World Scout Jamboree

Schwelmer entdeckt als Pfadfinder die Neue Welt

Für die Sache der Pfadfinder reist Christian M. Fasel (links) auch um die Welt: Hier ist er mit Kameraden auf dem Pilgerweg unterwegs. Gerade hält er sich im Nordamerika auf.

Für die Sache der Pfadfinder reist Christian M. Fasel (links) auch um die Welt: Hier ist er mit Kameraden auf dem Pilgerweg unterwegs. Gerade hält er sich im Nordamerika auf.

Foto: Privat

Schwelm .  Schwelms Ehrenobernachtwächter Christian M. Fasel ist auch Pfadfinder. Am Donnerstag ist er zum World Scout Jamboree nach Amerika geflogen.

Als Ehrenobernachtwächter ist er auch über die Grenzen der Kreisstadt bekannt wie der besagte Bunte Hund. Doch eine weitere Leidenschaft von Christian M. Fasel ist seine Begeisterung für die Sache der Pfadfinder. Und das bereits seit über 56 Jahren. Kein Weg ist dem Schwelmer für dieses Hobby zu weit. Am Mittwochmittag hat sich der 58-Jährige vom Flughafen Düsseldorf aus auf den Weg nach New York gemacht. In den Staaten besucht er als einziger Pfadfinder aus dem Südkreis, wie er sagt, das Weltpfadfindertreffen „World Scout Jamboree“ in West Virginia/USA. Dort freut er sich auf seinen Einsatz im „International Service Team“ (IST).

45.000 Teilnehmer aus 150 Ländern

Christian M. Fasel spricht liebevoll vom größten Zeltlager der Welt. Rund 45.000 Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus 150 Ländern im Alter zwischen 14 und 17 Jahren aus aller Welt, darunter auch 1300 aus Deutschland, werden vom 22. Juli bis 2. August zum 24. World Scout Jamboree in Nordamerika erwartet. Die amerikanischen Pfadfinder richten den Event gemeinsam mit den Organisationen Kanadas und Mexikos in Nordamerika aus.

Das 24. Weltpfadfindertreffen steht unter dem Motto „Unlock a new world“. Das Motto verdeutlicht die Kernziele der 1920 ins Leben gerufenen World Scout Jamborees: neue Abenteuer zu erleben, neue Kulturen kennenzulernen und neue Freundschaften zu schließen. Die „Neue Welt“ ist zudem auch eine Anspielung auf die Bezeichnung der alten Spanier für Amerika, nachdem Christopher Columbus den Kontinent 1492 neu „entdeckt“ hatte. Während des Weltpfadfindertreffens setzen sich die Teilnehmer mit globalen Themen wie Armut, Umweltschutz und Frieden auseinander.

Ein prägendes Erlebnis

„Die Teilnahme an einem Weltpfadfindertreffen ist besonders für die Jugendlichen aber auch für Erwachsene ein einzigartiges und prägendes Erlebnis“, betont Christian M. Fasel. „Die Begegnung mit jungen Menschen aus den verschiedenen Ländern der Welt ermöglicht es ihnen, die Kulturen jenseits von Vorurteilen und Stereotypen kennenzulernen und Gemeinsamkeiten über Grenzen hinweg zu entdecken. So können Pfadfinder einen Beitrag leisten, um Fremdenfeindlichkeit und nationale Egoismen vorzubeugen“, sagt Fasel. Seit diesem Sommer würden sich 30 Kleingruppen aus Deutschland, Units genannt, intensiv auf die Teilnahme vorbereiten, dabei auch mit den befreundeten französischen Pfadfindern kooperieren. Im Vorfeld und nach dem Jamboree in West Virginia haben die deutschen Pfadfinder die Möglichkeit zu einem Gastfamilienaufenthalt in den USA und in Kanada.

Schon in Japan und Schweden als Pfadfinder dabei

Für Christian M. Fasel ist es nicht die erste Teilnahme an diesem alle vier Jahre stattfindenden Treffens. „Ich war schon bei Treffen in Japan und Schweden dabei. Und in vier Jahren findet das Jamboree in Südkorea statt, da will ich auch dabei sein“, sagt der Schwelmer. Die Idee für das World Scout Jamboree hatte Lord Robert Baden-Powell, der Gründer der Pfadfinderbewegung, der heute weltweit über 40 Millionen Mitglieder angehören. Baden-Powell wollte, dass sich Pfadfinder mit ihren unterschiedlichen Kulturen und Religionen kennen sowie schätzen lernen und diese Erfahrungen wieder mit in den Alltag nehmen. „Die Begegnungen mit anderen Nationen sind auf einem World Scout Jamboree Erlebnisse, die den Blick auf die Welt verändern und intensive Eindrücke hinterlassen“, so Fasel.

Mitglied im Stamm Teutonen Schwelm

In Deutschland haben sich der Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP), die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) und der Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) zum „Ring deutscher Pfadfinderverbände“ (RDP) zusammengeschlossen. Seit dem letzten Jamboree 2015 in Japan ist das deutsche Kontingent an einer einheitlichen petrolfarbenen Kluft und dem bordeaux-roten Ringhalstuch zu erkennen. Fasel selbst gehört der DPSG an und ist Mitglied im Stamm Teutonen Schwelm mit 70 Mitgliedern.

Fasel ist mit einem lachenden und einem weinenden Auge geflogen. „der Kinderstadtrundganz und der historische Stadtrundgang im Vorfeld des Heimatfests findet erstmals ohne meine Person statt. Und auch beim Heimatfestabend werde ich nicht da sein“, so Fasel. So ganz auf ihren Ehrenobernachtwächter werden die Schwelmer jedoch nicht verzichten müssen. „Wir haben ein bisschen vorbereitet...“, tröstet er die Freunde des Heimatfestabends, will jedoch mehr noch nicht verraten.

„Am Heimatfestdonnerstag bin ich aber pünktlich zum Empfang der Schausteller wieder da“, verspricht Pfadfinder und Ehrenobernachtwächter Fasel und freut sich auf den Urlaub. Denn auf ein touristisches Programm wird er nicht verzichten. Lebensgefährtin Helga Weitzel wird nachkommen. Gemeinsam wird das Schwelmer Paar New York, Washington, die Ostküste und Kanada erkunden – ungefähr 3000 Kilometer Sightseeing mit dem Auto sind geplant.

Fasel freut sich auf auf internationale Begegnungen

Christian M. Fasel ist Mitglied des International Service Teams (IST). Es setzt sich aus mehreren Tausend erwachsenen Pfadfinderinnen und Pfadfindern aus der ganzen Welt zusammen und ist eine tragende Säule für das Jamborees. ISTs sorgen z.B. dafür, dass das Programm für die Teilnehmer reibungslos abläuft. Sie sind für die Sicherheit und Sauberkeit auf dem Lagerplatz zuständig und sie machen mit bei den großen Bühnenshows.

Was für die Jamboree-Teilnehmenden gilt, gilt genauso gut für das IST. Ein Jamboree steht für internationale Begegnung und Austausch. Und wie sollte das besser gehen, als wenn man mit anderen Pfadfindern in kleinen, internationalen Teams zusammenarbeitet und so hilft, ein Jamboree auf die Beine zu stellen?

Für weitere internationale Kontakte, Spaß und neue Freunde sorgt dann auch der restliche Alltag als IST. „Im gemeinsamen Ist-Unterlager ist immer etwas los. Man kommt schnell mit Pfadfindern aus aller Welt ins Gespräch. Abends kann man beispielsweise gemütlich zusammen sitzen, singen und dabei die Pfadfinder-Tradition anderer Länder kennenlernen“, sagt Fasel.

Neben internationalem Austausch soll natürlich auch der Spaß nicht zu kurz kommen. „Es gibt besondere Veranstaltungen und Unterhaltungsprogramme eigens für IST und die restliche freie Zeit kann man zum Beispiel zum Erkunden des Lagerplatzes mit seinen neuen Freunde nutzen“, so Fasel.

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