Auch Kita Fliednerhaus auf Weg

Familienzentrum im Haus Ennepetal erhält erneut Gütesiegel

Erste Schritte auf dem Weg zum Familienzentrum macht der Kindergarten im Haus Ennepetal im Jahr 2006 mit der Einrichtung eines Elterncafés. Hier kochen Kinder und Eltern zur Eröffnung Kürbisgerichte.

Erste Schritte auf dem Weg zum Familienzentrum macht der Kindergarten im Haus Ennepetal im Jahr 2006 mit der Einrichtung eines Elterncafés. Hier kochen Kinder und Eltern zur Eröffnung Kürbisgerichte.

Foto: Archiv/Volker SPECKENWIRTH

Ennepetal.  Die Kita im Haus Ennepetal zählte zu den Piloteinrichtungen, die sich als Familienzentrum qualifizierten. Nun erhielt sie wieder das Gütesiegel.

Der Kindergarten im Haus Ennepetal zählte 2006/2007 zu den 250 Piloteinrichtungen in Nordrhein-Westfalen, die sich als „Familienzentrum“ qualifizierten. Nun wurde die Einrichtung zum wiederholten Male rezertifiziert, das heißt, sie erhält für weitere vier Jahre das Gütesiegel und die damit verbundene Förderung. Wenn alles nach Plan verläuft, wird es unter den städtischen Kindertageseinrichtungen bald ein Geschwisterchen als Familienzentrum geben. Der Kindergarten Fliednerhaus hat sich ebenfalls auf den Weg gemacht, die Zertifizierung zu erlangen.

Das Land NRW verfolgte und verfolgt mit der Schaffung von Familienzentren das Ziel, Eltern den Zugang zu niedrigschwelligen Unterstützungsangeboten zu erleichtern. So sollen Kinder unter anderem umfassend individuell gefördert und Sprachdefizite, insbesondere bei Kindern aus Zuwandererfamilien, früh festgestellt und systematisch abgebaut werden. Zudem sollen Eltern in Fragen der Erziehung, Bildung, Gesundheit und so weiter gezielt und sehr früh beraten werden. Auch steht die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Blickpunkt, insbesondere durch variable Öffnungszeiten. Familienzentren sollen darüber hinaus Knotenpunkte in einem Netzwerk verschiedener Partner sein, das Familien umfassend unterstützt.

2006 an Pilotprojekt teilgenommen

Der Kindergarten im Haus Ennepetal, der 1996 eröffnet wurde, hatte sich 2006 um die Teilnahme an dem Pilotprojekt beworben und den Zuschlag erhalten. Nach der einjährigen Entwicklungsphase unter wissenschaftlicher Begleitung erhielt der Kindergarten schließlich die Zertifizierung als Familienzentrum. „Wir haben zum Beispiel als erste Einrichtung in Ennepetal die Öffnungszeiten ausgedehnt“, erklärt Leiterin Nina Däumig. Daneben seien die Abholzeiten flexibler gestaltet worden. Außerdem haben man eine enge Vernetzung mit der Kindertagespflege geschaffen, die Beratungsangebote ausgedehnt, kooperiere mit verschiedenen Organisationen und wende sich mit Veranstaltungen auch nach außen an die Gesamtbevölkerung. Nicht zuletzt wurde das Konzept für das Mehrgenerationenhaus (MGH), das 2007 ebenfalls im Rahmen eines Pilotprojekts auf den Weg gebracht wurde, auf der Basis des Familienzentrums im Haus Ennepetal entwickelt.

„Das Familienzentrum arbeitet auch integrativ“, betont Markus Ihmels, bei der Stadt für die Kindertageseinrichtungen zuständig. Die entsprechende Fachkraft sei im Unterschied zu anderen Einrichtungen fest angestellt. Ebenfalls gebe es eine festangestellte Sprachförderkraft.

Um das Gütesiegel zu erhalten, müssen mehrere, aber nicht alle der vorgegebenen Kriterien erfüllt werden. Nina Däumig weist darauf hin, dass das Familienzentrum im MGH in allen Bereichen „gütesiegelfähig“ sei. Däumig, die 2005 in dem Kindergarten anfing, übernahm 2010 dessen Leitung. „Damals wurden wir zum ersten Mal rezertifiziert“, erklärt sie. Zwei weitere Male folgten. Das sei immer mit viel Aufwand verbunden, weil sich die Kriterien etwas verändern würden und das Konzept ständig weiter entwickelt werde. „Ich habe so ein gutes Team im Rücken, viele sind mit mir schon lange dabei“, sagt sie. Ohne diesen Rückhalt könne man vieles nicht anbieten. 15 Kolleginnen und Kollegen zählt das Team inklusive Integrationskraft, Sprachförderfachkraft, Praktikantin im Anerkennungsjahr und zwei Hauswirtschaftskräften. Betreut werden 45 Kinder (15 unter drei Jahren, fünf unter zwei Jahren, zwei mit Behinderung).

Finanzielle Förderung

Insgesamt gibt es in Ennepetal aktuell fünf Familienzentren: Neben dem städtischen im MGH die AWo-Einrichtung in Oberbauer, die Evangelische Kita Sterntaler in Voerde, die Katholische Kita St. Elisabeth in Milspe und den Evangelischen Kindergarten Rüggeberg. Hinzu kommt die AWo-Kita in Breckerfeld, die ebenfalls in die Zuständigkeit des Ennepetaler Jugendamts fällt. Bürgermeisterin Imke Heymann betont, dass die Kitas in der Stadt auf einem hohen Level seien. Eine ordentliche Kinderbetreuung sei Grundlage dafür, dass die Stadt einen Einwohnerzuwachs verzeichnen könne.

Nun hat mit der städtischen Kita Fliednerhaus an der Esbecker Straße eine weitere Einrichtung den Qualifizierungsprozess in Gang gesetzt. „Wir entwickeln nun das Konzept“, erklärt Markus Ihmels. Nach einem Jahr, also zum Beginn des Kindergartenjahres 2020/2021, stehe dann die Zertifizierung an. In der Qualifizierungsphase wird die Kita Fliednerhaus mit 20.000 Euro gefördert. Anschließend gibt es die reguläre Förderung in Höhe von 14.000 Euro pro Jahr, die das Kinderbildungsgesetz NRW (Kibiz) für Familienzentren vorsieht. „Die Kita Fliednerhaus soll einen Verbund mit dem Familienzentrum im Haus Ennepetal bilden“, sagt Markus Ihmels.

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