Mordkommission Brot

Kripo geht in Schwelm von Brandstiftung aus

Mittlerweile sind die Polizeisiegel an der Tür der Brandruine Neumarkt/Moltkestraße verschwunden. Doch die Arbeit ist für die Mordkommission Brot damit nicht beendet. Sie ermittelt wegen Brandstiftung und Totschlags.

Mittlerweile sind die Polizeisiegel an der Tür der Brandruine Neumarkt/Moltkestraße verschwunden. Doch die Arbeit ist für die Mordkommission Brot damit nicht beendet. Sie ermittelt wegen Brandstiftung und Totschlags.

Foto: Stefan Scherer / Stefan Scherer / WP

Schwelm.  In Richtung versuchtem Totschlag und vorsätzlicher Brandstiftung ermittelt die Kripo beim Großfeuer am Neumarkt in Schwelm.

Neue Entwicklungen im Fall des Großfeuers in einem Mehrfamilienhaus am Neumarkt: „Das Ergebnis des Brandgutachtens des LKA liegt vor. Es ist von vorsätzlicher Brandstiftung auszugehen. Im Ladenlokal im Erdgeschoss wurde Benzin ausgebracht“, so die zuständige Staatsanwältin in Hagen, Sandra Ley, auf Nachfrage unserer Zeitung, wie es zu dem Feuer kommen konnte. Über Hintergründe der Tat und mögliche Täter liegen den Ermittlungsbehörden jedoch noch keinerlei Hinweise vor. Jetzt fängt die Arbeit für die Mordkommission Brot, die mit dem Fall aus Schwelm betraut ist, erst so richtig an.

Vorwurf versuchter Totschlag

Die Staatsanwaltschaft ermittelt neben dem Vorwurf der vorsätzlichen Brandstiftung auch hinsichtlich des Vorwurfs des versuchten Totschlags. „Das Feuer ist in der Nacht ausgebrochen, es hätten Menschen zu Schaden kommen können. Glücklicherweise gab es aber keine Verletzten“, so Sandra Ley. Das Haus hat die Staatsanwaltschaft inzwischen wieder frei gegeben, zum Zeitpunkt der Freigabe sei es laut Sandra Ley im nicht mehr bewohnbaren Zustand gewesen.

Auch die Bauordnung der Stadt Schwelm hat sich die Brandruine genauer angeschaut. Bei Brandereignissen wie im Fall Moltkestraße 1 ist es üblich, dass überprüft wird, ob das Feuer nachteilige Einwirkungen auf die Standsicherheit des Gebäudes hatte. Das ist wohl nicht der Fall, hat eine Begutachtung durch die Stadt ergeben. „Das Ergebnis liegt zwischenzeitlich vor. Es geht aktuell keine Gefahr für die Allgemeinheit oder Nachbargrundstücke aus. Die weitere Verwendung des Hauses liegt in der Entscheidung des Eigentümers“, sagt Wilfried Guthier, Leiter des Fachbereichs Planen und Bauen auf eine entsprechende Nachfrage der Redaktion.

Zurück zu den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hagen. Die Staatsanwältin nutzt das Gespräch mit unserer Zeitung dazu, einen Zeugenaufruf zu starten. Gesucht werden Personen, die in der Tatnacht am 29. Mai am Neumarkt in Schwelm etwas ungewöhnliches beobachtet haben. Das Feuer ist im Eckhaus Moltkestraße 1 gegen 2 Uhr morgen bemerkt worden. Wie berichtet, war erst wenige Tage vor der Tatnacht im Erdgeschoss ein syrischer Lebensmittelgeschäft eröffnet worden. In dem Unglücksgebäude war einst im Erdgeschoss eine Filiale der Dresdner Bank beheimatet.

Staatsanwältin Sandra Ley bittet Zeugen, sich bei der Polizeibehörde in Hagen, Tel. 02331/986-0, zu melden.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben