Ehrenamt

Lila Damen aus Gevelsberg hoffen weiter auf Zuwachs

Zeit für Gespräche, einen Spaziergang oder zum Spielen – das ist, was Ehrenamtliche der Lila Damen mitbringen sollten. Regelmäßig besuchen sie die Bewohner des AWo-Seniorenzentrums an der Kampstraße in Gevelsberg.

Zeit für Gespräche, einen Spaziergang oder zum Spielen – das ist, was Ehrenamtliche der Lila Damen mitbringen sollten. Regelmäßig besuchen sie die Bewohner des AWo-Seniorenzentrums an der Kampstraße in Gevelsberg.

Foto: Bodo Marks

Gevelsberg.   Seit 40 Jahren schenken die Lila Damen in Gevelsberg Senioren Zeit. Mitmachen wollen aber nur wenige. Leiterin Rita Djurkic vermutet, weshalb.

Seit bald 40 Jahren gibt es die Lila Damen in Gevelsberg. Seit bald 40 Jahren nehmen sich ihre Mitglieder ehrenamtlich die Zeit, Bewohner des AWo-Seniorenzentrums an der Kampstraße zu besuchen. Regelmäßig gehen sie mit ihnen spazieren, spielen mit ihnen oder führen einfach Gespräche. Ihr Lohn sind ganz viel Dankbarkeit, die Freude der Senioren und das Gefühl, gebraucht zu werden. Trotzdem gibt es immer noch zu wenige, die sich für eine Mitgliedschaft bei den Lila Damen interessieren.

„Viele wissen vielleicht gar nicht, dass es die Lila Damen gibt“, mutmaßt Rita Djurkic, die sich um die Koordination der Gruppe kümmert. Nach einem Artikel dieser Zeitung aus dem vergangenen Oktober hätten sich vier Frauen gemeldet – drei Damen, die nun aktiv mitmachen, und eine Studentin, die sich im Zuge ihrer Bachelorarbeit für die Gruppe beziehungsweise das Seniorenzentrum interessiert.

Konfrontation mit dem Tod

Insgesamt seien sie nun zu neunt, so Djurkic. „Wenn noch zwei, drei Leute dazukämen, wäre das super“, sagt sie. Sie könne sich vorstellen, dass auch Berührungsängste eine Rolle spielten. „Die Menschen im Altenheim sind mitunter kritisch“, weiß sie.

Manchmal wollten Bewohner auch gar nicht besucht werden. Ebenso sei der Tod ein Thema. Damit werde man regelmäßig konfrontiert.

Neue Mitglieder nimmt Rita Djurkic an die Hand und schaut, welche Senioren Lust auf regelmäßige Besuche haben und mit wem es passen könnte. Zwischen einer und zwei bis drei Stunden Zeit in der Woche seien der zeitliche Rahmen.

„Wir teilen uns die Besuche an den verschiedenen Tagen auf“, erklärt sie. Am Wochenende kämen die Damen in der Regel nicht vorbei.

„Viele Senioren haben Familie, von der sie dann besucht werden“, weiß Djurkic. Für freitags hätten sie derzeit keinen, der Besuche mache. Zwischen drei und fünf Bewohner betreue eine Lila Damme, schätzt sie.

Übergang vom Arbeitsleben zum Ruhestand

Das, was neue Ehrenamtliche mitbringen müssten, sei Zeit. Aus eigener Erfahrung weiß Djurkic noch, wie schwer es ihr anfangs gefallen sei, die regelmäßigen Besuche als Lila Dame zeitlich einzurichten.

Seit 2009 ist sie dabei, arbeitete damals noch. Seit vier Jahren ist sie Leiterin der Lila Damen in Gevelsberg – auch wenn sie sich selbst nicht als solche sieht. „Wir sind eine gleichberechtigte Gruppe“, betont Djurkic.

Sie vermutet, dass viele Menschen, die sich – so wie sie damals – im Übergang vom Arbeitsleben zum Ruhestand befinden, noch nicht so richtig wissen, wie sie ihre Zeit gestalten wollen. „Du hast noch fünf Jahre, was willst du dann machen?“, habe sie sich selbst zu dieser Zeit gefragt. Sport? Reisen? Über einen Zeitungsartikel sei sie schließlich auf die Lila Damen aufmerksam geworden.

Männer gesucht

„Schön wäre es, wenn auch ein paar Männer dazukämen“, sagt Djurkic. „Einige männliche Bewohner hätten gerne einen Mann, mit dem sie über bestimmte Themen reden, mal einen Bier trinken oder zum Männerabend gehen können.“ Im Seniorenzentrum gebe es überwiegend Bewohnerinnen.

Eines ist Rita Djurkic dabei wichtig: „Es wäre schön, wenn jemand längerfristig einrichten könnte, mitzumachen.“

Während ihrer Feier zum 40-jährigen Bestehen im Mai werden die Gevelsberger Lila Damen über ihre Arbeit informieren. Denen, die sich vorstellen können mitzumachen, kann Rita Djurkic versichern: „Man kriegt ganz viel zurück.“

Wenn man eine Beziehung zu einem Menschen aufgebaut habe, würde dieser seine Nöte erzählen und auch sehr viel Schönes.

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