Kultur

Leo-Theater in Schwelm reitet weiter auf Erfolgswelle

Andreas Winkelsträter (rechts) und Marc Neumeister haben gerade die zweite Spielzeit mit ihrem Theater in Schwelm beendet. Nach der Sommerpause warten auf die Gäste auch einige bauliche Neuerungen am Spielort Ibach-Haus an der Wilhelmstraße

Andreas Winkelsträter (rechts) und Marc Neumeister haben gerade die zweite Spielzeit mit ihrem Theater in Schwelm beendet. Nach der Sommerpause warten auf die Gäste auch einige bauliche Neuerungen am Spielort Ibach-Haus an der Wilhelmstraße

Foto: Bernd Richter / WP

Schwelm.  Die gerade zu Ende gegangene Saison war mit rund 10.000 Besuchern die beste Spielzeit für das Leo-Theater in Schwelm. Eine Bilanz.

Als Theaterchef Andreas Winkelsträter am Dienstagmorgen die Türen zu seinem Leo-Theater aufschließen wollte, hätte er gar keinen Schlüssel gebraucht. Die Handwerker hatte bereits die gesamten Fenster inklusive Türen und Fensterrahmen heraus gerissen, um das Leo fit für die neue Saison zu machen. Ab 30. August dürfen sich die Gäste nämlich auf einen Wetterschutz freuen. Die Tür wird 70 cm zurück in den Raum gesetzt, so entsteht nun wirklich einen Windfang, der auch ein wenig Schutz vor den Unbilden der Witterung bietet. Das Leo lässt seine Besuche eben nicht im Regen stehen.

Bühne in Zukunft besser zu sehen

Aber das ist nur eine der Neuerungen, über die Andreas Winkelsträter und der künstlerische Leiter der Bühne, Marc Neumann, am Dienstagmorgen in ihrer Jahreskonferenz sprachen. Die Bühne im Leo wird künftig vom Zuschauerraum aus auch für die „Hinterbänkler“ besser zu sehen sein. Das hat das Theater der Spende der Sparkasse Schwelm zu verdanken. Die sorgt nämlich für Podeste, auf denen die Gäste ab der fünften Reihe höher als ihre Vordermänner sitzen werden. Insgesamt zwei zusätzliche Sitzebenen, auf die 94 Stühle Platz finden, werden eingezogen. An der Gesamtzuschauerzahl von 176 Plätzen ändert sich aber nichts.

Andreas Winkelsträter nutzte die Gelegenheit aber auch, um Rück- und Ausblick zu halten. Und die jetzt beendete Saison kann sich wahrlich sehen lassen. Noch nie haben so viele Menschen die Vorstellung im Büro besucht wie in der abgelaufenen Saison. „Wir haben die 10.000er-Marke geknackt, das ist ein Plus von 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr“, freut sich Andreas Winkelsträter. Und das bei weniger Veranstaltungen.

144 Veranstaltungen in der Saison

Im ersten Jahr gab es 144 Veranstaltungen. In der gerade beendeten zweiten Saison waren es „nur“ 125. Schwerpunktmäßig kommen die Besucher nach wie vor aus dem EN-Kreis und Wuppertal. Im letzten Spieljahr in Ennepetal besuchten lediglich 6500 Zuschauer das Leo.

Auch das Vermietgeschäft hat sich gut entwickelt. Immer mehr Privatpersonen buchen die Räumlichkeiten an der Wilhelmstraße für Hochzeits- und Geburtstagsfeiern. Firmen buchen gleich das Komplettpaket mit Vorstellung und Catering. Die freien Wochenenden werden schon knapp, freie Termine gibt es noch in der Woche.

Eine gute Nachricht für das Leo, jedoch eine schlechte für die Menschen, die noch eine Möglichkeit suchen, Silvester zu feiern. Die Silvesterparty im Leo mit Vorstellung war bereits im Januar ausverkauft. „Wir haben sogar schon einige Buchungen für Silvester 2020, sagt Marc Neumeister. Für Neumeister und Andreas Winkelsträter ist der Theater-Stress für die nächsten zwei Monate jetzt erst einmal vorbei. Ferien von der Bühne sind angesagt. Und Neumeister zieht es mit dem Wohnmobil an die Côte d’Azur.

>>> Sechs Premieren in neuer Saison

In die neue Saison startet das Leo am Freitag, 30. August, und zwar um 18 Uhr. „Dieser Termin am Schwelmer Heimatfest hat sich in den beiden zurückliegenden Jahren bewährt“, sagt Andreas Winkelsträter. Die Besucher kämen erst ins Theater an der Wilhelmstraße, um dann nur ein paar Gehminuten entfernt auf die Kirmes zu feiern. Das erste Stück auf dem Spielplan ist der Dauerbrenner der vergangenen Saison: „Landeier – Bauern suchen Frauen“. „12 von 13 Vorstellungen waren ausverkauft“, sagt Marc Neumeister. Die Rechte für „Landeier II“ seien für die neue Saison leider schon anderweitig vergeben worden, doch das Leo habe sie sich für 2020/21 sichern können.

Erstmals samstags Vorstellungen um 16 Uhr

Mit „Tratsch im Treppenhaus“ folgt einen Tag später dann ein weiterer Blockbuster des Schwelmer Theaters. „Erstmals bieten wir auch Vorstellungen samstags um 16 Uhr an“, erklärt der Künstlerische Leiter. Damit komme man der Bitte vieler älterer Besucher nach, die vor allem in der dunklen Jahreszeit wieder zeitig zu Hause sein möchten. Die beliebten Sonntagszeiten, um 11 Uhr mit Frühstücksbuffet und um 15 Uhr mit Kaffee und Kuchen, behalte man bei.

„Ein Schelm in Schwelm, der Titel lag auf der Hand“, sagt Marc Neumeister über seine Heinz-Erhardt-Parodie mit Musik, Sketchen und Gedichten – am 21. September die erste von sechs Premieren des Leos in der kommenden Saison. Ein Wiedersehen mit Ekel Alfred steht ebenfalls auf dem Spielplan. Zwei der sechs auf die Bühne gebrachten Folgen sind fürs Leo neu.

Mit „Kalif Storch“ ist erneut eine Schwelmer Weihnachtsgeschichte für Kinder im Programm. Gerade habe man auch Termine (um 9 und 12 Uhr am 9. bis 12. Dezember) für Kindergärten und Schulklassen angesetzt. „Wir waren baff, dass jetzt schon vier der acht Termine ausverkauft sind“, freut sich Marc Neumeister. Und zusätzlich biete man Weihnachtsgeschichte in einer Inszenierung auch für Erwachsene an.

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