Politik

Rathaus in Schwelm personell am Limit

Einen „nennenswerten baulichen Handlungsbedarf“ für die Feuer- und Rettungswache an der August-Bendler-Straße hat der Gutachter bei der Aufstellung  des Brandschutzbedarfsplans in Schwelm festgestellt. Als Standort für einen möglichen Neubau gilt ein Grundstück „Am Ochsenkamp“.

Einen „nennenswerten baulichen Handlungsbedarf“ für die Feuer- und Rettungswache an der August-Bendler-Straße hat der Gutachter bei der Aufstellung des Brandschutzbedarfsplans in Schwelm festgestellt. Als Standort für einen möglichen Neubau gilt ein Grundstück „Am Ochsenkamp“.

Foto: Bernd Richter / WP

Schwelm.  Die Stadt Schwelm hat ein Problem als Arbeitgeberin. Es fehlen Beförderungsmöglichkeiten und lange wurde auf Ausbildung verzichtet.

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Die Stadt Schwelm hat ein Problem, ein Problem als Arbeitgeberin. Die Stellen im Rathaus sind für gut ausgebildete Kräfte nicht attraktiv. Es fehlt an Aufstiegsmöglichkeiten und an einem Arbeitsplatz, an dem man sich wohl fühlt. Besonders heikel ist die Lage für die Feuerwehr. Dort fehlen jetzt schon sechs Kollegen/Kameraden für die ausgeschriebenen Planstellen. Und der aktuelle Brandschutzbedarfsplan spricht sogar noch von sechs weiteren Kräfte, die künftig benötigt werden, um den Brandschutz in der Kreisstadt sicherstellen zu können.

Brandschutzbedarfsplan

Bei der Diskussion über den Brandschutzbedarfsplans im Hauptausschuss wurde klar, dass die Forderung nach mehr Stellen und auch nach baulichen Veränderungen bei den Feuergebäuden zwar auf eine breite Zustimmung seitens der Politik stoßen. Jedoch für die Behebung des Personalmangels reicht das alleine nicht aus. „Wir müssen einen Weg finden, dass diese Stellen auch wirklich besetzt werden“, brachte es Heinz-Jürgen Lenz (CDU) in Anbetracht eines leer gefegten Bewerbermarktes auf den Punkt.

Die Standortfrage für die drei Feuerwehrhäuser ist neben dem Personal die zweite feuerwehrtechnische Baustelle in Schwelm. Lediglich die Ertüchtigung des Feuerwehrgerätehauses Winterberg ist aus Sicht des Gutachters unproblematisch. Größerer Handlungsbedarf besteht beim Gerätehaus Linderhausen und vor allen Dingen bei der Feuer- und Rettungswache an der August-Bendler-Straße. Das sieht auch die Verwaltung so, die im Hauptausschuss ankündigte, Mittel für Planungskosten für eine neue Wache in den Haushalt 2020 einstellen zu wollen.

„Ich habe das Gefühl, das unsere Personalausstattung nicht gut ist“, schickte Brigitta Gießwein (Grüne) der Diskussion ums Personal im Rathaus vorweg – und löste damit eine kleine Lawine aus. Bis auf die FDP, die mehr interkommunale Zusammenarbeit der Städte untereinander einforderte, sahen das im Grunde alle Fraktionen so. Heinz-Jürgen Lenz lenkte den Fokus auf ein weitere Problemfeld: „Wir haben nicht nur ein Personalstellenproblem, sondern ein Personalstellenbesetzungsproblem.“ Vor Jahren habe man ein Abfindungs-Budget beschlossen, jetzt benötige man eher ein Personalgewinnungsbudget.

Peter Schier (SPD) forderte ein Umdenken: „Wir haben uns über Jahrzehnte nicht dazu bekannt, Personal auszubilden. das rächt sich jetzt.“ Ralf Schweinsberg sprach von einer Alterspyramide im Rathaus jenseits der 50er. „Ich gehöre danach noch zu den Nachwuchskräften“, scherzte der Beigeordnete. Und Bürgermeisterin Gabriele Grollmann-Mock richtete den Blick nach vorne, in das Jahr 2022: „Wir erhoffen uns, durch das neue Rathaus eine Wohlfühlatmosphäre für Mitarbeiter zu schaffen.

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