heute-show“. Und vor seinen beiden Pubertätsbüchern schrieb Jung, der aus der Dorfgemeinde Hüffelsheim bei Bad Kreuznach stammt, unter dem Titel „Meine erste Ampel“ einen „Stadtführer für Landeier“. Der Kulturschock, den er als Landbewohner in der Großstadt erlitten hatte, diente auch als Stoff für seine ersten Auftritte, bevor er seinen Schwerpunkt auf die „Generation Teenietus“, so der Name seines vorherigen Programms, verlegte.

In früheren Jahren hatte Jung bereits an Wettbewerben teilgenommen und den „Arsch mit Ohren“ beim Internationalen Gaukler- und Kleinkunstfestival 2004 in Koblenz und den „Bockleter Brunnenschöpfer“ 2005 gewonnen. Eigentlich mache er das nicht mehr, weil es schwierig sei, unterschiedliche Arten der Comedy gegeneinander antreten zu lassen. Dass es sich bei der Kultgarage um einen Wettbewerb handelt, habe er erst nach dem Auftritt erfahren. Das sei aber eine andere Form, da jeder Künstler an einem Tag allein auftritt. „Es geht uns allen darum, dass die Zuschauer einen schönen Abend haben.“

Bianca Euteneuer, Leiterin des Kulturbereichs in der Stadtverwaltung, hatte bei Matthias Jungs Auftritt viel Spaß. „Es war nicht albern. Auch wenn er immer den Witz mitgenommen hatte, stand doch auch etwas Ernsthaftes dahinter“. Am Ende landeten nach dem Gastspiel fast nur grüne Karten der Besucher in der Box, die die Kluterthöhle und Freizeit GmbH & Co. KG aufgestellt hatte. Und so ging der Kultgarage-Fuchs, der eben ein Publikumspreis ist, in diesem Jahr an Matthias Jung.

Reihe wird 2020 fortgesetzt

2020 veranstaltet die Kluterthöhle und Freizeit GmbH & Co. KG mit Unterstützung des Kulturbereichs der Stadt und der Sparkasse die elfte Staffel. „Ich bin gerade dabei, die Auftritte zusammenzustellen und schaue mir einige Künstler an“, erklärt Erika Schneider, die die Reihe federführend organisiert. Voraussichtlich im Januar werde das Programm stehen. „Wir wollen ein paar Sachen ändern“, sagt sie. Wie gewohnt seien aber fünf Termine in den Monaten Mai bis September geplant. Ebenso bleibt der Auftrittsort, das Haus Ennepetal, unverändert.

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