Cary in the City

Schwelm als Eldorado für Tuning-Liebhaber

Auch dieser Lotus Evora 400 „parkte“ in der Fußgängerzone – sehr zur Freude der Besucher von Cars in the City.

Auch dieser Lotus Evora 400 „parkte“ in der Fußgängerzone – sehr zur Freude der Besucher von Cars in the City.

Foto: Bernd Richter / WP

Schwelm.  Hochglanzpolierte Autos bestimmten Sonntag das Bild in der Fußgängerzone. Überall sah man tiefergelegte, mit dicken Alu-Rädern ausgestattete Pkw.

Ein gewöhnlicher Sonntag sieht anders in der Kreisstadt aus. Harmonisch zu ging es dennoch bei Cars in the City – trotz verschiedener Kontrollpunkte, die die Polizei des Ennepe-Ruhr-Kreises im Zusammenhang mit der Tuning-Veranstaltung in der Kreisstadt auf den Zufahrtsstrecken zum Veranstaltungsort eingerichtet hatte. Organisator Michael Glow war einfach nur glücklich. „Ich bin richtig happy. Wir haben sogar ein Lob von der Polizei bekommen. Alles sei super organisiert, so eine ruhige Veranstaltung hätten sie noch nicht erlebt. Kein Auto ist aus dem Verkehr gezogen worden.“

Ungewöhnliche Autos

Sehen und gesehen werden, mit diesem Motto war Michael Glow mit seinen Cars in the City angetreten. So wurde das Treffen der Freunde getunter Autos am Sonntag auch gelebt. „Toll, das es in Schwelm so etwas gibt“, hörte man von Besuchern an verschiedenen Stellen in der Innenstadt. Die Auto trafen zwar nicht jedem Geschmack, aber interessant war der Bummel längs der auf Hochglanz polierten und in Reih und Glied aufgestellten Blechkutschen dennoch. Kein Staubkorn verunzierte den Lack der etwa 215 Fahrzeuge. Mancher der „heiß“ gemachten Wagen lag durch Eingriffe am Fahrwerk so tief auf der Straße, dass schon der kleinste Bordstein drohte, dem Spoiler den Garaus zu machen. Ungewöhnliche Autos in ungewöhnlichen Farben und in ungewöhnlicher Ausstattung bestimmten das Bild. Supersportwagen von Ferrari, Lotus und Lamborghini gab es auf dem Bürgerplatz zu bewundern. Dagegen sahen die ebenfalls im sechsstelligen Preisrahmen liegenden AMG-Modelle von Mercedes fast schon gewöhnlich aus. „Schade nur, das man den Motor nicht mal hören kann“, bedauerte eine Passantin, der die Geräuschkulisse fehlte.

Nur wenige Meter weiter, in der Römerstraße, blendete ein lilafarbener, hochglanzfolierter VW Up GTI im Sonnenlicht die Augen der Gäste. Ein Kadett Kombi C-Modell in der Farbe Sahara ruhte auf goldfarbenen Leichtmetallrädern, auf die nur ein Hauch von Gummi aufgezogen war. Im sauber gewienerten Motorraum kam sich das Triebwerk regelrecht verloren vor – so viel ungenutzten Platz gab es dort. Und Autobauer- und Rennfahrer-Legende Erich Bitter hatte samt zweier seiner Modelle einen Pavillon im Eingangsbereich zum Sparkassen-Parkplatz aufgeschlagen.

Menschen in der City

Angekündigt waren Cars in the City, aber es waren vor allen Dingen Menschen, die durch die Innenstadt strömten. Und viele von ihnen waren sicherlich das erste Mal in der Kreisstadt. Das Publikum, das Michael Glow mit seiner Veranstaltung ins Visier genommen hatte, war ein anderes als das, was gewöhnlich zu Events nach Schwelm strebt. Einheimische sahen häufig in für sie fremde Gesichter. Auch das kann den Bekanntheitsgrad Schwelms steigern.

Ein Wermutstropfen bleibt für Veranstalter Michael Glow dennoch: der Neid hätte ihm überrascht, wie er sagt, der ihm aus der Tuning-Szene von Wuppertal entgegengeschlagen sei. „In den sozialen Netzwerken ist gegen mich mobil gemacht worden. Dort war zu lesen, dass die Polizei meine Veranstaltung auseinandernehmen würde und dazu 100 Polizisten aufbieten würde“, sagt Glow. Ob er an eine Fortsetzung denke: „Im kommenden Jahr sicherlich noch nicht, ich brauche erst einmal eine Pause.“

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