Wahl 2020

Landratswahl: CDU und FDP wollen Machtwechsel im EN-Kreis

FDP-Parteichef Michael Schwunk (links) und CDU-Kreisvorsitzender Dr. Ralf Brauksiepe (rechts) wollen mit Oliver Flüshöh als Spitzenkandidat einen Machtwechsel im Kreishaus herbeiführen.

FDP-Parteichef Michael Schwunk (links) und CDU-Kreisvorsitzender Dr. Ralf Brauksiepe (rechts) wollen mit Oliver Flüshöh als Spitzenkandidat einen Machtwechsel im Kreishaus herbeiführen.

Foto: Stefan Scherer / Stefan Scherer / WP

Schwelm.  CDU und FDP wollen mit Oliver Flüshöh aus Schwelm Machtwechsel im Kreishaus herbeiführen. Rot-grüne Mehrheit im Ennepe-Ruhr-Kreis brechen.

In einer Zeit, in der SPD-Landrat Olaf Schade bei etlichen Themen ein eisiger Wind entgegenbläst, wittern CDU und FDP gemeinsam die Chance, einen Machtwechsel im Kreishaus herbeizuführen. Dafür schicken sie den größten politischen Hoffnungsträger in den Reihen der CDU ins Rennen um das Landratsamt. Der Schwelmer Oliver Flüshöh (44) wird als Spitzenkandidat für Schwarz-Gelb zur Wahl antreten. CDU-Kreisvorsitzender Dr. Ralf Brauksiepe macht klar: „Wir setzten für die Wahl am 13. September auf Sieg und nicht auf Platz.“

Flüshöh muss sich zwar noch dem Votum der Aufstellungsversammlungen am 1. Februar in Herdecke stellen, doch deren Zustimmung darf als reine Formalität angesehen werden. Seit Gründung des Ennepe-Ruhr-Kreises im Jahr 1946 haben neun SPD-Landräte das Sagen im Kreishaus gehabt, damit soll nun Schluss sein. „Es geht darum, weiteren Schaden vom Ennepe-Ruhr-Kreis und seinen Bürgern abzuwenden und das Pöstchenzuschieben vom Rot-Grün zu beenden. Dafür ist Oliver Flüshöh der Richtige“, sagt FDP-Partei- und Fraktionsvorsitzender Michael Schwunk, der ebenso klar macht: „Wir unterstützen zwar Oliver Flüshöh, aber es gibt im Kreistag keine Koalition oder ähnliche Verträge mit der CDU.“

Flüshöh selbst stand immer wieder auf den Zetteln der politischen Beobachter, wenn es um das Landratsamt oder das Schwelmer Bürgermeisteramt ging. Bislang hat sich der Jurist, der stellvertretender Landesgeschäftsführer der KVP ist, stets zurückgehalten. „Jetzt sind meine beiden Kinder größer, ich habe deutlich mehr politische Erfahrung und ich glaube, dass unsere Chancen, einen Wechsel herbeizuführen so groß sind, wie niemals zuvor“, sagt der Schwelmer, der Vorsitzender der CDU-Fraktionen im Kreistag sowie im Rat der Stadt Schwelm ist. Für ihn liegt politisch betrachtet und mit Blick auf die höchste Ebenen in der Kreisverwaltung vieles im Argen. „Die Rettungsdienstmillionen, die VER-Katastrophe, das Desaster beim Gefahrenabwehrzentrum, das jetzt entgegen aller Expertenmeinungen doch nicht zentralisiert wird, wie sich der Kreis beim PCB verhält – all dies und noch vieles mehr hat dafür gesorgt, dass die Menschen wahrgenommen haben, dass es einen Ennepe-Ruhr-Kreis überhaupt gibt, leider nicht im positiven Sinne.“

Wahlprogramm im Sommer

Er wolle jetzt mit Unternehmen und Verbänden sprechen, die Menschen in den neun Städten anhören und dann im Sommer das Wahlprogramm auch danach ausrichten. Es sei sein Ziel, zu verbinden und durch Haltung und Rückgrat zu zeigen, dass der EN-Kreis eben kein Selbstbedienungsladen für Politiker und Spitzenbeamte sei: „Wir wollen den Wohlstand der Menschen sichern. Wir wollen gestalten und nicht wie bisher nur verwalten und reagieren.“ Diese Aufgaben wolle er im Falle seiner Wahl mit größtem Respekt und all seiner Kraft angehen.

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben