Innenstadt

Haus Ennepetal: Rat gibt grünes Licht für die Finanzplanung

Der Abriss von Haus Ennepetal ist beschlossene Sache. Die Politik hat die Bereitstellung von Mitteln zur Fortführung der Pläne bewilligt.

Der Abriss von Haus Ennepetal ist beschlossene Sache. Die Politik hat die Bereitstellung von Mitteln zur Fortführung der Pläne bewilligt.

Foto: Hans Blossey

Ennepetal.  Abriss und Ersatz von Haus Ennepetal werden deutlich teurer. Der Rat gab dennoch Grünes Licht für die Finanzplanung und das weitere Vorgehen.

Der Ersatz für das Haus Ennepetal wird deutlich teurer als zunächst gedacht. Die Politik hält jedoch prinzipiell an dem Vorhaben fest und hat dem Rathaus jetzt Grünes Licht gegeben, das Projekt weiter voranzutreiben.

Voraussetzung dafür ist, dass auch das dafür nötige Geld bei der städtischen Haushaltsplanung bereitgestellt wird. Genau dies ist mit dem mehrheitlichem Votum des Stadtrats in dessen jüngster Sitzung geschehen. Er hat die Verwaltung beauftragt, die Projektkosten in Höhe von 32,18 Millionen Euro in die Haushalte der Jahre 2020 bis 2025 einzuplanen.

FDP stimmt nicht zu

Allerdings geschah dies nicht ohne deutlichen Widerspruch. Das ganze Vorhaben sei „eine Nummer zu groß“ geworden, erklärte Michael Haas (FDP). Vor zwei Jahren, als der Rat den Abriss und Ersatzbau beschloss, war von 26,5 Millionen Euro die Rede. Nun sind es 32,18 Millionen Euro. Die Stadt müsse sich auf sinkende Steuereinnahmen und höhere Personalkosten einstellen, fuhr Haas fort und griff damit auf, was unmittelbar zuvor Kämmerer Dieter Kaltenbach bei seiner Einbringung des Haushalts 2020 zur Sprache gebracht hatte. Haas erklärte im Namen der FDP: „Wir sind nicht bereit, die Bürger und Gewerbetreibenden in Ennepetal weiter zu belasten. Aus diesem Grund können wir nicht zustimmen“. Am Ende stimmte der Rat bei drei Gegenstimmen und einer Enthaltung zu.

Schon bei der Vorberatung des Themas im Hauptausschuss wurden die Positionen deutlich, wie die Fraktionen zu dem schon länger geplanten Ersatz für das Haus Ennepetal stehen. „Wir müssen Dampf machen, wenn wir es haben wollen“, meinte Volker Rauleff (SPD). Die Kosten würden schließlich weiter steigen. „Aus unserer Sicht ist es auch wichtig, das Vorhaben weiterzuführen“, erklärte Daniel Heymann für die CDU-Fraktion. Auch er empfahl, „das Thema jetzt möglichst schnell anzugehen“, um nicht noch mehr Zeit zu verlieren. „Das Problem ist nicht, das Vorhaben im Haushalt abzubilden“, sagte Heymann. Kämmerer Dieter Kaltenbach hatte zuvor mitgeteilt, die Stadt müsse mit 1,2 Millionen Euro jährlich in den nächsten 30 bis 40 Jahren rechnen. Das sei darstellbar. „Unser Problem ist die Abschreibung des alten Gebäudes“, meinte Heymann.

Die Abschreibung ist das Problem

Ähnlich argumentierte Ulrich Röhder (Grüne). Er erklärte im Hauptausschuss: „Es gibt die Verzögerung natürlich nicht, weil zu lange diskutiert wurde, sondern weil uns die Abschreibung des Gebäudes davon abgehalten hat.“

Stephan Langhard, Leiter des Fachbereiches Bürgerdienste und Stadtentwicklung, gab im Ausschuss auch eine Antwort darauf, warum der Saal des neuen Veranstaltungszentrums mit 500 Plätzen bemessen ist. Warum so groß, wenn es möglicherweise auch kleiner und für weniger Geld geht? „Wir sind nicht einfach so auf die Zahl gekommen“, erklärte Langhard auf Nachfrage. Das Gutachten habe erbracht, dass man 500 Plätze brauche, um das neue Veranstaltungszentrum mit Catering und Gastronomie wirtschaftlich vernünftig betreiben zu können.

Stand der Dinge

Was ist eigentlich Stand der Dinge? Hier der Überblick: Den aktuellen Plänen zufolge sollen die Ersatzbauten zum einen den Kinder- und Jugendbereich und die VHS beherbergen und zum anderen ein Veranstaltungszentrum. Die Gebäude für Kinder- und Jugendbereich/VHS sowie das Veranstaltungszentrum, das einen Saal für 500 Personen sowie Bereiche für Catering und Gastronomie beinhalten soll, würden auf dem Gelände südlich der Neustraße entstehen, das den Bereich des bisherigen Hauses Ennepetal sowie das von der Stadt erworbene Nachbargrundstück Voerder Straße 123 umfasst.

Für das Grundstück Voerder Straße 123 favorisiert die Stadt einen städtebaulichen Wettbewerb. „Wir halten die Fläche für so wichtig, dass wir sie nicht einfach nur mit einem Architekten überplanen sollten“, erklärte Stephan Langhard im Gespräch mit unserer Redaktion. In den Wettbewerb einbezogen werden sollten die Gebäude und der anzulegende Ennepe-Garten aber nicht zuletzt auch die Erschließung der Kluterthöhle und der geplante Fuchsweg.

Das Mehrgenerationenhaus mit dem Städtischen Familienzentrum wurde aus den bisherigen Planungen herausgelöst. Es soll demnach bis zum Jahr 2021 in einem separaten Bau auf einem Grundstück nördlich der Neustraße entstehen. „Das wird nicht aus Städtebaufördermitteln mitfinanziert“, erklärte der Leiter des Fachbereichs Bürgerdienste und Wirtschaftsförderung, Stephan Langhard, jüngst auf Nachfrage dieser Zeitung. Daher sei es sinnvoll, es gesondert zu planen. Außerdem drängt die Zeit, weil der Bedarf an Kita-Plätzen groß ist und das Familienzentrum im Zuge des Neubaus von zwei auf vier Gruppen erweitert werden soll.

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