Ermittlungen

Schwelm: 55-Jähriger stirbt bei Wartung in Schrottpresse

Der Rettungshubschrauber fliegt unverrichteter Dinge wieder zurück. Für den Mann kam jede Hilfe zu spät.

Der Rettungshubschrauber fliegt unverrichteter Dinge wieder zurück. Für den Mann kam jede Hilfe zu spät.

Foto: Feuerwehr Schwelm

Schwelm.   In einem Betrieb in Schwelm ist ein Mann in einer Schrottpresse ums Leben gekommen. Die Kriminalpolizei ermittelt nach dem Vorfall.

Tragischer Todesfall in Schwelm: Die Kriminalpolizei ist eingeschaltet und untersucht den Tod eines 55-Jährigen, der am Montagmorgen in einer Schrottpresse arbeitete und noch in dem Gerät verstarb. „Aktuell ermitteln die Kollegen, wie und warum jemand die Maschine angestellt hat, als der Mann sich in ihrem Innern befand“, teilt Sonja Wever, Pressesprecherin der Kreispolizeibehörde, auf Nachfrage dieser Zeitung mit. Derzeit geht die Kreispolizeibehörde von einem tragischen Unglück aus. Zeugen des schrecklichen Vorfalls werden notfallseelsorgerisch betreut.

Das spätere Opfer war Mitarbeiter einer Firma, die die Metallpresse wartet, die mit vielen Tonnen Druck aus Metallteilen etwa 30 mal 30 Zentimeter große Würfel macht. Er befand sich gegen 8 Uhr im Innern der Presse, die sich auf dem Gelände des Schrott- und Metallhandels Eckhardt an der Schwelmer Prinzenstraße befindet. Gegen etwa 8 Uhr ging der Mann seinem Auftrag, die Maschine zu warten, nach, und befand sich dafür im Innern der Presse, als diese plötzlich anging und den 55-Jährigen zerquetschte.

Jede Hilfe kommt zu spät

Zeugen riefen umgehend den Rettungsdienst, die Feuerwehr und die Polizei zum Einsatzort, wo sich den Helfern und Zeugen ein schreckliches Bild bot. Nachdem sich die Einsatzkräfte der Feuerwehr Schwelm mit Hilfe von Betriebsangehörigen Zugang zu der technischen Anlage verschafft und diese gesichert hatten, konnten sie zu dem eingeklemmten Mann vordringen.

Parallel sicherten weitere Feuerwehrleute die Landung des Rettungshubschraubers Christoph 8, der aus Lünen zu dem Betriebsgelände kam. Er konnte jedoch unverrichteter Dinge wieder umkehren, denn für den 55-Jährigen kam jede Hilfe zu spät. Er war noch in der Maschine seinen schweren Verletzungen erlegen. Der Leichnam durfte jedoch zunächst nicht geborgen werden. Denn: Um die Umstände des Todes zu klären und möglicherweise Erklärungen dafür zu finden, warum jemand die Presse von außen angestellt hatte, untersuchten zunächst Spezialisten der Kriminalpolizei sowie des staatlichen Amts für Arbeitsschutz die Maschine.

Nach dem Abschluss der Untersuchungen barg die Feuerwehr unterstützend für die Polizei den Leichnam des 55-Jährigen mit Hilfe technischer Geräte aus der schweren Maschine. „Die genauen Hintergründe des Unfalls werden derzeit noch ermittelt“, ist Sonja Wever aktuell noch sparsam damit, Informationen an die Öffentlichkeit zu geben.

Geschockte Zeugen im Krankenhaus

Der grausame Vorfall schockierte auch die Zeugen, die sahen, was sich in der Presse ereignet hatte. Der Mann, der nach polizeilichen Erkenntnissen, die Presse gestartet hatte, wurde mit einem Schock in das Schwelmer Helios-Krankenhaus am Martfeld eingeliefert. Weitere Zeugen wurden rettungsdienstlich und im späteren Verlauf von angeforderten Notfallseelsorgern betreut.

Selbst für die Schwelmer Feuerwehrleute war dies ein Einsatz, den sie nicht so einfach als alltägliche Arbeit verbuchen können. In der Anfangsphase waren Feuerwehr und Rettungsdienst mit 24 Einsatzkräften und neun Fahrzeugen vor Ort. Als der 55-Jährige aus der Presse befreit wurde, waren noch 13 Kräfte zugegen. Die Feuer- und Rettungswache war zur Sicherstellung des Grundschutzes und Abwicklung paralleler Einsätze mit weiteren Einsatzkräften besetzt. Der Einsatz dauerte bis 12.10 Uhr.

Einsatzkräfte arbeiten Vorfall auf

„Wir haben uns zusammengesetzt, über das Erlebte gesprochen und die Dinge begonnen, aufzuarbeiten“, sagt Feuerwehrchef Matthias Jansen, der den Einsatz leitete. Ein Notfallseelsorger, der bei solchen Einsätzen auch den Angehörigen der Feuerwehr zur Verfügung steht, war nicht notwendig.

In ihrer Pressemitteilung spricht die Polizei von einem „Arbeitsunfall mit tödlichen Folgen“. Gegenteiliges hat sich im Lauf des Tages nicht ergeben. Viele Zeugen sind allerdings wegen ihrer Schocks noch nicht vernehmungsfähig.

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