Sturz

Flüchtender Asylbewerber in Schwelm schwer verletzt

Der Hubschrauber mit Notarzt landet in Wilhelmspark in Schwelm.

Der Hubschrauber mit Notarzt landet in Wilhelmspark in Schwelm.

Foto: Bernd Richter

Schwelm.   Ein Algerier (26) wird nach seinem Sturz in eine Klinik geflogen. Die Polizei schließt auch einen Suizidversuch nicht aus.

Schwere Verletzungen zog sich am Dienstagnachmittag ein 26-jähriger, abgelehnter Asylbewerber bei seiner Flucht vor der Ausländerbehörde in Schwelm zu. Der Algerier war, wie es im Behördendeutsch heißt, „vollziehbar ausreisepflichtig“, aber zwischenzeitlich, trotz Reiseverbots, in Niedersachsen unterwegs. Nach dem jetzigen Stand der Ermittlungen schließt die Polizei einen Suizidversuch des Mannes nicht aus.

Flucht aus VW-Bus

Am Dienstagmorgen tauchte der Mann plötzlich im Ausländeramt des Kreishauses in Schwelm wieder auf. Dort wurde er von den Mitarbeitern der Behörde in Gewahrsam genommen und zur Polizeiwache Ennepetal-Büttenberg gebracht. Parallel machte das Ausländeramt einen Termin beim Amtsgericht in Schwelm aus mit dem Ziel, einen Haftbeschluss zu erwirken, damit der abgelehnte Asylbewerber in die Unterbringungseinrichtung für Ausreisepflichtige nach Büren gebracht werden konnte.

Der Termin stand am Nachmittag an. Nach Abschluss ging es vom Gericht wieder mit einem VW-Bus von der Schulstraße in Schwelm zurück ins Kreishaus in Schwelm. Am Kreishaus angekommen, sei der Mann plötzlich aus dem Bulli gesprungen, weiter über einen Zaun geflüchtet und aus mehreren Metern Höhe im Bereich der im Kellergeschoss gelegenen Poststelle der Kreisverwaltung auf den Boden gestürzt, so Kreis-Pressesprecher Ingo Niemann.

Feuerwehr sichert Landeplatz

Da alle Notärzte vor Ort in anderen Einsätzen gebunden waren, wurde ein weiterer Notarzt mit einem Hubschrauber eingeflogen. Der Pilot landete den Helikopter auf der Wiese im Wilhelmspark. Die Feuerwehr Schwelm sicherte den Landeplatz mit mehreren Fahrzeugen ab. Der Mediziner übernahm die Erstversorgung des Verletzten. Zur weiteren Behandlung seiner Verletzungen wurde der Algerier mit dem Hubschrauber in eine Klinik geflogen.

Abgelehnt wurde der Asylbewerber im November 2016. Er hatte damals keine Papiere dabei und konnte nicht ausreisen. Im Februar 2017 verschwand er von der Bildfläche.

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