Ennepetal.

Ihm reicht die Sonne von Hasperbach

Volker Rauleff mit seiner Ingrid, mit der er 2017 Goldhochzeit feierte. All das, was er an Ämtern und Aufgaben übernommen hat, habe er nur machen können, weil seine Frau immer mitgezogen habe, sagt der nun 70-Jährige.

Volker Rauleff mit seiner Ingrid, mit der er 2017 Goldhochzeit feierte. All das, was er an Ämtern und Aufgaben übernommen hat, habe er nur machen können, weil seine Frau immer mitgezogen habe, sagt der nun 70-Jährige.

Foto: Angelika Trapp

Ennepetal.   Der SPD-Fraktionsvorsitzende Volker Rauleff feiert am heutigen Dienstag seinen 70. Geburtstag. Sein Ortsteil liegt ihm am Herzen.

„Ich habe kein Verlangen, große Reisen zu machen. Nach 14 Tagen sehne ich mich schon nach der Sonne von Hasperbach.“ Wer Volker Rauleff kennt, zweifelt nicht an dieser Aussage. Wohl kein Ratspolitiker in Ennepetal ist so eng mit seinem Ortsteil verbunden wie der Vorsitzende der SPD-Fraktion. Am heutigen Dienstag feiert er seinen 70. Geburtstag.

Nicht jedem gefällt seine direkte, manchmal poltrige Art, mit der er im Rat und den Fachausschüssen für seine Überzeugungen eintritt, doch viele schätzen seinen Einsatz für ein gutes Miteinander in der Stadt. Nicht von ungefähr wurde Volker Rauleff 2012 als Mitgründer des Nachbarschaftshilfevereins „Voerder helfen Voerdern“ und 2015 für sein Engagement nach dem Zuzug der Roma-Familien mit dem Ennepetaler Friedenspreis und im vergangenen Jahr mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Ganz besonders fand allseits sein Engagement Anerkennung, als plötzlich mehr als 100 Roma auf einen Schlag in leer stehende Häuser in Hasperbach zogen. „Ich habe damals sofort Kontakt aufgenommen“, erzählt er. Er kümmerte sich – bei Bedarf resolut – um die Zugezogenen, setzte auf den Dialog, um auch Ängsten in der Bevölkerung entgegen zu wirken.

Ehrenvorsitzender des TuS Haspetal

Der gebürtige Hagener war 1967 nach Ennepetal gekommen, wo er mit seiner späteren Frau Ingrid, geborene Biesenbach, einer Ur-Voerderin, an der Lindenstraße zusammenzog. Ein Jahr später kam Sohn André zur Welt, Ingrid und Volker Rauleff heirateten und zogen in die Mühlenstraße in Hasperbach. Dort sind sie bis heute zu Hause. In seinem Ortsteil ist Volker Rauleff, zu dessen Familie Schwiegertochter Katja und Enkelin Doro (16) gehören, tief verwurzelt. 25 Jahre lang führte er den TuS Haspetal, bevor er 2016 zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde.

Rauleff feiert in diesem Jahr gleich mehrere Jubiläen: Vor 50 Jahren trat er in die SPD ein, seit 40 Jahren ist er Ratsmitglied und vor 25 Jahren übernahm er – nach dem plötzlichen Tod von Hans Kelm – den Fraktionsvorsitz. „Ich kam aus einer SPD-Familie“, erzählt Rauleff. Vor allem die sozialen Fragen, das Streben nach einem gerechten Miteinander, treiben ihn bis heute an. Seine Grundüberzeugungen als Sozialdemokrat vor Ort umzusetzen, ist ihm wichtig. „In der Kommunalpolitik kann man wirklich an Entscheidungen teilhaben“, sagt er. Dabei wird er in den politischen Gremien schon einmal laut. „Ich habe nie darüber nachgedacht, ob ich ein guter Rhetoriker bin“, sagt Rauleff. „Ich wollte mich nie verbiegen.“ Zu allen Bürgermeistern und Stadtdirektoren habe er einen guten Kontakt gehabt, meint der Sozialdemokrat. „Wichtig ist für mich aber vor allem der Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern.“ Grundsätzlich sei er davon überzeugt, dass es sich in der Kommunalpolitik nicht auszahle, sich zu bekämpfen. „Man sollte versuchen, Gemeinsamkeiten zu finden“, meint er.

In den ersten Jahren als SPD-Mitglied hatte Volker Rauleff noch keine Funktion. „Ich hatte Wechselschicht, das war schwierig.“ Der gelernte Kfz-Mechaniker hatte zunächst bei Dorma, dann bei den Deutschen Edelstahlwerken in Hagen als Drahtzieher gearbeitet.

Erneute Kandidatur für den rat

Nach der Bundeswehrzeit bildete er sich weiter, war Ausbilder und Sicherheitsfachkraft. Später wurde er Sicherheitsmeister und leitete verschiedene Abteilungen. Als IG-Metall-Mitglied wurde er im Betriebsrat aktiv, war zum Schluss Vorsitzender. 2006 ging er dann Altersteilzeit und mit 60 Jahren schließlich in Rente. Vor 40 Jahren trug Gerd Dessel, der zu den Führungsfiguren der SPD zählte, Rauleff an, bei der Kommunalwahl in Hasperbach zu kandidieren. „Da hatte ich gute Voraussetzungen, die SPD war da immer stark“. Viele Ämter hatte Rauleff innerhalb der Partei inne, „bis auf Kassierer habe ich eigentlich alles gemacht“, meint er. Bei der Zusammenführung der Ortsvereine zum großen SPD-Ortsverein Ennepetal im Jahr 2000 war er maßgeblich beteiligt und wurde dessen Gründungsvorsitzender. Das Amt hatte er sechs Jahre inne, inzwischen wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Bei der nächsten Kommunalwahl will Volker Rauleff wieder für den Rat kandidieren. „Die Entscheidung ist in den vergangenen Monaten gewachsen“, erklärt er. Ob er erneut den Fraktionsvorsitz anstrebt, hält er aber noch offen.

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