Schadstoffmessungen

Erhöhte PCB-Werte nahe Ennepetaler Gewerbegebiet gemessen

Im Umfeld des Gewerbegebietes in Oelkinghausen ist eine erhöhte PCB-Belastung festgestellt worden.

Im Umfeld des Gewerbegebietes in Oelkinghausen ist eine erhöhte PCB-Belastung festgestellt worden.

Foto: BAUER, Dirk / WAZ FotoPool

Ennepetal.  Bei Schadstoffmessungen im Umfeld des Gewerbegebietes in Oelkinghausen ist eine erhöhte PCB-Belastung festgestellt worden.

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) hat im Auftrag des Ennepe-Ruhr-Kreises Schadstoffmessungen im Umfeld des Gewerbegebietes in Oelkinghausen durchgeführt. Dabei sind laut Kreis erhöhte PCB (Polychlorierter Biphenyle)-Werte festgestellt worden. Bei PCB handelt es sich um giftige, krebsauslösende organische Chlorverbindungen. Bezüglich einer möglichen Gefahr für die Gesundheit von Anwohnern äußerte sich das LANUV auf Nachfrage nicht. Man müsse zunächst das Ende der Analysen abwarten.

Die aktuellen Messungen hätten sich im Zuge der Umweltüberwachung des Ennepe-Ruhr-Kreises und durch Hinweise aus der Bevölkerung an das Umweltamt ergeben, wie es in einer Mitteilung des Kreises heißt. Aufgefallen seien unter anderem kleine Partikel – die als weißen Flocken ähnlich beschrieben worden seien, so Sprecherin Kira Scheven.

Auch Hinweise auf einen auffälligen Geruch seien eingegangen. Hinweisgeber seien wenige Anwohner aus Oelkinghausen. Daraufhin habe das LANUV ein sogenanntes Screening, sprich ein Testverfahren durchgeführt.

In Löwenzahnpflanzen entdeckt

Nach ersten mündlichen Mitteilungen des LANUV seien dabei erhöhte PCB-Werte in Löwenzahnpflanzen entdeckt worden. Wegen dieser ersten Erkenntnisse würden nun für weitere Untersuchungen in diesem Gebiet Behälter mit Grünkohlpflanzen aufgestellt, um eine mögliche Luftverunreinigung unabhängig vom Boden zu messen.

Diese Behälter wurden am Donnerstag aufgestellt. Grünkohl eigne sich hervorragend als Bioindikator, da sich auf der großen Blattoberfläche mögliche Schadstoffe aus der Luft absetzen und anschließend vom LANUV analysiert werden könnten.

„Die Grünkohluntersuchungen sind genauer, weil sie über einen längeren Zeitraum gehen“, erklärt Birgit Kaiser de Garcia, Sprecherin des LANUV. Ob die gemessenen Werte gesundheitlich bedenklich seien, könne man nicht sagen. „Deshalb machen wir ja die Analyse“, betont Kaiser de Garcia.

Ende September sollen weiterführende Bodenproben folgen. Offizielle Ergebnisse aus den vorangegangenen Löwenzahn-Proben erwartet das Umweltamt des Kreises im September.

Umfangreiche Ergebnisse 2020

Mit Ergebnissen und einem umfangreichen Bericht des Landesamtes (LANUV) zu den jetzt aufgestellten Grünkohl-Proben könne voraussichtlich erst im April 2020 gerechnet werden, heißt es in der Mitteilung des Kreises weiter.

Das liege in der notwendigen Expositionszeit, der Wachstumsphase des Grünkohls und der zeitaufwendigen Analyse sowie der wissenschaftlichen Beurteilung der Ergebnisse durch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz begründet.

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