Wartung

Ennepetaler Platsch ist wieder blitzblank

So gut wie geschafft: Patrick Schneider arbeitet mit Hochdruck an der Sauberkeit des Sportbeckens.

So gut wie geschafft: Patrick Schneider arbeitet mit Hochdruck an der Sauberkeit des Sportbeckens.

Foto: Andreas Gruber

Ennepetal.  Die Wartungsarbeiten im Ennepetaler Hallenbad laufen auf Hochtouren. Danach wird sich im Platsch auch technisch einiges verbessert haben.

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Die Becken sind leergepumpt, die Duschen abgedreht, der Eingang verschlossen. Und doch herrscht im Platsch-Hallenbad momentan reges Treiben. Die Kluterthöhle & Freizeit Verwaltungs- und Betriebs-GmbH & Co. KG nutzt die Sommerpause diesmal aber nicht nur für die üblichen jährlichen Wartungs- und Reparaturarbeiten. Es wird auch in die Technik investiert, wovon die Badbesucher später profitieren.

Patrick Schneider, Fachangestellter für Bäderbetriebe, hält den Hochdruckreiniger fest in der Hand. Mit hartem Wasserstrahl entfernt er gezielt die letzten Schlieren auf den Fliesen, die nach dem mehrtägigen Reinemachen der Becken noch zu sehen sind. Grundreinigung heißt das Ganze und geht weit über die Unterhaltungsreinigung während des Jahres im laufenden Betrieb hinaus. Erst wenn die 670.000 Liter aus dem großen Becken und die 320.000 Liter aus dem Variobecken abgelassen sind, sehen Patrick Schneider und seine Kolleginnen und Kollegen, wie sauber die Becken und das Drumherum wirklich sind. Erst dann kommen sie an all die Ecken und Kanten dran, bei denen auch der beste Saugroboter – der im Platsch regelmäßig Runden dreht – an seine Grenzen kommt.

Reinigung und Pflege

„Wenn ein Jahr lang Wasser im Becken ist, gibt es immer irgendwo Schmutzspuren. Dann ist eine intensive Reinigung nötig“, erklärt Badleiter Volker Külpmann. Also werden die Seitenwände und die Böden der Becken, sobald sie geleert sind, mit einem Spezial-Reinigungsmittel eingesprüht, nach der Einwirkphase mit der Bürste kräftig abgeschrubbt und schließlich mit dem Hochdruckreiniger blitzblank abgespült.

Die Reinigung ist das eine bei der Revision, die am 5. August startete. Die Möglichkeit zur technischen Kontrolle und zur Reparatur von Schäden das andere. Nur bei abgelassenem Wasser kann das Platsch-Team sicher erkennen, ob alle Fliesen heil sind oder einige ausgetauscht werden müssen, ob das Chlorwasser den Fugen zugesetzt hat oder ob die Hubtechnik unterm Boden des Variobeckens in einwandfreiem Zustand ist.

Badleiter Volker Külpmann kann Gutes berichten: „Als noch Wasser im Becken war, bin ich unter den Hubboden getaucht und war überrascht, wie sauber es dort war. Das Wasser hatte eine richtig gute Qualität“ – was Indiz für eine funktionierende Filtertechnik ist. Auch der Antrieb und die Scheren der 2018 eingebauten neuen Hubtechnik seien in einwandfreiem Zustand, freut sich Volker Külpmann, dass die Wartungsarbeiten in diesem Jahr keine bösen Überraschungen brachten. Denn auch ohne sie kostet die jährliche Revision (inklusive der Grundreinigung aller Bereiche wie Duschen, Umkleiden etc.) zwischen 50.000 und 70.000 Euro.

Wartung der Badtechnik

Darin enthalten sind allerdings auch etliche Arbeiten, die sich im Kellergeschoss, der Herzkammer der Badtechnik, abspielen. Dort muss beispielsweise der ganze „Schmodder“ entsorgt werden, der sich im Laufe der Monate am Boden des Schwallwasserbehälter, in den das ablaufende Beckenwasser fließt, angesammelt hat. Haare, Hautschuppen, Kunststoffreste von den Schwimm-Nudeln, Pflaster und vieles mehr haben sich vor dem ersten Filter der Wasseraufbereitung zu einer bis zu 20 Zentimeter dicken Schlammschicht zusammengematscht. Die Pampe wird von einer Spezialfirma abgesaugt und muss als Industrieschlamm entsorgt werden, berichtet Volker Külpmann.

Investitionen

Doch im Keller laufen nicht nur die üblichen Wartungsarbeiten. Das Platsch nutzt die Zeit auch für langfristige Investitionen. Beispielsweise wird in diesem Jahr die Abwassertechnik des Bades erneuert. Ein vollautomatisches Zwei-Schichtfilter-System (u.a. mit Aktiv-Kohlefilter) ersetzt das alte Ein-Schichtfilter-System. Das kostet zwar 100.000 Euro. Die neue Technik ist dafür aber effektiver und einfacher zu bedienen. Außerdem garantiert es die Einhaltung von Abwasser-Grenzwerten, was mit dem alten System nur mit hohem Aufwand zu schaffen war. Die Anlage der Firma Ledos steht schon. Aktuell schaltet das Unternehmen Hermes-Systeme aus Wildershausen bei Bremen, das sich später auch um die Steuerung kümmern wird, die Schalttechnik auf.

Freibad-Umbau spielt Rolle

Auch der Umbau des Freibades zum Naturbad spielt im Hallenbad momentan eine große Rolle. Die Leittechnik im Haus wird gerade umgestellt, Verkabelungen und Schaltungen werden teils neu geknüpft. Das ist nötig für die neue Telefonanlage im Bad und für die neue Videoüberwachung einschließlich der Baustellenüberwachung.

Im Kellergeschoss wird sich auch was ändern. Für das Naturfreibad wird die Einleitung des Ennepe-Wassers neu verrohrt. Das Flusswasser fließt im Untergeschoss des Hallenbades zwar wie gehabt zuerst in den großen Sand-Mehrschichtenfilter. Er filtert die gröbsten Partikel heraus. Das Freibadwasser wird aber nicht mehr – wie bisher – durch die Wasseraufbereitung (Chlor) des Hallenbades geleitet, sondern muss daran in einen eigenen Vorratsfilter geführt werden. Die Arbeiten für die neue Verrohrung starten in Kürze, erklärte Volker Külpmann.

Ausblick: Neue Belüftung

Da das neue Naturbad eine eigene Wassertechnik bekommt, kann die alte fürs Freibad, die sich im Untergeschoss des Hallenbades befindet, demontiert werden. Das schafft Platz für eine neue Belüftungsanlage für das Hallenbad, die 2021 eingebaut werden soll, wie Badleiter Külpmann erklärte.

Sie wird nicht nur effektiver und energiesparender sein. Der Wohlfühlfaktor im Bad wird dadurch auch steigen. Dank der neuen Technik kann die Ausbalancierung der unterschiedlichen Raumtemperaturen (Duschen, Umkleide, Schwimmhalle) noch einmal verbessert werden. Badbesucher werden es spüren, wenn es an den Übergängen weniger zieht und sie weniger bibbern.

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