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Helios-Klinik Schwelm bekommt eine neue Chefin

HELIOS Klinik Schwelm Klinik für Urologie und Kinderurologie, Krankenhaus, Schwelm, Ruhrgebiet, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

HELIOS Klinik Schwelm Klinik für Urologie und Kinderurologie, Krankenhaus, Schwelm, Ruhrgebiet, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Schwelm.  Kirsten Kolligs hat als Geschäftsführerin beim Schwelmer Krankenhaus gekündigt. Ihre Nachfolgerin wird Claudia Meßthaler (31).

Weder die Ärzte noch die weiteren Mitarbeiter des Schwelmer Krankenhauses hatten irgendeine Ahnung, warum ihre Chefin Kirsten Kolligs sie extrem spontan für Dienstag zur Mitarbeiterversammlung einlud. „Ich werde das Haus verlassen und zur Contilia-Gruppe nach Essen gehen“, teilte die 46-jährige Geschäftsführerin der Helios-Klinik ihren Mitarbeitern mit und schaute dabei in verdutzte Gesichter.

Nicht minder groß war die Überraschung bei der Belegschaft über die Frau, die Kolligs an ihrer Seite hatte. Mit Claudia Meßthaler präsentierte Helios-Regionalgeschäftsführer Reiner Micholka nämlich gleich die Nachfolgerin: Claudia Meßthaler (31) wird bereits ab dem 1. September die Hauptverantwortung für den Schwelmer Krankenhausstandort und das Wohl der Patienten tragen.

Blick in die Vergangenheit

Der Geschäftsführerposten des Schwelmer Krankenhauses ist seit vielen Jahren kein Job, der von großer Kontinuität geprägt ist. Auf der einen Seite gehört der Ärztliche Direktor, Dr. Ulrich Müschenborn, seit Jahrzehnten quasi zum Inventar des Schwelmer Krankenhauses.

Er war schon lange da, bevor Helios das ehemalige Verbandskrankenhaus der Städte Schwelm, Gevelsberg und Ennepetal im Jahr 2002 kaufte. Seitdem hat Ulrich Müschenborn zahlreiche Herren und Damen in der Geschäftsführung erlebt. Für viele war Schwelm lediglich ein Karrieresprungbrett, um dann innerhalb der Helios-Gruppe zu einem Maximalversorger zu wechseln. Bestes Beispiel: Dr. Marc Baenkler, von dem Kolligs die Position im Jahr 2014 übernommen hatte, wurde nach nur 13 Monaten als Chef am Martfeld von seinen Vorgesetzten nach Wuppertal gelobt.

Die alte Chefin

In diesem Kontext muten die fünfeinhalb Jahre, während derer Kirsten Kolligs den Hut im Krankenhaus auf hatte, extrem lange an. „Ich bin gekommen, um zu bleiben“, hatte die 46-Jährige zu ihrem Antritt gesagt. Was hat die Bochumerin dazu gebracht, sich doch noch einmal neu zu orientieren? „Kurzfristig ergab sich diese Möglichkeit, zu Contilia zu wechseln. Ich habe lange mit mir gerungen, doch am Ende ist dies eine Chance und eine Herausforderung, die ich gern annehmen will“, sagt die studierte Wirtschaftswissenschaftlerin im Gespräch mit dieser Zeitung.

Nach dem Studium baute sie zunächst ein sächsisches Hotel auf, arbeitete dann für einen privaten Reha-Anbieter, bevor sie im Jahr 2008 zu Helios wechselte – zunächst als stellvertretende Klinikleitung in Hagen-Ambrock, ab 2009 als Geschäftsführerin in Bochum, schließlich ab Anfang 2013 in gleicher Position in Wipperfürth, bevor sie nach Schwelm kam. Hier war sie maßgeblich an der Etablierung der interventionellen Kardiologie mit 24-Stunden-Katheterbereitschaft und dem damit verbundenen Bau von zwei Katheterlaboren inklusive der Elektrophysiologie beteiligt sowie an zahlreichen weiteren Umbaumaßnahmen. So eröffnete sie die kernsanierte Frauenklinik erst in diesem Jahr. Gleich zu Beginn ihrer Tätigkeit hat Kirsten Kolligs die Kernsanierung des Zentral-OPs und die Aufstockung auf sechs Säle umgesetzt. Im Rahmen ihrer Schwelmer Zeit erfolgten der Umbau und die Erweiterung der Notaufnahme. Strukturen wurden verbessert und ein Überwachungsbereich etabliert. Zudem kann die 46-Jährige auf die Erweiterung der Leistungen zurückblicken: Heute sind die Klinik für Multimodale Schmerztherapie und die Klinik für Intensivmedizin fester Bestandteil des medizinischen Spektrums. Und nicht zuletzt erweiterte sie den Parkplatz und führte bezahltes Parken am Krankenhaus ein.

Daneben engagierte sie sich im Damenclub der Lions. „Dies will ich unbedingt beibehalten. Ich werde also nicht ganz verschwinden. Für mich wird die Schwelmer Zeit ohnehin immer etwas Besonderes bleiben“, sagt Kirsten Kolligs, die bis zum 6. September am Martfeld arbeitet, dann ihren Resturlaub und einen freien Übergangsmonat nimmt, bevor sie sich ab 1. November ihren neuen Aufgaben widmet.

Dann wird sie offiziell Geschäftsführerin der „Katholische Klinikum Essen GmbH“ und Verantwortliche für vier Krankenhäuser der Contilia-Gruppe im Essener Norden. Ihr neuer Arbeitgeber schreibt: „Dabei ist der Arbeitsauftrag für die 46-jährige Wirtschaftswissenschaftlerin klar formuliert: Die Gesundheitsversorgung für die mehr als 200.000 Menschen im Essener Norden gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und den Partnern zu gestalten und das dazu notwendige Vertrauen aller am Projekt beteiligten Menschen zu gewinnen.“

Die neue Chefin

Zum Monatswechsel übernimmt Claudia Meßthaler die Klinikgeschäftsführung. Die 31-Jährige kam 2013 über das Trainee-Programm zu Helios. Erfahrungen sammelte sie als Assistentin an verschiedenen Kliniken im ganzen Land. Derzeit leitet die Betriebswirtin das St. Josefs-Hospital Bochum-Linden und die Rhein Klinik in Duisburg-Beeckerwerth.

Nun freut sie sich auf Schwelm: „Mit zwölf bettenführenden Abteilungen hat Schwelm ein ungewöhnlich breites Spektrum an Hochleistungsmedizin für ein Krankenhaus dieser Größe. Ich möchte das Haus weiter voranbringen. Dazu freue ich mich besonders darauf, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennenzulernen, ihre Ideen aufzunehmen und gemeinsam mit ihnen auch weiterhin für eine optimale medizinische Versorgung unserer Patienten einzustehen“, sagt die gebürtige Thüringerin. Bevor sie zu Helios kam, arbeitete sie unter anderem bei der Carl Zeiss AG in Prag und Bayer Healthcare in Südkorea.

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