Christuskirche

Seit dieser Woche wird in Schwelm gebohrt

Bis zu elf Meter tief muss die Fachfirma bohren, um auf felsigen Grund zu treffen. Dipl-Ing. Ralf Krutwig (links) erläutert die Arbeitsweise.

Bis zu elf Meter tief muss die Fachfirma bohren, um auf felsigen Grund zu treffen. Dipl-Ing. Ralf Krutwig (links) erläutert die Arbeitsweise.

Foto: Bernd Richter

Schwelm.   60 Bohrungen sollen die Fundamente des Turms der Christuskirche stabilisieren. Durch sie wird Beton bis zu elf Meter tief gepresst.

Seit Montag ist die Bohrmaschine im Dauereinsatz. Als sich am Mittwoch interessierte Schwelmer zum Informationsnachmittag der Evangelischen Kirchengemeinde über den Stand der Sanierungsarbeiten an der Christuskirche im Petrus-Gemeindehaus zusammenfanden, waren bereits 6 der vorgesehenen 60 Bohrungen abgeschlossen.

Zwischen fünf und elf Meter muss sich der 120 Millimeter durchmessende Bohrkopf in die Tiefe graben, dabei das vorhandene Bruchsteinfundament des Südturms durchstoßen, um auf den felsigen Untergrund zu gelangen. Stück für Stück wird anschließend die dazwischenliegende Lehmschicht im Düsenstrahlverfahren und mit einem Wasserstrahl, der mittels einer Lanze durch das Bohrloch mit 400 bar Druck geleitet wird, ausgespült, das Wasser-Lehm-Gemisch abgesaugt und der freiwerdende Hohlraum fast zeitgleich mit einem Magerbetongemisch aufgefühlt. Durch jede Bohrung entsteht eine ca. 1,20 Meter durchmessende Säule, die 60 Säulen wachsen zum Schluss zu einem großen, monotitischen Körper zusammen. So wird eine feste Verbindung zwischen dem Turmfundament und dem gewachsenen Boden hergestellt. Das soll den Turm stabilisieren. Er bewegt sich jährlich z.Z. einen Millimeter aus dem Lot. „Der Turm ist nicht auf Fels gegründet. Seit Ende der 80er Jahre ist er wieder in Bewegung geraten“, hatte nach der Begrüßung durch Pfarrer Rainer Schumacher der Geologe Prof. Dr.-Ing. Matthias Pulsfort erläutert, warum das Fundament stabilisiert werden muss. Rund vier bis sechs Wochen werde nun gebohrt, spätestens einen Monat darauf hofft der Experte dann zu sehen, ob die Bewegung des Südturms zum Stillstand gekommen ist.

„In beiden Türmen läuft bei starkem Regen innen das Wasser die Wand entlang“, wusste Architekt Dipl.-Ing. Christoph V. Wissmann zu berichten. Wenn das Fundament stabilisiert ist, kommt das Mauerwerk dran. Durch den Turm gehen vertikale Risse, die Mauern werden durch Anker-/Spannelemente zusätzliche Stabilisierung erfahren. Besonders schwierig sei das Neuverfugen des vorgesetzten Mauerwerks. „Da wurde zum Teil Stein auf Stein gesetzt.“

Erster von fünf Bauabschnitten

Gegen Ende des Jahres soll der erste Bauabschnitt der Sanierungsmaßnahme abgeschlossen sein. „Es ist der erste Schritt, wir haben noch große Schritte vor uns. Für den nächsten Bauabschnitt haben wir Fördergelder vom Bund beantragt“, wagte der Wuppertaler Architekt einen Blick in die Zukunft und auf weitere vier bis fünf Bauabschnitte, die noch folgen werden.

Die Sanierung der Christuskirche ist ein Langzeitprojekt für die Ev. Kirchengemeinde Schwelm – und ein recht kostspieliges. Der erste Bauabschnitt ist mit 875.000 Euro angesetzt. Insgesamt rechnet die Gemeinde mit mindestens 3,5 Millionen Euro für alle Bauabschnitte. 300.000 Euro hat der Bund bisher bereitgestellt.

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