Hospiz

Ökumenisches Hospiz Emmaus feiert 25. Geburtstag

Tuija Minor ist seit 2017 Geschäftsführerin im Ökumenischen Hospiz Emmaus. Im Gespräch mit unserer Zeitung berichtet sie über die Erweiterungspläne und ein neues Angebot.

Tuija Minor ist seit 2017 Geschäftsführerin im Ökumenischen Hospiz Emmaus. Im Gespräch mit unserer Zeitung berichtet sie über die Erweiterungspläne und ein neues Angebot.

Foto: Carmen Thomaschewski / WP

Gevelsberg.  Das Ökumenische Hospiz Emmaus in Gevelsberg feiert 25. Geburtstag und hat sich vieles vorgenommen. Ein Generationenwechsel steht an.

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Es begann als eine Idee einiger weniger Engagierter und ist mittlerweile zu einer Organisation und wichtigen Initiative für den Südkreis worden. Viele Familien ziehen ihre Kraft aus der Unterstützung der Ehrenamtlichen. Sie schenken diesen Familien schöne Momente und Hilfe in ihrer schwersten Lebenssituation. Das ökumenische Hospiz Emmaus ist längst nicht mehr wegzudenken als Rückhalt vieler Menschen und steht heute selbst im Mittelpunkt. In der Liebfrauenkirche wird am Samstag, 9. November, ab 15 Uhr der 25. Geburtstag gefeiert. Während des Festgottesdienstes wird nicht nur zurückgeblickt, sondern auch der Blick nach vorne gerichtet. Denn die Einrichtung soll größer werden, um noch mehr Menschen helfen zu können.

Tuija Minor sitzt an ihrem Schreibtisch. Vor zwei Jahren wurde sie vom Hospiz als Geschäftsführerin angestellt. Alleine die Tatsache, dass der ehrenamtliche Vorstand die Geschicke in hauptamtliche Kräfte legt, zeigt, wie sehr die Einrichtung gewachsen ist und noch weiter wachsen wird. „Ich kann mich jedenfalls nicht beschweren, dass ich zu wenig zu tun hätte“, sagt Tuija Minor und lacht. Vor allem jetzt, in der heißen Phase der Planung der Erweiterung.

Baupläne liegen vor ihr. „Schon Ende November soll es mit den Arbeiten an dem Anbau losgehen“, sagt sie und erklärt, dass dort Raum für die Kinder- und Jugendhospizarbeit geschaffen werden soll. Auf zwei Etagen, damit sich die Kinder austoben oder auch zurückziehen können, um mit ihnen zu arbeiten, ihnen beizustehen.

2015 wurde erst der Neubau an der Hagener Straße bezogen, schon zwei Jahre später stand fest, dass der Platz nicht ausreichen wird, wenn das Hospiz nicht nur Erwachsene begleitet, sondern auch verstärkt Kinder und Jugendliche. Es gibt viele Veranstaltungen und Angebote im Hospiz und es werden immer mehr. Weil der Bedarf da ist, weiß Tuija Minor, und weil es wichtig ist.

Ein Generationenwechsel steht bevor

Wenn der Anbau fertig ist, ist Schluss mit dem ständigen Umräumen und Herrichten der Räume, damit alle Gruppen Platz finden. Finanziert wird die Baumaßnahme über Spendengelder, entscheidend sei auch, dass die Handwerker dem Hospiz mit ihren Leistungen entgegenkommen und weniger als üblich verlangen. Die Garage und das Carport werden versetzt und an dieser Stelle der Anbau hochgezogen. Im Spätsommer soll alles fertig sein, die Maler sind für Juni, Juli, August bestellt.

Dabei begann alles vor 25 Jahren an einem Küchentisch. „Pastor Ulrich Bauer und Helga Grams hatten die Idee, blieben dran und setzten sich gegen alle Widerstände durch“, erklärt die Geschäftsführerin. Es fehlte an Geld, an Personal. Aktuell zählt das Hospiz 65 Ehrenamtliche. „Wir freuen uns aber immer über Zuwachs“, sagt Tuija Minor und betont, dass im Januar ein neuer Kurs beginnt. Viele Ehrenamtliche seien von Anfang an dabei, es kündige sich altersbedingt ein Generationenwechsel an. Am Samstag wird auch Pastor Bauer in den wohlverdienten Ehrenamtsruhestand verabschiedet, ebenso wie Bettina König und Richard Boos.

Doch nicht nur personell, sondern auch baulich wird der Wandel sichtbar sein. Mit einem modernen Anbau, viel Glas, freundlich gestalteten Flächen und mit neuen Angeboten.

Onkolotse als neues Angebot

Christiane Düllmann habe die Ausbildung zum Onkolotsen gemacht, „sie ist die Schnittstelle zwischen Patient und allen anderen Versorgern, eine Stütze während die Krebserkrankung durchlebt wird, auch wenn es nicht palliativ ist. Unser Haus ist für alle Menschen offen“, sagt Tuija Minor und betont, dass es trotz der Tragik und der Schwere des Leids der Familien ein Ort sei, an dem viel gelacht werde. „Sie schaffen schöne Erinnerungen und Momente. Hier arbeiten tolle aufgeschlossene Menschen.“

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