Bildung

Hausmeister für Digitales an Schwelmer Schulen gefordert

Die Digitalisierung schreitet auch in den Schulen in Schwelm voran. Doch an den Schulen fehlt es an Fachkenntnissen, wenn einmal die Technik streikt.

Die Digitalisierung schreitet auch in den Schulen in Schwelm voran. Doch an den Schulen fehlt es an Fachkenntnissen, wenn einmal die Technik streikt.

Foto: Ralf Hirschberger / dpa

Schwelm.  SPD und Grüne wollen in Schwelm den „Digitalen Hausmeister“. Er soll in den Schulen die Voraussetzungen schaffen zum Einsatz von Computern.

Früher war alles einfach. In jeder Schule gab’s einen Hausmeister aus Fleisch und Blut. Wenn einmal die Eingangstür klemmte oder die Tafel gerichtet werden musste, war der jederzeit für die Lehrer ansprechbar. Im Zeitalter der Computerisierung haben sich die Aufgaben jedoch gewaltig geändert. Der Unterricht findet digital statt. Doch auch da kann es viele Baustellen geben. Aber nicht jeder Pädagoge ist gleichzeitig ein Computerfreak. Hakt das System, tut schnelle Hilfe Not. Genau da setzt der gemeinsame Antrag von SPD und Bündnis 90/Die Grünen zur Schaffung der neuen Stelle eines „Digitalen Hausmeisters“ an, der jetzt im Hauptausschuss kontrovers diskutiert wurde.

Schwelmer Schulen in „Kreidezeit“

„Es darf nicht sein, dass Fördergelder aus dem Topf Gute Schule 2020 und des Digitalpakts NRW in Höhe von weiter über 1 Million Euro nicht rechtzeitig zum Wohle der Schüler investiert werden, weil Personal innerhalb der Stadt Schwelm fehlt“, begründen die zwei Fraktionen ihre Forderung nach Schaffung einer neuen Planstelle innerhalb der Stadt. Dabei beziehen sich die Antragssteller auf Aussagen der Schwelmer Schulleitungen und die Diskussion in der gemeinsamen Sitzung von Jugendhilfe- und Schulausschuss am 30. September 2019, dass trotz der hohen Verfügbarkeit an Fördermitteln sich die Schwelmer Schulen weiterhin in der „Kreidezeit“ befänden. Als größte Kritikpunkte waren die fehlende Unterstützung und Hilfestellung der Stadt für den gesamten Prozess der Digitalisierung (Beschaffung von Hardware, Installation von Hardware) und die langen Wartezeiten genannt worden. Laut Aussage der Schulleitungen seien fehlende personelle Ressourcen bei der Stadt Schwelm hierfür die Hauptursache, so die Antragssteller.

Die Schwelmer Schulen müssen sich daher im Bereich der Digitalisierung zu einem großen Teil auf sich selber verlassen und eigene Lösungswege finden, sagen die Antragssteller. Aufgaben, wie Wartung, Installation von Hardware und Software, können durch die aktuell bestehenden Personalstrukturen innerhalb der IT-Administration der Stadt Schwelm offenbar nicht zeitnah erfüllt werden. Wartungsaufgaben müssen durch Lehrer parallel oder sogar ergänzend zu ihrem Bildungsauftrag durchgeführt werden.

Daher stellen die Fraktionen von SPD und Grünen folgenden Antrag: „Die Verwaltung schafft die neue Position der ‚Digitalen Hausmeister‘ für die Schwelmer Schullandschaft zusätzlich zu der aktuell bestehenden Personalstruktur in der IT-Administration der Stadt Schwelm.“

„Die Geräte müssen fit für den Einsatzbemacht werden. Wenn wir auf das Gesamtpaket warten, können wir die Technik, die jetzt ungenutzt in der Ecke liegt, wegschmeißen“, drängte sowohl Grünen-Fraktionschef Marcel Gießwein, als auch Gerd Philipp (SPD) zur Eile.

Michael Müller (CDU), Philipp Beckmann (FDP), Dr. Christian Bockelmann (SWG/BfS) und Olaf Stutzenberger (Die Bürger) überzeugte das nicht. Sie brachten die Beauftragung von einem externen Dienstleister in die Diskussion, die schließlich in eine Vertagung des Tagesordnungspunktes mündete. Über den „Digitalen Hausmeister“ soll nun im Hauptausschuss am 14. November ein weiteres Mal geredet werden.

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