Innenstadt

Fuzo in Ennepetal: Umbau so gut wie fertig

Auch an der Einmündung Marktstraße/Voerder Straße wird noch gearbeitet. Doch man sollte sich nicht täuschen lassen: Der Umbau ist so gut wie fertig und spätestens zur Stadtfete „Ennepetal Mittendrin“ sollen die rot-weißen Baken verschwunden sein.

Auch an der Einmündung Marktstraße/Voerder Straße wird noch gearbeitet. Doch man sollte sich nicht täuschen lassen: Der Umbau ist so gut wie fertig und spätestens zur Stadtfete „Ennepetal Mittendrin“ sollen die rot-weißen Baken verschwunden sein.

Foto: Andreas Gruber / Westfalenpost Schwelm

Ennepetal.  Große Teile der Fußgängerzone in der Vorder Straße sollen für den Verkehr wieder freigegeben werden. Die Arbeiten dafür sind so gut wie erledigt.

Noch sieht es sehr nach Baustelle aus: Rot-weiße Baken, wohin das Auge reicht, Paletten voller Pflastersteine und das eine oder andere schwere Gerät, das auf seinen nächsten Einsatz wartet. Man sollte sich nicht täuschen lassen: Der Umbau der Fußgängerzone in Milspe befindet sich auf der Zielgeraden.

„Die Arbeiten sind weit fortgeschritten“, erklärte Stadtbetriebe-Vorstand Joachim Hübner in der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses. Ende September, also pünktlich zur Stadtfete „Ennepetal Mittendrin“, sei der Umbau weitgehend abgeschlossen. Fertig gestellt sind die 22 neuen Stellplätze, für die ein dunkles Pflaster zur besseren Kennzeichnung eingebaut wurde und für die die roten Sitzbänke weichen mussten. Auch sie sind bereits, bis auf wenige Ausnahmen, an neuer Stelle montiert – zurückversetzt zu den Häusern und mit Blick in Richtung Fahrbahn. Ursprünglich geplant war ein Sitzen mit dem Rücken zur Fahrbahn. Für beide Lösungen gibt es gute Gründe. Am Ende, und nach mehreren Begehungen, entschied man sich für die nun gewählte Blickrichtung, wie Joachim Hübner im Gespräch mit unserer Redaktion erklärte.

Restarbeiten im Oktober

Der Umbau ist soweit fertig, dass sich die Besucher von „Ennepetal Mittendrin“ selbst ein Bild von der „neuen“ Voerder Straße und Marktstraße werden machen können.

Für Oktober sind dann nur noch kleinere Restarbeiten geplant. Dazu gehört auch die Montage des Plexiglas-Schutzzaunes am Minna-Schmidt-Idar-Platz, der zwischen Fahrbahn und Wasserlauf gesetzt wird. Einen weiteren Plexiglas-Zaun wird es an der Marktstraße geben, um die Außengastronomie vom Fahrbahnbereich abzutrennen. Dort kommen auch zwei Hainbuchen hin, als Ersatz für die drei Bäume, die dem Umbau zum Opfer fielen. Die Baumscheiben dafür werden gerade gesetzt.

Erst für kommendes Jahr geplant ist die Montage der taktilen Elemente für mehr Sicherheit von Blinden und Sehbehinderten auf der dann wieder befahrenen Voerder Straße. Dabei handelt es sich um ein stabiles Kunststoff-Material, das aufs Pflaster aufgeklebt wird. Andere Städte haben mit diesem auch kostengünstigen Verfahren gute Erfahrungen gemacht. Das Material soll noch in diesem Jahr geordert werden, kann aber – witterungsbedingt – wohl nicht vor Frühjahr 2020 aufgebracht werden, teilten die Stadtbetriebe mit.

Umbau bleibt laut Stadt im Kostenrahmen

Ein wichtiger Punkt, der im Vorfeld für teils heftige Kontroversen sorgte: das Finanzielle. Der Umbau bleibe im Kostenrahmen, war im Ausschuss zu hören. Stand jetzt belaufen sich die Kosten auf rund 290.000 Euro. Hinzu kommen die taktilen Elemente, die laut Stadtbetrieben zu 50 Prozent gefördert werden. Kalkuliert wurde mit einer Summe zwischen 250.000 und 300.000 Euro. Von Kritikern befürchtet wurden Ausgaben in Höhe einer halben Million Euro.

Erfolglos blieb der Versuch von Bündnis 90/Die Grünen, den Umbau der Fußgängerzone in letzter Sekunde zu stoppen. Die Fraktion hält die Maßnahme für zu teuer und darüber hinaus für unnötig, da die Voerder Straße bis auf die Markierung von Parkflächen alle Voraussetzungen erfülle, die für die Ausweisung als verkehrsberuhigter Bereich bzw. Spielstraße nötig sind. „Die Aufenthaltsqualität würde für Kinder und ältere Menschen durch Errichtung einer Spielstraße merklich erhalten bleiben, trotz Befahrbarkeit der Straße“, begründen die Grünen ihre Forderung.

Dass der Antrag am 20. August und damit zu einem Zeitpunkt gestellt wurde, als der Umbau schon in Gange war, begründete die Fraktion mit einer verspätet erfolgten Kenntnis über die Vorgaben der Straßenverkehrsordnung. „Die Möglichkeit dieser Maßnahme lag dem Rat der Stadt zum Zeitpunkt der Abstimmung nicht vor.“

„Dieser Antrag kommt zu spät“, befand Güzel Albayrak (Fraktion Die Linke/Piraten) im Hauptausschuss. Den Umbau jetzt zu stoppen, würde bedeuten, an die beauftragten Firmen Ersatzleistungen zahlen zu müssen.

Antrag abgewiesen

Stephan Langhard, Leiter des Fachbereiches Bürgerdienste und Stadtentwicklung, glaubt nicht einmal, dass der Vorschlag der Grünen überhaupt umsetzbar wäre. „Ich halte es für unzulässig, die Voerder Straße, so wie sie ist, als verkehrsberuhigten Bereich auszuweisen.“ Er erinnerte daran, dass es bei der Öffnung der Fußgängerzone ja auch um genau das Gegenteil gehe: darum, autofahrende Kundschaft näher an die Geschäfte zu bringen. „Wir wollen nicht die Aufenthaltsqualität ausbauen, sondern den Verkehr in die Voerder Straße reinbekommen“, erklärte Langhard. In der folgenden Abstimmung im Hauptausschuss wurde der Antrag der Grünen von allen anderen Fraktionen abgewiesen.

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