Umwelt/Natur

Lebensraum Friedhof entdecken

In luftiger Höhe bringt Heinz Schmiers vom Naturschutzbund Ennepe-Ruhr-Kreis (NABU) die Brutkästen auf dem Friedhof Oehde an.

In luftiger Höhe bringt Heinz Schmiers vom Naturschutzbund Ennepe-Ruhr-Kreis (NABU) die Brutkästen auf dem Friedhof Oehde an.

Foto: Leandro May

Schwelm.  In Zusammenarbeit mit dem NABU werden auf dem evangelischen Friedhof Oehde in Schwelm einige Nistkästen für verschiedenste Vogelarten aufgehängt

Der Naturschutzbund Ennepe-Ruhr-Kreis e.V. (NABU) hing am Samstagmorgen einige Brutkästen für Singvögel auf dem Gelände des evangelischen Friedhofs an der Oehde in Schwelm auf. Auf dem Gelände wurden vor etlichen Jahren schon wenige Singvögelkästen installiert. Diese stammten aber aus privater Hand und wurden teilweise seit Jahren nicht mehr gepflegt oder erneuert. Der Naturschutzbund kontrollierte die 16 bereits bestehenden Brutkästen und installierte zusätzlich auch noch weitere Kästen auf dem Friedhofsgelände. In Zukunft werden diese regelmäßig vom Naturschutzbund kontrolliert, gepflegt und erneuert.

Dazu dienen die Kästen

„Grundsätzlich sollen die Brutkästen als Unterschlupf für die meisten Singvogelarten dienen“, erklärt Jürgen Döbert, Ortsbeauftragter des Naturschutzbundes Ennepe-Ruhr für die Stadt Schwelm. Während der Brutzeit bieten die Kästen einen gewissen Schutz für das Nest und die Jungvögel. „Die Brutzeit variiert aber von Vogel zu Vogel. So kann es durchaus vorkommen, dass bestimmte Vögel vom März bis zum August mehr als zwei Bruten vollbringen“, schildert Ralf Steiner, Vorstandsmitglied und Ortsbeauftragter für den Bereich Breckerfeld des Naturschutzbundes Ennepe-Ruhr.

Aber auch im Winter nutzen die Vögel die Nistkästen vermehrt als sichere Schlafmöglichkeit. Den Vögeln soll durch die Anbringung ein Schutz geboten werden. Dadurch solle das Vorkommen der verschiedenen Vogelarten in der Umgebung auch in Zukunft sichergestellt werden, erwähnt Vorstandsmitglied Ralf Steiner.

Für Nachwuchs ist gesorgt

Auch die Naturschutzjugend-Gruppe aus Schwelm war an der Aktion beteiligt. Den Kindern soll der Naturschutz und die Vielfalt der Natur generell nähergebracht werden. Die Kinder wirkten durchweg begeistert und waren interessiert daran, was sich in den bestehenden Kästen verbarg.

Der Friedhof als „grüne Oase“

Der evangelische Friedhof im Stadtteil Schwelm Oehde ist ein ca. 16 Hektar großes Gelände. Dieses Gelände lässt sich als grüne Oase Mitten in der Stadt Schwelm ansehen. Im nähren Umkreis des Friedhofsgeländes gibt es keine Wälder oder ähnliches. Deshalb ist das Gelände eine Art geballter Lebensraum für die verschiedensten Tierarten. Friedhofsverwalter Jörg Klesper wandte sich an den Naturschutzbund Ennepe-Ruhr (NABU), da er dieses Potential nicht ungenutzt lassen wollte. „Auch ein Friedhof kann Lebensraum darstellen“, erklärt Ralf Steiner. Artenvielfalt allein könne einen Ort schon verschönern.

Auf dem Friedhof wurden in der letzten Zeit bereits Umwelt- und Naturschutzmaßnahmen getroffen. Um den Friedhof möglichst naturnah zu gestalten, wurden bereits zwei Insektenhotels erbaut. Hier sollen Insekten sich einfacher ernähren und vermehren können und so dem Insektensterben vorgebeugt werden. Auch Blumenwiesen wurden eingesät, um die Nahrungssuche für die Insekten zu vereinfachen und den Lebensraum zu vergrößern. „Insekten Vögel und weitere Tiere funktionieren in ihrer Nahrungskette wie ein ewiger Lebenskreis“, erklärt Jürgen Dobler. Die Tiere sind zum Überleben aufeinander angewiesen. Deshalb ist es wichtig, das Gleichgewicht der verschiedenen Tierarten aufrecht zu erhalten.

Nicht nur Singvögel und Insekten sind in dem Gebiet Oehde vertreten, sondern der Naturschutzbund Ennepe-Ruhr vermutet dort auch Fledermäuse und Eulen, wie zum Beispiel den Waldkauz auf dem Gelände.

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