Regina Potarczyk verabschiedet

In 38 Jahren hat sie in Gevelsberg viel verbessert

Christel Hofschröer (Gleichstellungsbeauftragte), Christiane Moll-Staden, Gaby Talarczyk-Beckel (Leiterin des städt. Familienzentrums Habichtstraße) und Quartiersmanagerin Regina Potarczyk (von links).

Christel Hofschröer (Gleichstellungsbeauftragte), Christiane Moll-Staden, Gaby Talarczyk-Beckel (Leiterin des städt. Familienzentrums Habichtstraße) und Quartiersmanagerin Regina Potarczyk (von links).

Foto: Jens Pommerenke / AirPictures.de

Gevelsberg.  Vor allem durch ihre Arbeit für die Stadtteile Berge und Vogelsang ist sie bekannt. Nun wurde Regina Potarczyk in den Ruhestand verabschiedet.

38 Jahre sind eine lange Zeit, vor allem im Berufsleben. Wo andere in fast vier Jahrzehnten diverse Arbeitgeber haben, hatte Regina Potarczyk nur einen einzigen: Die Stadt Gevelsberg. Seit Freitag ist dieses Kapitel für sie beendet, Potarczyk geht in den wohlverdienten Ruhestand. Verabschiedet wurde die vor allem durch ihre Arbeit in den Stadtteilen Berge und Vogelsang bekannte städtische Mitarbeiterin feierlich – natürlich in „ihrem“ Bürgerhaus Alte Johanniskirche in der Uferstraße.

„Jetzt habe ich mehr Zeit für andere Dinge, mehr Zeit für die Familie“, sagt Potarczyk auf die nun beginnende Zeit nach dem Arbeitsleben. Etwas fehlen wird ihr wahrscheinlich schon die Arbeit für die Stadt Gevelsberg. In ihren 38 Jahren entwickelte sich Potarcyzk fast schon zu einer eigenen Institution, vor allem in Berge und Vogelsang weiß man ihre Arbeit besonders zu schätzen. Und das wurde auch am Freitagabend deutlich, im Saal des Bürgerhaus hatten sich viele Wegbegleiter aus gemeinsamer Zeit eingefunden.

Anlaufstelle direkt im Quartier

Denn Potarczyk war für viele Menschen der Ansprechpartner, wenn es um die beiden Ortsteile geht. Zehn Jahre lang sorgte sie mit ihrem Engagement dafür, dass das Leben in Berge und am Vogelsang wieder deutlich aufgewertet wurde. „Wir haben die soziale Kontrolle in diesen Vierteln wieder zurück gewonnen“, sagt Potarcyzk heute. Damals, zu Beginn ihrer Arbeit vor Ort, drohte der Breddepark zu vermüllen, das soziale Leben entlang der Hagener Straße lag mehr oder weniger brach.

Dank der vielen Aktionen und der Schaffung eines eigenen kulturellen Zentrums vor Ort kann durchaus von einer gesteigerten Lebensqualität in den beiden Quartieren gesprochen werden. „Ziel war es, die Menschen, die Tür an Tür wohnen, wieder etwas näher zusammenzubringen. Dafür haben wir Raum geschaffen“, sagt Potarcyzk rückblickend. Die 65-Jährige hat vor allem mit dem Bürgerhaus Alte Johanniskirche eine Anlaufstelle für Menschen aus allen Schichten und mit verschiedensten kulturellen Hintergründen geschaffen.

Dafür war weit mehr nötig, als Veranstaltungen. Potarczyk zeigte sich vor allem als engagierte Netzwerkerin, gemeinsam mit vielen Ehrenamtlern wurden heute fest installierte Konzepte wie die Stadtteilzeitung oder das Bürgerforum entwickelt. Dabei lag Potarczyk immer viel daran, die Menschen vor Ort mit einzubeziehen. „Nah am Menschen zu sein ist mir wichtig, nur so kann man sie auch in demokratische Prozesse mit einbinden“, sagt sie.

Nachfolge noch ungeklärt

Auch baulich hat Potarcyzk eine Art Erbe hinterlassen, denn unter anderem war der Verbindungsweg zwischen den Ortsteilen eines der Projekte, die durch sie realisiert werden konnten. „Die enge Zusammenarbeit mit den Stadtplanern hat besondere Freude bereitet und war stets produktiv“, sagt Potarczyk. Alleine, und das betont sie immer wieder, seien all diese Projekte nicht zu bewerkstelligen gewesen.

Das, was Potarczyk in den vergangenen zehn Jahren für die Stadtteile geschaffen hat, wünscht sie sich auch für andere Quartiere in Gevelsberg. Das ist zwar eine Frage der finanziellen Ressourcen, die positive Entwicklung in Berge und Vogelsang hat aber durchaus für Aufmerksamkeit gesorgt. „Die Ausstrahlung sorgt für Nachfrage“, sagt sie. Vor allem die Situation am Schnellmark hat Potarczyk im Blick. „Auch da wäre so etwas wie in Berge und Vogelsang durchaus wünschenswert“, findet sie. Vorstellbar sind dabei durchaus auch Mischformen mit privaten Trägern wie beispielsweise der AWO. „Sinnvoll ist ein Quartiersmanagement allemal“, so Potarcyzk.

Doch damit hat sie seit Freitag nichts mehr zu tun. Einen Nachfolger gibt es bis jetzt noch nicht, Bewerber für die frei gewordene Stelle gibt es aber schon. Das Verfahren läuft, ab Anfang August sollen Vorstellungsgespräche geführt werden.

Bleibt nur zu hoffen, dass der Nachfolger oder die Nachfolgerin mit vergleichbar viel Herzblut an die Arbeit geht, wie Regina Potarczyk es in ihren 38 Berufsjahren investiert hat. Und auch wenn sie in Wuppertal wohnt, sagt sie heute: „Ich bin eine Gevelsbergerin.“ Und das sehen viele Menschen, die mit ihr zusammen gearbeitet haben, ganz genau so.

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