Insektensterben

Grüne setzen sich für Blühstreifen in Ennepetal ein

Ein Blühstreifen an der Eichholzstraße in Gevelsberg. Die Grünen setzen sich auch für Blühstreifen in Ennepetal ein.

Ein Blühstreifen an der Eichholzstraße in Gevelsberg. Die Grünen setzen sich auch für Blühstreifen in Ennepetal ein.

Foto: Carmen Thomaschewski / WP

Ennepetal.  Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Ennepetaler Rat möchte öffentliche Flächen nutzen, um Tieren eine bessere Lebensgrundlage zu bieten.

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Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Rat der Stadt Ennepetal setzt sich für insektenfreundliche Blühflächen und Blühstreifen auf öffentlichen Flächen im Stadtgebiet ein. Das geht aus einem Antrag hervor, den Grünen-Ratsmitglied Ulrich Ulrich Röhder an die Stadtverwaltung adressiert hat.

Konkret lässt sich der Antrag auf folgende Punkte herunterbrechen: Zum einen wird die Anlegung von insektenfreundlichen Blühflächen und Blühstreifen auf öffentlichen Flächen im Stadtgebiet gefordert. Dazu wird die Verwaltung gebeten, bis zum nächsten Fachausschuss Flächenvorschläge zu erarbeiten und den Ausschussmitgliedern vorzulegen. Dabei seien vorhandene städtische Blumenbeete mit einzubeziehen, heißt es wörtlich im Antrag.

Die Fraktion macht sich des Weiteren für eine jährliche Fortführung und somit eine sukzessive Ausweitung der Blühflächen über einen Zeitraum von mindestens drei Jahren stark. Das Mähen von Grünflächen werde schrittweise noch weiter reduziert, heißt es dazu weiter. Zuletzt fordern Bündnis 90/Die Grünen eine jährliche Unterrichtung über den Verlauf der Maßnahme. „In den letzten Jahren zeigte sich, dass unsere bestäubenden Insekten zunehmend Probleme mit der Nahrungsbeschaffung haben“, begründet Röhder den Antrag.

Verweis auf Studien

„Schmetterlinge und Falter sind rapide im Rückgang begriffen.“ Die Schmetterlings-Populationen auf Wiesen hätten sich seit 1990 halbiert. Bienen und Wildbienen verhungerten im Sommer. „Dadurch ist auch der Bestand unserer heimischen Singvögel stark gefährdet“, so Röhder weiter. „Warnungen und Hinweise wissenschaftlicher Studien und politische Stellungnahmen von Naturschutz-Verbänden und Behörden werden im Monatstakt veröffentlicht."

In Ennepetal bestehe wie an sehr vielen Orten in NRW durch intensive Landwirtschaft und durch Ausweisung von Baugebieten eine Nahrungsknappheit für Bienen und andere bestäubende Insekten. „Auch die leider immer weiter umgreifende Tendenz, hin zu ,steinernen’ Gärten ist an dieser Stelle zu beklagen“, heißt es in der Antragsbegründung.

Abhilfe könne das Anlegen von sogenannten Blühstreifen und Blühflächen schaffen, wie sie mittlerweile schon in vielen Städten angelegt würden. Straßenränder und Straßenbankette, Fahrrad- und Fußwege sowie Teilbereiche von Park- und Ausgleichsflächen könnten sich so in bunte Blumenwiesen verwandeln. So würden sie zum einen attraktiv und zum anderen ganzjährig eine umfangreiche Nahrungsquelle für Vögel, Insekten und kleine Säugetiere.

Funktionalität und Ästhetik

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen schlägt vor, unter Beachtung der speziellen Standortbedingungen und der fachlichen Auswahl des Saatgutes zu den unterschiedlichen Standortansprüchen mit verschiedenen mehrjährigen Saatmischungen arbeiten. So sollten Funktionalität (Nahrungsquelle) und Ästhetik (attraktiver Anblick) miteinander verbunden werden.

Die entstehenden Flächen seien Blickfang und ein farbenfrohes, freundliches sowie naturverbundenes Aushängeschild für die Stadt Ennepetal, so die Grünen. Durch die zahlreichen blühenden Pflanzen ergebe sich sowohl für Menschen als auch für Tiere eine Aufwertung des Umfeldes.

„Da die Anlage von Blühstreifen und Blühflächen im ersten Jahr pflegeintensiver ist als in den Folgejahren, möchten wir eine Umsetzung in mehreren Schritten mit einer jährlichen Fortführung solcher Flächen über einen Zeitraum von mindestens drei Jahren anregen“, erklärt Ulrich Röhder. Der Fachausschuss solle über den Verlauf jährlich unterrichtet werden und über die Fortsetzung und Ausweitung der Maßnahmen entscheiden.

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